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Start für groß angelegte Studie zu Covid-19 in Südtirol
In einer gemeinsamen Studie erforschen Eurac Research, der Südtiroler Sanitätsbetrieb, der Psychologische Dienst des Gesundheitsbezirkes Brixen, das Institut für Allgemeinmedizin an der Claudiana, sowie ASTAT die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus in Südtirol. Die Studie „Covid-19 in Südtirol“ ist am heutigen 1. Juli vorgestellt worden. Die Ziele des großen Forschungsvorhabens sind: zum einen den Infektions- und Immunitätsstatus der Bevölkerung flächendeckend und repräsentativ zu erheben; zum anderen sollen die Erkrankung und ihre Mechanismen langfristig erforscht werden; und schließlich sollen anhand einer psychologischen Befragung die Verhaltensgewohnheiten und Belastungen in Zusammenhang mit Covid-19 ermittelt werden.
Eurac Research übernimmt die genetische Forschung im Rahmen der Studie und bewahrt die Proben der Covid-Patienten in der Biobank auf, um sie auch auf längere Sicht der Forschung zugänglich zu machen.
Gleichzeitig leitet das Institut für Biomedizin von Eurac Research einen Teilstrang der Studie, die so genannte CHRIS Covid-19-Studie.

Die CHRIS Covid-19-Studie: Hintergrund und Fragestellung
Wie viele Menschen im Vinschgau sind in Kontakt mit dem Corona-Virus gekommen? Laut Experten gibt es eine hohe Anzahl von asymptomatischen Infizierten in der Bevölkerung. Das bedeutet, dass es neben den diagnostizierten Covid-19-Fällen noch viel mehr Menschen geben könnte, die sich möglicherweise infiziert haben ohne es zu merken. Warum sind dennoch im Vergleich zu den anderen Bezirken Südtirols im Vinschgau außergewöhnlich wenige Fälle gemeldet worden? Viele Fragen rund um das neuartige Corona-Virus sind noch offen. Unter welchen Bedingungen Menschen anfälliger für eine Erkrankung sind, wie sich das Virus innerhalb einer Familie überträgt, wie schnell sich Menschen neu infizieren, wie lange man nach einer durchgemachten Erkrankung immun ist und wie sich die Krankheit langfristig auf den Gesundheitszustand auswirkt, will die CHRIS Covid-19-Studie im Vinschgau langfristig untersuchen.
Die Studie wird von Eurac Research in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb durchgeführt und greift auf die seit zehn Jahren bestehende CHRIS-Studie im Vinschgau zurück, an der mit 13.393 Personen ein Drittel aller Einwohner des Mittleren und Oberen Vinschgaus teilnehmen. Die CHRIS- Teilnehmer haben bereits viele entscheidende Daten zur Gesundheitsforschung beigesteuert: zum Lebensstil, zum Gesundheitszustand des Herzkreislauf-, des Nerven- und des Stoffwechselsystems. Blut- und Urinproben der Teilnehmer sind samt DNA-Proben in der eigens eingerichteten Biobank von Eurac Research in den Krankenhäusern von Bozen und Meran gelagert und damit auch für spätere Forschungsvorhaben noch zugänglich. „Für uns Forscher ist es ein außerordentlicher Glücksfall, dass wir dank der Teilnahme der Vinschgauer Bevölkerung auf diese wertvolle Ressource der CHRIS-Studie zurückgreifen und sie mit den neuen Daten aus der CHRIS Covid-19-Studie zusammenfügen können“, unterstreicht Peter Pramstaller, Leiter des Instituts für Biomedizin von Eurac Research. „Wir hoffen, dass wir auch in der CHRIS Covid-19-Studie wieder auf das Engagement der Vinschgauer zählen können. Dann wird es uns möglich sein, fundamentale Erkenntnisse zur Entwicklung der Erkrankung zu gewinnen.“   

Ablauf der Studie
Ab Mitte Juli 2020 werden alle 13.393 Teilnehmer der CHRIS-Studie und alle Personen, die mit ihnen zusammenwohnen, zur CHRIS Covid-19-Studie eingeladen, die aus drei Teilen besteht:
1.815 der CHRIS-Teilnehmer – per Zufallsprinzip und unabhängig vom Auftreten möglicher Krankheitssymptome ausgewählt - werden mittels persönlichem Brief dazu eingeladen, einen serologischen Test (Bluttest zum Nachweis von Antikörpern) und einen Nasen-Rachen-Abstrich (zum Nachweis des Virus) vorzunehmen. Die Tests werden vom Südtiroler Sanitätsbetrieb durchgeführt. Zusätzlich ist ein Fragebogen zum Gesundheitszustand online auszufüllen. Mit dieser so genannten Prävalenzstudie können die Forscher abschätzen, wie viele Menschen bisher mit dem Virus infiziert worden sind.
Alle 13.393 CHRIS-Teilnehmer und alle Personen (auch Minderjährige), die mit ihnen zusammenwohnen (rund 19.000 Menschen), werden ab Mitte Juli dazu eingeladen, online einen Fragebogen zu Symptomen auszufüllen. Die Teilnehmer, deren Angaben auf eine mögliche Covid-19-Erkrankung hinweisen, und ihre Familienmitglieder bzw. alle, die mit ihnen zusammenwohnen, werden dazu eingeladen, einen serologischen Test und einen Nasen-Rachen-Abstrich durchzuführen. Alle Personen, die ein negatives Profil haben (keine Symptome laut Fragebogen, die auf Covid-19 hinweisen oder negative Testbefunde), werden dazu eingeladen, für ein Jahr lang alle vier Wochen den Fragebogen auszufüllen, um das Auftreten neuer Symptome zu überprüfen.
Nachverfolgung – „Follow-up“ der positiv gestesteten Fälle: Um überprüfen zu können, wie lange eine Immunität besteht, werden alle Teilnehmer mit einem positiven Befund aus den beiden vorhergehenden Phasen der Studie gebeten, für ein Jahr lang alle drei Monate den serologischen Test zum Nachweis von Antikörpern zu wiederholen. Das ist wichtig, um zu verstehen, ob man nach einer Infektion wieder an Covid-19 erkranken kann und wie sich die Immunreaktionswerte im Laufe der Zeit entwickeln.
Durch die Studie haben alle Teilnehmer kostenlos die Möglichkeit, Klarheit über den eigenen Gesundheitszustand hinsichtlich Covid-19 zu gewinnen. Darüber hinaus leisten sie einen entscheidenden Beitrag für die allgemeine Bevölkerung, indem sie wertvolle Daten zur Covid-19-Forschung beisteuern.

Bedeutung der Studie
Um die Ausbreitung der Pandemie zu stoppen, haben viele Länder restriktive Maßnahmen bis hin zum Lockdown getroffen. Solche Maßnahmen sind weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich auf lange Sicht tragbar und umsetzbar. Eine Bevölkerungsstudie wie die CHRIS Covid-19-Studie kann viele wertvolle wissenschaftliche Erkenntisse zum Verhalten des Virus liefern. Sie ist ein wichtiges Instrument für Politiker und Entscheidungsträger und kann ihnen als Orientierung für Maßnahmen im Gesundheitswesen und im öffentlichen Bereich dienen.

Weitere Informationen auf der Homepage der CHRIS Covid-Studie: https://de.chris.eurac.edu/_startpage/chris-covid-19-studie/

Kontakt: Peter Pramstaller, T 0471 055501, peter.pramstaller@eurac.edu

01.07.2020
Foto: Credits Südtiroler Sanitätsbetrieb

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