​​​​​​​​​​​​​​​​​​Youtube.jpgFacebook_2015.pngTwitter.jpg​​​​Linkedin ​JOB​​S​​CALLS​​​​​​​​PR​ESS​​​​​​RESTRICT​ED AREA
Skip Navigation LinksHome > Willkommen > Forschung > Projekte > projectdetails
projectdetails

 ProjectDetail

Klimawandel - Auswirkungen des Klimawandels auf Alpine Ökosysteme Projektbeschreibung Untersuchungsgebiet Forschungsthemen Wissenschaftliche Publikationen Öffentlichkeitsarbeit Projektbeschreibung

Förderung 2008-2011: Autonome Provinz Bozen-Südtirol
Laufzeit: 2008-2018 
Kontakt: Ulrike Tappeiner, Georg Niedrist

 

Hintergründe

Im Großraum Alpen ist in den letzten hundert Jahren eine Erwärmung um 1,5 °C ermittelt worden (zum Vergleich: globale Erwärmung im selben Zeitraum 0,7 °C). Höhere Temperaturen, höhere CO2-Konzentrationen in der Luft, eine verstärkte Klimavariabilität und eine unsichere Niederschlagsentwicklung werden auch Südtirol zunehmend beeinflussen. Bis 2050 dürfte in Südtirol die Temperatur um 2 Grad Celsius zunehmen, die Winterniederschläge um ca. 10 % zu- und die Sommerniederschläge um ca. 15 % abnehmen. Es ist daher vor allem während der Vegetationsperiode mit zunehmend trockenen Verhältnissen zu rechnen. Eine weitere Steigerung wird bis zu den 2080er Jahren zwischen 2.9°C und 4.9°C angegeben. Alle Klimamodelle zeigen eine höhere Temperaturzunahme während des Winters und Sommers als in den Übergangszeiten. Auch zeichnet sich mit zunehmender Höhenlage eine stärkere Erwärmung ab. Die Temperaturzunahme wird im Winter zu einem Anstieg der Schneefallgrenze, im Sommer zu einer Erhöhung der potentiellen Verdunstung und einer durchschnittlich leichten Verknappung der Wasserressourcen führen. Diese überdurchschnittlich starke Erwärmung, verbunden mit einer hohen Empfindlichkeit alpiner Ökosysteme sowie den an sie gebundenen gesellschaftlichen Sektoren sowohl gegenüber Änderungen in der Landnutzung als auch gegenüber Wetter- und Klimaschwankungen macht den Alpenraum zu einer der anfälligsten Regionen in Europa

Ziel des Projektes "Klimawandel in Südtirol" ist es, die Anfälligkeit Südtirols gegenüber dem Klimawandel und extremen Wetterereignissen zu untersuchen sowie die interdisziplinäre Forschung in Südtirol im Bereich Klimawandel und Klimafolgenforschung auszubauen.

 

Methodik

In drei Forschungsschwerpunkten (Fernerkundung, Ökohydrologie und Tourismus) sollen hierzu die Methoden zur Erfassung und Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels entwickelt, verbessert und verknüpft werden und in Fallstudien im Land Südtirol angewandt werden.

Über diese Forschungsschwerpunkte hinaus soll in einem umfassenden Bericht die Anfälligkeit (Vulnerabilität) des Landes Südtirol gegenüber dem Klimawandel bewertet werden. Hierzu sollen neben den Ergebnissen der Fallstudien Ergebnisse von Expertenbefragungen und Workshops, die in enger Kooperation mit der Landesverwaltung durchgeführt werden, einfließen. Dieser Bericht könnte der Auftakt für die Entwicklung einer übergreifenden Anpassungsstrategie des Landes werden.

 

Mitarbeiter

  • Giacomo Bertoldi
  • Stefano Della Chiesa
  • Verena Hell
  • Georg Leitinger
  • Georg Niedrist
  • Nikolaus Obojes
  • Ulrike Tappeiner
  • Erich Tasser

 

Projektpartner

Das Projekt wird vom Bereich Nachhaltige Entwicklung (Institute für Angewandte Fernerkundung, Alpine Umwelt sowie Regionalentwicklung und Standortmanagement) in enger Kooperation mit der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, der Universität Innsbruck, der Universität Trient, sowie der Duke University (USA) durchgeführt.

