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EURAC dokumentiert historische Gebäude in Südtirol
Start der Bestandsaufnahme für „Gebäudeatlas“ – Überblick über Bauweisen, Sanierungen und Energiebilanz. 

Historische Gebäude verbrauchen nicht unbedingt mehr Energie als jüngere Bauten; Doch gibt es wenig Informationen darüber, wie hoch genau der Energieverbrauch beispielsweise von Bauernhöfen, Laubenhäusern oder historischen ländlichen Ansitzen ist. Die Energieexperten der EURAC starten nun mit einer systematischen Bestandsaufnahme. Ziel ist es, eine Art Atlas historischer Gebäude in Südtirol zu erstellen, der Architekten, Planern und Gebäudeeigentümern die verschiedenen Bauweisen vermittelt, Strategien zur Energieeinsparung darlegt und gelungene Beispiele von Sanierungen präsentiert.       

In Südtirol stellen die Bauernhöfe den größten Anteil an denkmalgeschützten Gebäuden, gefolgt von nicht-freistehenden städtischen Wohnhäusern wie beispielsweise den Laubenhäusern. Vor allem Häuser aus diesen beiden Gebäudegruppen werden die Energieexperten der EURAC nun systematisch dokumentieren. Daneben erfassen sie jedoch auch freistehende ländliche Ansitze, historische Hotels und Gasthäuser sowie denkmalgeschützte Schulen und weitere historische Gebäude. 
„Energie war auch früher schon kostbar. So gibt es bei historischen Gebäuden manchmal intelligente Lösungen zur Energieeinsparung, sowohl in der Bauweise – Laubenhäuser etwa sind so kompakt gebaut, dass ihre Außenfläche minimal ist –, als auch in der Art der Nutzung: Beheizt wurde zum Beispiel nur der Wohnraum“, erklärt die Energieexpertin Dagmar Exner von der EURAC. Gemeinsam mit ihren Forscherkollegen arbeitet sie nun an einer Datenbank für historische Gebäude in Südtirol. Der Atlas soll Informationen zu verschiedenen Aspekten systematisch und einheitlich aufbereiten: Bauweise, verwendete Materialien, Konstruktionsdetails, energetische Sanierungen und Energiebilanz. So sollen rund hundert historische Gebäude repräsentativ für Südtirol dokumentiert und Beispiele für gelungene Sanierungen dargestellt werden. 
Unterstützung bei den bisherigen Recherchen erhalten die Forscher vom Amt für Denkmalpflege. Für die Datensammlung arbeiten die EURAC-Wissenschaftler außerdem eng mit der Südtiroler Architekturstiftung und der KlimaHaus Agentur zusammen.
Der Atlas richtet sich an Architekten, Planer, Denkmalschützer und Gebäudeeigentümer und soll sie bei der energetischen Sanierung von historischen Gebäuden unterstützen.
„Wir starten in diesen Tagen mit der Bestandsaufnahme. Gerne nehmen wir auch Vorschläge an – die Gebäude müssen dazu nicht formal unter Denkmalschutz stehen“, so Exner.


12.07.2016
Image: istockphotos/aprott

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