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EURAC und Südtiroler Naturmuseum machen Matschertal zum Forschertreffpunkt

Tag der Artenvielfalt und Forschungswoche: Wissenschaftler aus dem In- und Ausland erforschen Tier-und Pflanzenwelt im Tal.


Das Matschertal im Obervinschgau ist für die Forschung besonders interessant: Der Vinschgau und damit auch Matsch zählen zu den trockensten Gebieten des Alpenraumes. Betrachtet man die absehbaren Folgen des Klimawandels, zeigt sich im Matschertal bereits heute, womit auch in anderen Gebieten in Zukunft gerechnet werden muss. Gleichzeitig vereint es mit Zirben- und Lärchenwäldern, sowie mit Weiden und Mähwiesen verschiedene Lebensräume von Pflanzen und Tieren in einem Tal, die auch für andere alpine Bergregionen typisch sind. Die EURAC und das Südtiroler Naturmuseum haben in diesen Tagen Biologen, Zoologen und Ökologen aus dem In- und Ausland nach Matsch geholt. Auftakt war der Tag der Artenvielfalt, im Anschluss daran startete eine Forschungswoche, in der Experten das Matschertal noch bis Donnerstag nach Tier- und Pflanzenarten durchforsten und diese bestimmen. Über die Bestandsaufnahme hinaus gehen sie der Frage nach, wie sich verschiedene klimatische Bedingungen und die menschliche Landnutzung auf die Artenvielfalt auswirken.

Für die Forschungswoche hat die EURAC Experten aus Österreich, Schweiz, Deutschland, Italien sowie Forscherkollegen vom Südtiroler Naturmuseum ins Matschertal eingeladen. Die insgesamt 30 Biologen, Zoologen und Ökologen untersuchen die Artenvielfalt von Insekten, Spinnentieren, Schlangen und Amphibien, sowie von Gefäßpflanzen, Moosen und Flechten an ausgewählten Standorten im Tal, die unterschiedliche Lebensräume auf verschiedenen Meereshöhen repräsentieren: Trockenweiden, Mähwiesen, Lärchenwälder, Zirbenwälder sowie den Saldurbach. Neben den Tier- und Pflanzengruppen erfassen sie gleichzeitig die verschiedenen Charakteristiken der jeweiligen Erhebungsorte wie zum Beispiel die Temperatur, Bodenfeuchte oder Sonneneinstrahlung. Ziel ist es zu verstehen, wie klimatische Veränderungen und das Eingreifen des Menschen in Form von landwirtschaftlicher Nutzung die Artenvielfalt im Alpenraum beeinflussen.
So sind die kleinsten Lebewesen, die die Forscher in dieser Woche einfangen, wenige Millimeter große Milben. Samt Streu werden sie an die biologische Fakultät der Universität Innsbruck gebracht, wo die Wissenschaftler sie dann eingehend untersuchen und bestimmen. Spinnen, Käfer und andere Insekten, die in die von den Forschern ausgelegten Becherfallen krabbeln, werden gleich vor Ort untersucht. Eigens für die Forschungswoche haben die EURAC-Forscher im Matschertal ein vorübergehendes Labor mit Mikroskopen, Lupen und Bestimmungsliteratur eingerichtet, um die eingefangenen Tiere und gesammelten Pflanzen genau ermitteln zu können. „Wir wollen in dieser Woche nicht nur eine Inventur im Matschertal vornehmen, sondern auch erklären, wie Standortsparameter mit Artenvielfalt zusammenhängen“, erklärt die EURAC-Biologin Ulrike Tappeiner. „Das Besondere am Matschertal ist, dass wir hier auf engem Raum viele verschiedene Lebensräume mit entsprechendem Mikroklima erforschen können: Wir haben von 1000 bis 3700 Metern Höhe alle typischen Höhenstufen einer Bergregion. Gleichzeitig haben wir landwirtschaftlich genutzte und bewässerte Flächen neben trockenen Wiesen, Lärchen- und Zirbenwäldern, sowie einen Gletscher, dem auch die Weißkugel angehört, und den daraus abfließenden Saldurbach“, so Tappeiner. Die EURAC erforscht bereits seit mehreren Jahren die Folgen des Klimawandels im Matschertal. Unter anderem haben die Forscher 17 Klimamessstationen im ganzen Tal installiert, die fortlaufend Werte wie Temperatur, Niederschlagsmenge oder Wind messen. Die Forschungsarbeit der EURAC mit lückenlosen und umfassenden Datenreihen war auch ausschlaggebend, dass das Tal als Beobachtungsgebiet in das renommierte internationale Netzwerk für langfristige ökologische Forschung LTER aufgenommen wurde. „Für die globale Datenbank brauchen wir nicht nur fortlaufende klimatische Messdaten, sondern auch Erhebungen, die wir selbst vor Ort im Feld vornehmen – ein aufwendiges Unterfangen, das wir in dieser Forschungswoche angehen“, sagt Tappeiner. 
Mit den Ergebnissen rechnen die EURAC-Forscher im Herbst dieses Jahres. Die in der Forschungswoche erhobenen Daten fließen auch in die Datenbanken des Naturmuseums Südtirol und des LTER-Forschungsnetzwerks ein und werden somit für Wissenschaftler weltweit zugänglich und vergleichbar.


Für weitere Informationen: Veronika Fontana, Tel. 0471 055309


27.06.2016


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