Untersuchungsgebiet

Das Vinschgauer Matschertal eigente sich sehr gut als Untersuchungsgebiet über Folgen des Klimawandels:

  • Trockenheit: Mit durchschnittlich 525 mm/Jahr (1500 m ü. NN) ist das Matschertal eines der trockensten Gebiete im Alpenraum. Hier zeigt sich bereits, womit in anderen Gebieten in Zukunft gerechnet werden muss.
  • Landnutzung: Matsch wird vorwiegend bäuerlich genutzt und stellt einen alpen-typischen Lebensraum dar . Von intensiv genutztem Grünland über Magerrasen, Weiden und Lärchwiesen sind sämtliche typischen Nutzungstypen der Berglandwirtschaft vertreten.
  • Topographie: Das Tal erstreckt sich vertikal von ca. 1000 m (Talausgang bei Schluderns) bis 3700 m Meereshöhe (Weißkugel) und rapräsentiert daher alle typischen Höhenstufen einer Bergregion. Außerdem eignet sich der Taleingang bei Muntatschinig aufgrund des homogenen Geländes gut für die Transplantation von Graslandbeständen entlang eines Höhentransekts.
  • Geschlossenes Wassereinzugsgebiet: Im Gegensatz zu anderen Vinschgauer Seitentälern wird dem Matschertal bis jetzt erst im unteren Teil Wasser für die Stromgewinnung abgeleitet. Dies erleichtert wesentlich die Parametrisierung von hydrologischen Modellen.
  • Vergletscherung: Die Anwesenheit eines Gletschers im Untersuchungsgebiet ermöglicht wertvolle Untersuchungen über die Rolle des Gletscherabflusses am Gesamtwasserhaushalt eines typischen inneralpinen Trockentales

 

Forschungsthemen

Ertrag und Bodenwasserhaushalt von Mähwiesen

2010 wurden insgesamt 33 Mähwiesenbestände (sog. Mesokosmen) 500 Höhenmeter nach unten versetzt und damit bei gleichen Standortvorausaussetzungen (Bewirtschaftung, Hangneigung…) +3 – +3,5°C wärmeren Bedingungen ausgesetzt. Diese Temperaturerhöhung entspricht den mittleren Prognosen für den Südalpenraum für das Jahr 2100. Die transplantierten Bestände werden hinsichtlich Boden-Wasserhaushalt, Grünlandertrag und Biodiversität untersucht. Erste Ergebnisse zeigen eine deutliche Ertragszunahme bei Beständen, die herabgesetzt wurden. Es scheint, dass die Auswirkungen des Klimawandels in den Übergangsjahreszeiten (Frühjahr und Herbst) sowie in der montan-subalpinen Stufe am ausgeprägtesten sind.

Nähere Informationen bei Georg Niedrist

Wasserhaushalt und Baumwachstum im Bergwald

Ergänzend zu den bisherigen Untersuchungen in Graslandökosystemen startet 2012 ein Projekt zur Erforschung der Auswirkungen von Temperatur und Trockenstress auf Verdunstung und Wachstum zweier wichtiger Baumarten im Bergwald, der Lärche (Larix decidua) und der Zirbe (Pinus cembra). Gemessen wird die Verdunstung über den Saftstrom der Bäume, das Dickenwachstum mit Hilfe von Dendrometern. Unterschiedliche klimatische Bedingungen, welche auch durch entsprechende Sensorik aufgezeichnet werden, ergeben sich durch fünf Messflächen in unterschiedlicher Höhenlage (1000 bis 2000 m) und Exposition (S bis SE und NW). Speziell auf den tiefsten und dementsprechend wärmsten und trockensten Standorten wird eine Einschränkung der Verdunstung und des Wachstums der Bäume erwartet. Die Ergebnisse der Studie liefern zusätzlich Inputdaten zur Weiterentwicklung und Validierung eines Gebietswasserhaushaltsmodells für das Matscher Tal.

Nähere Informationen bei Nikolaus Obojes

Landnutzung und Biodiversität

Basierend auf historischen Karten und Luftbildern ist es möglich die Landnutzung des Matscher Tales bis in die Mitte des 19.Jh zurückzuverfolgen. Vergleiche zwischen historischer und aktueller Landnutzung ermöglichen interessante Rückschlüsse auf sozio-ökonomische und ökologische Entwicklung eines Tales und ermöglichen darüber hinaus Szenarien für die Zukunft abzuleiten.

Die Landnutzung ist außerdem eine der wichtigsten Einflussgrößen auf die Biodiversität (Artenvielfalt). Bisherige Untersuchungen zeigen eine ausgesprochen hohe Vielfalt im Matschertal, die sowohl auf die speziellen klimatischen Bedingungen als auch auf traditionell extensiv bewirtschaftete Flächen zurückzuführen ist. Allerdings zeigt sich, dass gerade diese wertvollen Flächen durch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft bedroht oder teilweise schon ganz verschwunden sind, wie beispielsweise im Bereich der Kalten Wiesen.

