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Covid-19 im Vinschgau: weiter verbreitet als durch die Zahlen vom Frühjahr bekannt
Die Hochrechnungen aus der Studie von Eurac Research und Südtiroler Sanitätsbetrieb zeigen eine Infektionsrate von einem Prozent im Tal. Die Teilnahme an den Online-Fragebögen zu Symptomen wird in den kommenden Monaten entscheidend sein, um die weitere Verbreitung des Virus besser zu verstehen.

Aus einer Stichprobe von Teilnehmern der CHRIS-Studie ließen sich 845 Personen in Mals, Latsch und Schlanders in diesem Sommer testen. Die erreichte Teilnehmerzahl garantiert eine mehr als ausreichende Repräsentativität: Das Forscherteam von Eurac Research konnte damit hochrechnen, dass im Vinschgau eine Personen von hundert mit dem neuartigen Coronavirus in Kontakt gekommen ist.
Im Sommer ist auch ein Screening, also eine systematische Überprüfung von Symptomen unter der Bevölkerung mithilfe von Online-Fragebögen gestartet. So sieht die CHRIS Covid-19-Studie vor, dass alle CHRIS-Teilnehmer und die Menschen, mit denen sie zusammenwohnen, Angaben über ihren Gesundheitszustand treffen, und dies alle vier Wochen online oder per Telefon aktualisieren. 4.000 Personen haben damit bereits begonnen. Um fundierte Erkenntnisse zum neuartigen Virus zu erzielen, sei es wichtig, dass so viele Vinschgauer wie möglich der Einladung folgen und an der Online-Befragung teilnehmen; laut Forscherteam wird das Screening zu den Symptomen entscheidend sein, um die Risikofaktoren und die Langzeitfolgen in Verbindung mit Covid-19 untersuchen und den Sanitätsbetrieb bei seiner Arbeit gegen die Ausbreitung unterstützen zu können.

Mit einer Infektionsrate von einem Prozent ist das Coronavirus im Vinschgau bislang weniger stark verbreitet als im restlichen Südtirol – dort sind es im Schnitt drei Prozent. Es ist jedoch zwanzig Mal höher im Vergleich zu den Zahlen, die im Vinschgau in den ersten Monaten der Pandemie gemeldet worden waren, als fast nur ernstere Krankheitsverläufe getestet wurden. 
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem positiven Befund gaben an, dass ihre Symptome hauptsächlich zwischen Anfang Februar und Anfang Juli auftraten, mit einem Höhepunkt in der ersten Märzhälfte. Das bedeutet, dass sich Covid-19 im Vinschgau zeitlich parallel zu den anderen Bezirken in Südtirol und in Norditalien auszubreiten begann. Dass es sich im Vinschgau dann weniger stark ausbreitete, liegt daher nicht an einer zeitlichen Verzögerung; vielmehr könnte es daran liegen, dass im Vinschgau weniger Touristen aus Risikogebieten urlaubten, wie das Forscherteam vermutet. 
Zu den häufigsten beschriebenen Symptomen zählen der Verlust des Geruchs- und des Geschmackssinns. Die Angaben in den Fragebögen bestätigen diese Symptome als Anzeiger für eine Infektion mit dem Coronavirus, auch wenn sie nicht die einzigen sind. Die ersten Zwischenergebnisse der Studie zeigen außerdem, dass das Virus ununterbrochen bis zum Sommer präsent war und dass die neue Infektionswelle nicht der Ankunft von Saisonsarbeitern geschuldet sein kann, auch wenn dieses Phänomen zur Verbreitung beigetragen haben dürfte.
Im Moment steigen die Ansteckungszahlen wieder an: Laut den Zahlen des Sanitätsbetriebs haben sich die Neuansteckungen im Vinschgau im Vergleich zu Juli mehr als vervierfacht. „Diese Zahlen machen uns deutlich, wie wichtig es in diesem Moment ist, die Forschung zu Covid-19 voranzutreiben. Auch junge und gesunde Menschen kann die Erkrankung hart treffen; wir wissen noch nicht, wer zur Risikogruppe gehört und welches die Langzeitfolgen sind“, erklärt Cristian Pattaro, der wissenschaftliche Leiter der CHRIS Covid-19-Studie. Welches sind die nächsten Schritte in der Forschung und wie kann man dazu beitragen?


Screening zu den Symptomen mittels Fragebögen

Rund 19.000 Vinschgauer Bürgerinnen und Bürger (alle CHRIS-Teilnehmer und die Personen, die mit ihnen zusammenwohnen) haben Eurac Research und der Südtiroler Sanitätsbetrieb in diesem Sommer dazu eingeladen, am Screening zu den Symptomen durch Online-Fragebögen teilzunehmen. Einmal registriert, kann jeder Teilnehmer die Angaben zu seinem Gesundheitszustand alle vier Wochen aktualisieren. Alle Teilnehmer erhalten dazu eine Erinnerung via Email oder per Telefon. Bei der Angabe von Symptomen, die auf eine Infektion mit Covid-19 schließen lassen, werden die Betreffenden direkt an ihren Hausarzt verwiesen. Falls die Symptome hingegen schon abgeklungen sind, werden sie zu einem Abstrich und zu einem serologischen Test eingeladen. „Wir empfehlen allen eingeladenen Personen, am Screening teilzunehmen und damit einen wertvollen Beitrag zur Covid-19-Forschung zu leisten. Das Screening eröffnet uns zudem die Möglichkeit, Infektionsfälle zu identifizieren und sie entsprechend zu begleiten“, bekräftigt Robert Rainer, der ärztliche Direktor am Krankenhaus Schlanders. „Wichtig aus Sicht der Teilnehmer ist, dass man keine Angst vor einem positiven Abstrich-Befund haben sollte – viel mehr geht es hier um Verantwortungsbewusstsein: Zu wissen, dass man ansteckend ist, ist der erste Schritt, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Dadurch kann jeder seine eigene Familie schützen, sowie die Gesundheit der Gemeinde und die Wirtschaft des ganzen Landes“, schließt Peter Pramstaller, Leiter des Institus für Biomedizin von Eurac Research. 

Fortlaufende Nachverfolgung der positiven Fälle
Eine Fragestellung der CHRIS Covid-19-Studie ist, wie sich die Immunantwort von positiv Getesteten im Verlauf der Zeit entwickelt und für wie lange eine infizierte Person sich als immun betrachten kann. Dafür sind alle Personen, die in der Prävalenzstudie positiv getestet worden waren und alle, die schon im Vorfeld ein positives Testergebnis hatten, sowie alle, die sich im Laufe des Screenings als positiv herausstellen, dazu eingeladen, alle drei Monate einen Bluttest zur Bestimmunge der Antikörper vorzunehmen.
Auch die Menschen, die mit positiv Getesteten zusammenwohnen, sind dazu eingeladen teilzunehmen. Für die Forschung ist es besonders wichtig, ganze Familien untersuchen zu können. Denn die Forscher können davon ausgehen, dass alle Angehörigen eines Haushalts dem Virus auf dieselbe Weise ausgesetzt sind. Bei positiven und negativen Befunden innerhalb einer Familie können die Wissenschaftler besser erforschen, welche biologischen oder genetischen Faktoren eine Ansteckung begünstigen oder davor schützen. 

Alle Informationen zur Teilnahme gibt es auf der Webseite oder telefonisch unter 0471 055 502 (Mo-Fr, 9-12 Uhr; 14-17 Uhr) - chris@eurac.edu.

14.10.20

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