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Migranten in den Alpen: Vom Ort der Ausgrenzung zum Zufluchtsort
Forscher stellen am Brenner eine Publikation zur Migration in Italien, Österreich und der Schweiz vor.

Je nachdem wie man Migrationsströme reguliert, wie Sozial- und Eingliederungspolitik umgesetzt und die Aufnahme von Asylbewerbern und Flüchtlingen gesteuert werden, können die Alpen ein Zufluchtsort oder ein Ort der Ausgrenzung für Zugewanderte sein. Mit diesem Thema befasst sich die Publikation „Alpine Refugees“, die mit Unterstützung von Euricse, dem Kanton Graubünden und dem Wiener Institut für betriebswirtschaftliche und arbeitsorientierte Beratung (BAB) veröffentlicht wurde. Die Publikation wurde heute Nachmittag im Plessi-Museum am Brenner in Anwesenheit der Herausgeber Giulia Galera (Euricse), Andrea Membretti (Eurac Research), Manfred Perlik (Universität Bern) und Ingrid Machold (BAB-Institut) vorgestellt.

Insgesamt 38 Forscher des grenzüberschreitenden Netzwerks „ForAlps - Foreign immigration in the Alps“ (www.foralps.eu) haben am Sammelband mitgearbeitet. Ziel der Publikation ist es, die Migrationsfrage in ein anderes Licht zu rücken und die Rolle von Zugewanderten in Bergregionen und ländlichen Gebieten in einem Ländervergleich zu beleuchten.

Laut den Autoren sind die Alpen seit jeher ein Abwanderungsgebiet, Menschen bewegen sich jedoch zunehmend auch innerhalb der Alpen oder immigrieren aus dem Ausland, vor allem aus Osteuropa und Afrika. „Zugewanderte aus dem Ausland lassen sich unterscheiden in Arbeitsmigranten, die freiwillig zu uns kommen und in Asylbewerber und Flüchtlinge, die gezwungenermaßen zu sogenannten ‚neuen Bergbewohnern‘ werden. Während es Arbeitsmigranten im Alpenraum seit mindestens 20 Jahren gibt und diese ganze lokale Produktionssysteme aufrechterhalten, wie etwa Forstwirtschaft, Bauwesen oder Tourismus, sind Asylbewerber und Flüchtlinge ein jüngeres und selteneres Phänomen, das dennoch die meiste mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Unterscheidung zwischen Arbeitsmigranten und Asylbewerbern/Flüchtlingen ist angesichts der dramatischen Situation in den Herkunftsländern immer weniger klar“, erklärt Andrea Membretti von Eurac Research, Mitherausgeber der Publikation.

Betrachtet man die Zahlen, so waren am 1. Januar 2017 rund 350.000 Ausländer in den italienischen Alpen ansässig. In der Region Trentino Alto Adige waren zum selben Zeitpunkt mehr als 90.000 Ausländer ansässig, das entspricht in etwa neun Prozent der Bevölkerung. Asylbewerber und Flüchtlinge werden in dieser Berechnung nicht berücksichtigt, da es sehr schwierig ist, ihre Anzahl zu erfassen. Die Autoren bezogen sich auf die Bewohner der Flüchtlingseinrichtungen: Im Jahr 2016 wurden in Italien 125.000 Asylbewerber registriert, davon hielten sich geschätzte 13.000 Asylbewerber in den italienischen Alpen auf.

Im Ländervergleich zwischen Österreich, Italien und der Schweiz zeigen sich viele Ähnlichkeiten: In allen Berggebieten steigt die Zahl der Ausländer, insbesondere aufgrund der Anforderungen des Arbeitsmarktes, aber auch infolge der nationalen Umverteilungspolitik auf Berggebiete. Alle drei Staaten haben Schwierigkeiten eine Migrationspolitik einzuführen, die Zugewanderte langfristig in die Gesellschaft integriert und dadurch die Berggebiete wiederbelebt. Hier sind die Erfahrungsbeispiele vielfältig: „Neben fragwürdigen Initiativen, die zu schwerer sozialer Ausgrenzung geführt haben, gibt es auch einige wertvolle Initiativen, durch die es gelungen ist, die Kosten für die Flüchtlingsaufnahme als Investition in künftige Arbeitskräfte umzuwandeln“, so das Fazit von Giulia Galera von Euricse.

Zugewanderte, so die Forscher des ForAlps-Netzwerks, stellen nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in soziokultureller Hinsicht, eine Ressource und ein enormes Potenzial für den makroalpinen Raum dar, da sie zur Erneuerung der lokalen Gemeinschaft beitragen können. Laut den Autoren sei die Rückkehr der Alpengrenzen eine direkte Bedrohung für die europäische EUSALP-Strategie, die auf freien Verkehr von Waren, Ideen und Personen zwischen den Alpengebieten beruht, sowie für die Entwicklung des europäischen Aufbauwerks.

Die Publikation „Alpine Refugees“ kann auf der Webseite www.cambridgescholars.com/alpine-refugees erworben warden.

Für weitere Informationen: anna.silbernagl@eurac.edu

14.11.19
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