Landschaftsstrukturanalyse - Vergleichende Analyse der unterschiedlichen Landschaftsentwicklungen und der dafür verantwortlichen Faktoren
Projektbeschreibung

Laufzeit: 2001 - 2015
Kontakt: Erich Tasser

 

Hintergründe

Die Landschaft wird nicht nur von natürlichen Standortfaktoren geprägt, sondern auch vom Einfluss des Menschen. Besonders in den sehr dicht bewohnten Gebieten ist das Aussehen und die Qualität der Landschaft sehr eng an die politische, wirtschaftliche und demographische Entwicklung der Region gebunden. Im besonderen Maß trifft dies auch für die Kulturlandschaft im Alpenraum zu.

In der offenen Landschaft wirken sich menschliche Eingriffe insbesondere in Form der Land- und Forstwirtschaft, den Freizeitaktivitäten und dem Siedlungsbau aus. Das menschliche Tun schlägt sich dabei in verschiedenster Form auf die Landschaft nieder: Verarmung an  landschaftlicher Strukturen, harte Trennlinien, Verwaldung, Zerstörung naturnaher Lebensräume, Monotonisierung des Erscheinungsbildes, Zersiedlung usw..

 

Methodik

Das Projekt baut auf den Ergebnissen des EU-Forschungsprojektes SUSTALP auf. Ein zentrales Ergebnis dieses Projektes ist die Klassifizierung des gesamten Alpenbogens in acht einheitliche Agrarstrukturregionen. Grundlage dafür bildeten verschiedene sozioökonomische und ökologische Indikatoren auf Gemeindeebene. Diese Regionen bilden die Basis der vergleichenden Landschaftsanalyse. Im Detail werden dabei folgende Ziel verfolgt:

  • Identifizierung der wichtigsten Indikatoren zur Beschreibung und Darstellung der aktuellen und historischen Entwicklung (Landwirtschaft, Siedlungsentwicklung und Abwanderung, Ausdehnung der industriellen Erwerbstätigkeit, usw.)
  • Erstellung der Wirkungsketten zwischen der Landschaftsveränderung und wichtigen Einflussgrößen
  • Vergleichende Analyse der regional unterschiedlichen Entwicklung
  • Ausblick auf das mögliche künftige Erscheinungsbild der Landschaft in den Pilotgebieten

Über einen Vergleich von Luftbildern, Orthophotos und historischen Photos (ab 1860) wird dazu die landschaftliche Entwicklung erhoben. Bisher wurden jeweils 5-6 Gemeinden aus insgesamt 10 Regionen bearbeitet. Die Bearbeitung weitere Strukturregionen in Österreich, Deutschland und Slowenien ist geplant.

 

Projektpartner

  • Institut für Ökologie, Universität Innsbruck
  • Amt für überörtliche Raumordnung, Autonome Provinz Bozen-Südtirol
  • Landesforstdirektion, Land Tirol
  • TU München
  • Tiroler Landesbaudirektion, Abteilung Vermessung und Geologie, Land Tirol
  • Tiroler Landwirtschaftskammer, Land Tirol
  • Università di Venezia
  • Universität Göttingen
  • Universität Würzburg

 

Ausgewählte Publikationen

  • Tasser E. (2002) Prettau und der Wandel der Landschaft. In: Tauernfenster, Mitteilungsblatt der Gemeinde Prettau
  • Tappeiner U., Tappeiner G., Hilbert A., Mattanovich E. (2003) The EU Agricultural Policy and the Environment. Blackwell, Berlin.
  • Schellenberg K., Tasser E. (2005) Landschaft in Vergangenheit und Zukunft - FOCUS Artikel für die Homepage der EURAC.
  • Tappeiner U., Tasser E., Walde J., Tappeiner G. (2005) Land-use changes in the European Alps: effects of historical and future scenarios of landscape development on ecosystem services. Online auf: http://mri.scnatweb.ch/.
  • Tappeiner U, Tasser E, Leitinger G, Tappeiner G (2006). Landnutzung in den Alpen: historische Entwicklung und zukünftige Szenarien. In:
  • Psenner R, Lackner R (eds) Die Alpen im Jahr 2020. Alpine Space - Man & Environment Vol.1, pp.23-39. Innsbruck, University Press.
  • Tasser E., Teutsch A., Noggler W. & Tappeiner U. (2007) Land-use changes and natural reforestation in the Eastern Central Alps.
  • Agriculture, Ecosystems and Environment 118: 115–129.

Landschaftsstrukturanalyse - Vergleichende Analyse der unterschiedlichen Landschaftsentwicklungen und der dafür verantwortlichen Faktoren
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