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Mehrsprachigkeit: Dem Schatz auf der Spur
In einer einmaligen Studie untersuchen die Linguisten von Eurac Research, über welche sprachlichen Ressourcen Südtiroler Schüler verfügen und wie sie sie nutzen.

Wer eine neue Sprache lernt, lernt viel mehr als eine neue Sprache, darüber ist die Forschung sich einig: Er erwirbt gleichzeitig eine Menge Fähigkeiten, die es ihm ganz generell erleichtern, fremde Sprachen zu lernen und zu gebrauchen – sprachliche Bewusstheit, Flexibilität und Offenheit zum Beispiel. Die Summe all dieser Fertigkeiten nennt man Mehrsprachigkeitskompetenzen. Theoretisch wurden sie schon beschrieben, doch was bislang fehlt, sind Methoden, um den sprachlichen Reichtum in der Praxis fassbar zu machen. Diese Lücke will eine neue Studie von Eurac Research füllen: An Mittel- und Oberschulen aller drei Sprachgruppen werden die Forscher untersuchen, über welche Sprachenrepertoires die Schüler verfügen und wie sie sie einsetzen. Wertvoll sind die Ergebnisse unter anderem, um effiziente sprachenübergreifende Unterrichtsmethoden zu entwickeln. 

In einer immer vielfältigeren Gesellschaft gibt es auch immer mehr Menschen, die in ihrem täglichen Leben ganz selbstverständlich verschiedene Sprachen verwenden. Unabhängig davon, welche Sprachen oder Sprachvarietäten dies sind, entwickeln solche Menschen Fertigkeiten, die für den Umgang mit fremden Sprachen an sich sehr wertvoll sind: Flexibilität und Offenheit etwa, um sich auf anderssprachige Gesprächspartner einzustellen, ein Bewusstsein für Sprache und den Umgang mit ihr, einen aufmerksamen Blick für Unterschiede oder Ähnlichkeiten und vieles mehr. Mehrsprachigkeit bringt also ein Plus an kommunikativer Kompetenz, und sie zu fördern ist in Europa als bildungspolitisches Ziel offiziell anerkannt. 
Doch bisher kann man die sprachübergreifenden Fähigkeiten und Ressourcen, die Mehrsprachigkeit mit sich bringt, zwar theoretisch beschreiben (das Europäische Fremdsprachenzentrum in Graz hat dafür eine ganze Liste von Deskriptoren entwickelt), jedoch ist noch unklar, wie man sie empirisch erfasst. Was ihre gezielte Förderung schwierig macht, wie die Linguistin Dana Engel von Eurac Research erklärt: „Wenn man die Kompetenzen nicht in ihrer Gesamtheit erfassen und beschreiben kann – wie soll man dann wirkungsvolle Unterrichtsstrategien ausarbeiten, Lernziele definieren oder Fortschritte beurteilen?“ 
Für die Entwicklung einer effizienten „Mehrsprachigkeitsdidaktik“ – das heißt sprachübergreifender und sprachsensibler Unterrichtsmethoden, wie sie an vielen Südtiroler Schulen schon erprobt werden – sind die Ergebnisse der gerade anlaufenden Studie deshalb von großem Interesse. 

Im ersten Schritt werden die Forscher in zwölf ausgewählten Schulklassen (je zwei Mittel- und Oberschulklassen aller drei Sprachgruppen) eine detaillierte Befragung durchführen: Welche Sprachen nutzen die Schüler in welchen Lebensbereichen? Mit welchen sind sie groß geworden? In welchen fühlen sie sich am meisten zuhause? Anhand solcher und vieler anderer Fragen wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie vielfältig und umfangreich die Sprachenrepertoires der Schüler sind. Die sprachlich buntesten Klassen (je eine Mittel- und Oberschulklasse pro Sprachgruppe) werden danach in ein „Sprachendorf“ im Forschungszentrum Eurac Research eingeladen, wo verschiedene Situationen Mehrsprachigkeitskompetenzen von ihnen verlangen: Umschalten von einer Sprache auf eine andere etwa, Vermitteln zwischen Sprachen, Zurückgreifen auf bekannte Sprachen, um den Sinn eines Textes in einer unbekannten zu erkennen, und ähnliches mehr. Beobachtet von den Forschern, müssen die Schüler hier ihren ganzen sprachlichen Erfahrungsschatz ins Spiel bringen, all ihre Möglichkeiten ausschöpfen. Im Anschluss sollen sie beurteilen, wie sie zurechtgekommen sind: Die Wissenschaftler interessiert nämlich auch die Frage, inwieweit die Schüler sich ihres Potenzials bewusst sind. Erste Ergebnisse der Studie soll es im Sommer geben. 

31.01.2017

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