Institut für Fachkommunikation und Mehrsprachigkeit
Seit seiner Gründung im Jahr 1993 hat das Institut sein ursprüngliches, durch das Wortpaar „Sprache und Recht" abgestecktes Forschungsgebiet ausgeweitet und sich Schritt für Schritt den Studien zur Mehrsprachigkeit und zur Fachkommunikation zugewandt. Dank dieser Öffnung konnte das Institut seinen festen Platz in einer internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft finden, die sich mit angewandter Sprachforschung befasst.
Ging es bei den Arbeiten des Instituts zur Terminologie, zur Übersetzung und zu den Fachsprachen traditionellerweise darum, die wissenschaftliche Grundlage für die Mehrsprachigkeit von Recht und Verwaltung in Südtirol zu schaffen, so gab die Reform der Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfung den Anstoß zu einer verstärkten Forschungstätigkeit im Bereich der Erhebung, des Erwerbs und der Vermittlung von Sprache. Parallel dazu wurde der Arbeitsschwerpunkt „Migration und Sprache“ kontinuierlich ausgebaut. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen bildet dabei nicht nur einen Schwerpunkt im Zusammenhang mit Migrationsphänomenen, vielmehr beschäftigt sich das Institut auch mit dem Schutz und der Förderung von Regional- und Minderheitensprachen, darunter auch die italienische Gebärdensprache.
Mit der Entwicklung des Informationssystems für Rechtsterminologie bistro und des elektronischen Lernerwörterbuchs ELDIT wurden darüber hinaus Ansätze der automatischen Sprachverarbeitung in die Institutsarbeit eingebunden. Der Forschungszweig der Sprachtechnologien befasst sich insbesondere mit der Erstellung und Nutzung von Sprachressourcen wie Korpora und entwickelt Werkzeuge nicht nur zur Untersuchung von Sprachen und Sprachvarietäten, sondern auch zur graphischen Darstellung linguistischer Informationen.
Dem wissenschaftlichen Wachstum des Instituts folgte in jüngerer Zeit eine Erweiterung der methodischen Ansätze und der Themen, mit denen es sich auseinandersetzt. Eine zentrale Rolle nehmen dabei das Terminologie- und Wissensmanagement ein, die sich mit der effizienten Nutzung von Wissen in Unternehmen befassen. Zudem haben verschiedene Veranstaltungen, Veröffentlichungen, die Zusammenarbeit mit Partnern im In- und Ausland und die zunehmende Tätigkeit in den Bereichen Fortbildung und Beratung dazu beigetragen, dass das Institut seine Position innerhalb der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft festigen konnte.
Die Projekte des Instituts lassen sich drei Forschungsschwerpunkten zuordnen: