Die Forschungsprojekte des Instituts lassen sich drei Forschungsschwerpunkten zuordnen:

  • Zwei- und Mehrsprachigkeit 
  • Fachkommunikation
  • Sprachtechnologien 

 

Zwei- und Mehrsprachigkeit

In einem Raum wie Südtirol, in dem drei Sprach- und Kulturgruppen leben, ist die Spracherwerbs- und die Sprachkontaktforschung von ganz besonderem Interesse. Welche Probleme sind mit dem Erwerb zweier oder mehrerer Sprachen verbunden? Warum erlernen manche Menschen eine Fremdsprache leichter, während sich andere damit schwer tun? Wie kann man Sprachkenntnisse messen und analysieren? Auf welcher Grundlage können geeignete sprachliche Förderkonzepte entwickelt werden? Wie kann der Spracherwerb durch den Einsatz moderner Technologien begünstigt werden?
Dies sind einige der wichtigsten Fragen, mit denen sich der Forschungsschwerpunkt "Zwei- und Mehrsprachigkeit" auseinandersetzt und denen er in seinen Projekten zur Sprachstandsfeststellung und zur Entwicklung neuer Materialien zum Erwerb der deutschen und italienischen Sprache sowie der italienisch Gebärdensprache nachgeht. Spracherwerb und -kompetenzen deutsch- und italienischsprachiger MitbürgerInnen, aber auch von Personen mit Migrationshintergrund werden dabei besonders im Lichte soziolinguistischer Perspektiven untersucht, da sprachliche Fähigkeiten nicht losgelöst von ihrem gesellschaftlich-kulturellen Kontext betrachtet werden können.
Schließlich kommen computerlinguistische Erkenntnisse dem Forschungszweig bei der Anwendung neuer Spracherwerbstechnologien sowie bei der Entwicklung von benutzerfreundlichen und auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenen Materialien zugute. Das Institut führt seit nunmehr vielen Jahren Projekte im Bereich der deutsch-italienischen computergestützten Lexikografie durch; in jüngerer Zeit sind sie um eine weitere Sprache, die italienische Gebärdensprache, erweitert worden.

Eine Liste der Projekte zum Forschungsschwerpunkt Zwei- und Mehrsprachigkeit finden Sie hier.

  

Fachkommunikation

Die Terminologiearbeit unseres Institutes hat ihren traditionellen Schwerpunkt in der Rechts- und Verwaltungssprache für das Deutsche und Italienische. Die Fachsprachenforschung wurde zunächst um Studien zur ladinischen Verwaltungsterminologie erweitert, dazu gesellten sich neue Fachgebiete wie Hochschulterminologie oder Raumplanung und nachhaltige Entwicklung, sowie mit Französisch und Slowenisch zwei weitere Sprachen des Alpenraums.
Aufbauend auf der Erfahrung des Institutes in der Ausarbeitung mehrsprachiger Terminologie werden Nachschlagewerke zur Rechtsterminologie produziert. Auch finden postuniversitäre Kurse zu den Themen Fachübersetzung, Drafting, Dokumentation und Terminologie regelmäßig statt. Neue Studien zum mehrsprachigen Wissensmanagement in Südtirol und zum fachsprachlichen Bedarf von Arbeitnehmern und –gebern mit Migrationshintergrund erweitern unsere Forschungstätigkeit. Die Forschungsprojekte des Instituts stützen sich auf Methoden der Computerlinguistik, insbesondere der Korpuslinguistik. Diese Techniken erlauben die Entwicklung neuer Methoden der Textsammlung und -analyse, der Termextraktion und der konzeptuellen Darstellung.

Eine Liste der Projekte zum Forschungsschwerpunkt Fachkommunikation finden Sie hier.

 

Sprachtechnologien

Viele Forschungsprojekte des Instituts, sowohl im lexikografischen als auch im terminografischen Bereich, werden durch Ansätze aus der Computerlinguistik unterstützt. Dabei stehen insbesondere die Korpuslinguistik und Fragen zur Datenmodellierung und Benutzeradaption im Vordergrund. Letztere dienen dazu, den Zugriff auf Datenbanken und Plattformen zu individualisieren sowie Lernprozesse und die Orientierung im Netz zu vereinfachen.
Teile der Aktivitäten des Instituts befassen sich mit der Erstellung und Nutzung ein- und mehrsprachiger Korpora. Die mehrsprachigen Korpora der Fachsprache, typischerweise der Rechtssprache, sind aliniert und kommen in der Terminologiearbeit zum Einsatz. Darüber hinaus erfüllen die Korpora eine Archivierungsfunktion und bilden die Grundlage für linguistische Recherchen des Instituts. Im Rahmen aller Projekte wird eine besondere Aufmerksamkeit auf die Darstellung der Daten gelegt. Komplexe Informationssammlungen müssen so modelliert werden, dass sowohl eine flexible Abfragefunktionalität als auch eine benutzerfreundliche Präsentation der Daten garantiert werden können.

Eine Liste der Projekte zum Forschungsschwerpunkt Sprachtechnologien finden Sie hier.