Fließgewässer

Modellierung von Klimawandelfolgen

Wissenschaftliche Publikationen

Bücher

 

 

peer-reviewed Artikel

  • PASOLLI, L., NOTARNICOLA, C., BRUZZONE, L., BERTOLDI, G., DELLA CHIESA, S., HELL, V., NIEDRIST,  G., TAPPEINER, U., ZEBISCH, M., DEL FRATE, F. and VAGLIO LAURIN, G. (2011): “Estimation of Soil Moisture in an Alpine Catchment with RADARSAT2 Images,” Applied and Environmental Soil Science, vol. 2011, Article ID 175473, 12 pages, 2011. doi:10.1155/2011/175473

Präsentationen (ausgewählte):

  • BERTOLDI, G., DELLA CHIESA, S., ENDRIZZI, S., NIEDRIST, G., RIST, A., NOTARNICOLA, C., LEITINGER, G., TASSER, E. TAPPEINER, U. (2010): Towards Alpine ecohydrology: GEOtop model applications. Institute of Meteorology and Climate Research, Garmisch-Partenkirchen, Germany, 21.05.2010.
  • BERTOLDI, G., NOTARNICOLA, C., LEITINGER, G., ENDRIZZI, S., ZEBISCH, M., DELLA CHIESA, S., TAPPEINER, U. (2010): Using Landsat land surface temperature to assess the spatial consistency of a distributed hydrological model in alpine environments. EGU 2010, 02 – 07.05.2010 Vienna, (AT). 
  • DELLA CHIESA, S., BERTOLDI, G., WOHLFAHRT, G., RIST, A., NIEDRIST, G., ALBERTSON, J. D., TAPPEINER, U. (2010): Modelling vegetation dynamics for Alpine meadows. Die VI. Tagung Zoologische und botanische Forschung in Südtirol, 02-03.09.2010 Naturmuseum Bozen, (I).
  • TAPPEINER, U. (2009): Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt im Alpenraum, 01.12.2009, A.L.S. Weinbau-Seminar, Lichtenstern am Ritten (I).

Poster (ausgewählte):

  • BERTOLDI, G., DELLA CHIESA, S., NIEDRIST, G., RIST, A., TASSER, E. TAPPEINER, U. (2010): Space-time evolution of soil moisture, evapotranspiration and snow cover patterns in a dry alpine catchment: an interdisciplinary numerical and experimental approach. EGU, 02-07.05.2010, Wien (AT).
  • BERTOLDI, G., DELLA CHIESA, S., NIEDRIST, G., RIST, A., PETITTA, M., TASSER, E., TAPPEINER, U. (2009): Climate Change in South Tyrol: Modeling and Experimental Approach to Estimate Eco-Hydrological Impacts in a Dry Alpine Valley. Environment, Including Global Change, 5-9.10.2009, Palermo (I).
  • NIEDRIST, G., BERTOLDI, G., DELLA CHIESA, S., HELL, V., TASSER, E. and TAPPEINER, U. (2011): Transplantation experiments in an inner-alpine dry valley to predict Climate Change effects on agriculturally used grassland ecosystems. EGU, 04.-08.04.2011, Vienna (AT).
  • TAPPEINER, U., NIEDRIST, G., BERTOLDI, G., DELLA CHIESA, S., LEITINGER, G., HELL, V., TASSER, E. (2010) Water scarcity in mountain ecosystems: Climate Change in South Tyrol: Modeling and Experimental Approach to Estimate Eco-Hydrological Impacts. LTER-Austria conference, 02.11.2010,  Vienna (AT).

 

Öffentlichkeitsarbeit

Fernsehbeiträge

Veranstaltungen (ausgewählte)

  • NIEDRIST, G., TAPPEINER, U., TASSER, E. (27.04.2011): Forschung zum Klimawandel im Matscher Tal: Hintergründe – Ergebnisse – Perspektiven. Informationsabend für die Bevölkerung von Matsch, Matsch.

Zeitungsartikel (ausgewählte)

​​​

​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​QUICK LINKS
ANERKENNUNGEN

 
WIE SIE UNS ERREICHEN

EURAC_map.jpg
 
KONTAKT

Viale Druso, 1 / Drususallee 1
39100 Bolzano / Bozen - Italy
Tel: +39 0471 055 055
Fax: +39 0471 055 099
Email: info@eurac.edu
Partita IVA: 01659400210
Newsletter​           P​rivacy
Host of the Alpine Convention