ProVision - Werkzeuge für Modelle einer nachhaltigen Wirtschaft
Projektbeschreibung

Förderung: Förderprogramm proVISION, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Österreich
Laufzeit: 2008-2011
Kontakt: Erich Tasser

 

Hintergründe

Erweiterungen und Ergänzungen des Systems der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung sind nötig, um dieses Rechenwerk als sinnvolles Monitoring- und Analyse-Werkzeug in einer nachhaltigen Wirtschaft zu verankern. Für Österreich liegen zwar erweiterte Kennzahlen von Wohlstand und Lebensqualität vor, jedoch wurde deren Verortung im Raum bisher außer Acht gelassen und der ländliche Raum blieb völlig unberücksichtigt. Was fehlt, ist ein Werkzeug – besser gesagt, eine Werkbank mit fein aufeinander abgestimmten Spezialwerkzeugen – um Kernfragen der nachhaltigen Entwicklung in einem räumlichen Kontext zu untersuchen. Zudem fanden Veränderungen der belebten natürlichen Umwelt bislang nur ungenügend Eingang in die Wohlstandsmessung.
Die konkreten Forschungsfragen werden im Rahmen eines partizipativen Prozesses formuliert, in den nationale und internationale Gutachterinnen und Gutachter eingebunden sind. Auf Fragen, die bisher in der Nische der Nachhaltigkeitsforschung behandelt wurden, sollen überzeugende Antworten geliefert werden, die auch für andere Forschungsfelder relevant sind. Anwendungsfelder und exemplarische Fragestellungen sind:

  • Politikberatung: Wie wirken sich Maßnahmen des Programms der Ländlichen Entwicklung auf Indikatoren der Biodiversität und auf die Wertschöpfung in verschiedenen Sektoren aus?
  • Nachhaltiger Konsum: Unterscheiden sich die Reaktionen ländlicher und nicht-ländlicher Haushalte, wenn Anreize für einen nachhaltigen Konsum wirksam werden?
  • Biodiversität und Flächenkonkurrenz: Wie groß wird der Druck auf wirtschaftlich 'marginale', ökologisch aber 'wertvolle' Flächen, wenn vermehrt Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen im Inland erzeugt werden?
  • Klimaänderung: Welche kleinräumigen Auswirkungen auf Flächennutzungen und Nährstoff-, Kohlenstoff- und Wasserkreisläufe sind in zwei bis drei Jahrzehnten zu erwarten?

 

Methodik

Ein zentrales Ziel des Forschungsvorhabens ist es, auf regionaler Ebene Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Umwelt zu beschreiben, zu messen und aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit ökonomisch sowie ökologisch zu bewerten. Dazu werden das Agrarsektormodell PASMA und das makroökonomische Modell PROMETEUS mit bio-physikalischen Umweltindikatoren ergänzt. Der methodische Ansatz ist die integrierte Modellierung von ökonomischen und ökologischen Zusammenhängen unter Einsatz von Indikatoren der Biodiversität. Die Nutzung der Fläche durch den Menschen ist die wichtigste Schnittstelle, an der die im Projekt eingesetzten Modelle und Methoden ansetzen. Das Untersuchungsgebiet ist ganz Österreich mit möglichst tief disaggregierter Betrachtungsebene (Ziel ist die Gemeindeebene).

 

Mitarbeiter

Erich Tasser

 

Partner

  • Institut für Meteorologie, Universität für Bodenkultur (BOKU)
  • Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika, Österreichische Akademie der Wissenschaften
  • Institut für Botanik, Universität Innsbruck
  • Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO)
  • Institut für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Universität für Bodenkultur (BOKU)
  • Institut für Ökologie, Universität Innsbruck

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