EURAC-Mumien-Studie im National Geographic erschienen
EURAC-Mumien-Studie im National Geographic erschienen

EURAC-Institut für Mumien und den Iceman enthüllt Geheimnis der bekanntesten Mumie Siziliens

 

In 30 Sprachen erscheint am 26. Jänner die neue Ausgabe des renommierten Magazins National Geographic mit der Reportage „Eine Siesta auf ewig“. Dafür hat National Geographic die EURAC-Mumienforscher Albert Zink, Leiter des EURAC-Institutes für Mumien und den Iceman, und Dario Piombino-Mascali in die Kapuzinergruft nach Palermo begleitet. Das Magazin berichtet, wie die Forscher die Konservierungsmethode enthüllt haben, die den Körper einer Kindermumie unvergleichbar gut erhalten hat.

 

Rosalia Lombardo ist die bekannteste der ca. 2000 Mumien der Kapuzinergruft und gilt als touristische Attraktion. Sie ist im Alter von zwei Jahren 1920 an einer Lungenentzündung gestorben. Nach 88 Jahren ist ihr kindliches Gesicht noch so gut erhalten, dass selbst feinste Härchen zu erkennen sind. Eine Haarschleife hält ihre Haare zusammen und einige Locken fallen ihr in die Stirn. Ihr Anblick erweckt fast den Anschein als würde sie nur schlafen. Der Körper war durch eine eingespritzte chemische Substanz so gut erhalten geblieben. Die Zusammensetzung der Injektion war jedoch bislang unbekannt. Erst nachdem die EURAC-Wissenschaftler die Familiengeschichte des sizilianischen Einbalsamierers, Alfredo Salafia, rekonstruiert und lebende Nachfahren ausfindig gemacht hatten, konnten sie anhand einiger seiner Notizen die Zusammensetzung der Formel enthüllen. „Die Injektion bestand aus Formalin, Glyzerin, Zinksalze, Alkohol und Salizylsäure. Zusätzlich wurde das Gesicht mit in Äther aufgelöstes Paraffin behandelt, um es so natürlich wie möglich zu konservieren.“, erklärt der EURAC-Anthropologe Dario Piombino-Mascali.

 

National Geographic bezeichnet die Entdeckung der EURAC-Wissenschaftler als wichtigen medizin-historischen Meilenstein, weil die Lösung, die der Einbalsamierer Salafia 1920 verwendet hatte, zu den ersten Beispielen zählt, wo Formaldehyd in der menschlichen Einbalsamierung verwendet wurde. Im Laufe des Projektes haben sich die EURAC-Forscher auch Gedanken darüber gemacht, wie man den Leichnam von Rosalia Lombardo weiterhin konservieren kann. „Da wir nun wissen wie Rosalia Lombardo einbalsamiert wurde, arbeiten wir jetzt an einer Methode, mit der wir sie weiterhin konservieren und so vor dem Verfall schützen können.“, erklärt Albert Zink.

 

Neben der Reportage im Magazin, zeigt National Geographic Channel im US-Fernsehen am 3. Februar den Dokumentarfilm zu dem Projekt mit dem Titel „Italy’s mystery mummies“.

 

Für weitere Informationen:

Albert Zink, Tel. 0471 055 561

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