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Zweitsprachkompetenzen: Die Schule kann nicht alles lösen
Sprachforscherinnen von Eurac Research untersuchen nach sieben Jahren erneut, wie gut Südtiroler Oberschüler die zweite Sprache beherrschen – mit ernüchterndem Ergebnis.

Italienischsprachige Oberschüler, die gute Dialektkompetenzen besitzen, zeigen auch beim Schreiben im Deutschen gute Sprachkenntnisse. Bei den deutschsprachigen Schülern ist es das häufige Italienischsprechen außerhalb der Schule, das ihre Zweitsprachkompetenzen entschieden verbessert. Das zeigt, dass die Schulen zwar gefordert sind, dass jedoch vor allem die Alltagsrelevanz der Sprache und die sprachlichen Kontakte in der Freizeit ausschlaggebend sind. In den vergangenen Jahren haben sich die Zweitsprachkenntnisse der Südtiroler Oberschüler deutlich verschlechtert. Diese Ergebnisse sind Teil einer groß angelegten Studie namens KOLIPSI, die Sprachforscherinnen von Eurac Research anhand von schriftlichen Tests und Befragungen der Schüler und ihres Umfelds durchgeführt haben.

Zweitsprachkenntnisse in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert
Sprachforscherinnen von Eurac Research haben zum ersten Mal untersucht, wie sich die Kenntnisse der Südtiroler Oberschüler in den Zweitsprachen Deutsch und Italienisch über die Jahre entwickelt haben. Im Abstand von sieben Jahren testeten sie Oberschüler der vierten Klassen aus ganz Südtirol, zuerst Jahrgang 2007/2008 und dann Jahrgang 2014/2015. Die Schüler gaben jeweils vorab an, ob sie deutschsprachig, italienischsprachig, zweisprachig seien oder sich einer anderen Sprachgruppe zugehörig fühlten. Bei den schriftlichen Tests orientierten sich die Forscherinnen am Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen und ordneten die Schüler sechs verschiedenen Kompetenzebenen zu (A1 = schlechteste Kenntnisse, A2, B1, B2, C1, C2 = ausgezeichnete Sprachkenntnisse).  
Der Vergleich nach sieben Jahren zeigt: In den deutschen Schulen hatten bei der Ersterhebung 41 Prozent der Schüler gute Kenntnisse in der italienischen Zweitsprache (B2); heute sind es um die Hälfte weniger. Ein Fünftel kann sich nur mit größter Mühe auf Italienisch verständigen (A2) im Gegensatz zu den knapp drei Prozent, die damals auf diesem Niveau lagen. Wenig Veränderung für die italienische Zweitsprache gibt es auf dem mittleren Niveau (B1), das damals wie heute rund die Hälfte der deutschen Oberschüler beherrscht. Es entspricht den Sprachkenntnissen von Touristen, die über vertraute Themen sprechen können.
In der Zweitsprache Deutsch haben sich die Schüler nicht so stark verschlechtert, doch entspricht das am häufigsten erreichte Niveau elementaren Grundkenntnissen (A2). Dem Großteil der Schüler in italienischen Schulen ist es also nicht möglich, aktiv am sprachlichen Alltag auf Deutsch teilzunehmen. Sieben Jahre zuvor war es noch die mittlere Stufe B1, die gut die Hälfte der Schüler und damit der größte Anteil in der Zweitsprache Deutsch beherrschte.

Ernüchternde Ergebnisse für den Fachunterricht in der Zweitsprache (CLIL)
Erstmals untersuchten die Sprachforscherinnen auch, wie sich der Fachunterricht in der Zweitsprache, kurz CLIL, auf die Sprachkenntnisse der Oberschüler auswirkt. „Wir konnten allerdings nur die italienischen Schulen berücksichtigen, da die deutschen Oberschulen erst seit wenigen Jahren CLIL eingeführt haben. Dieser Zeitraum ist zu kurz, um die Auswirkungen dieses Modells auf die Zweitsprachkenntnisse zu untersuchen“, erklärt Chiara Vettori, Linguistin von Eurac Research. Daher konzentrierten sich die Forscherinnen auf die italienischen Schulen, die CLIL seit rund zwanzig Jahren und zum Teil ab den Grundschulklassen praktizieren. Die Ergebnisse seien ernüchternd, so Vettori: „In den schriftlichen Tests zu den Zweitsprachkenntnissen haben wir keinen Unterschied feststellen können zwischen den Oberschülern mit und jenen ohne CLIL-Erfahrungen.“

Außerschulische Kontakte für gute Sprachkenntnisse entscheidend
Die Suche nach Faktoren, die die Sprachkenntnisse in der zweiten Sprache am meisten beeinflussen, bestätigte, dass vor allem das häufige Sprechen der Zweitsprache außerhalb der Schule die Sprachkenntnisse entscheidend verbessert. Die Zweitsprachkenntnisse der Oberschüler haben sich über die Jahre deutlich verschlechtert, so die Sprachforscherin Abel: „Die Schule spielt zwar eine zentrale Rolle beim Sprachenlernen, aber sie kann doch auch nicht alles lösen. Am Ausbau der Alltagsrelevanz der Zweitsprache führt, so die Ergebnisse unserer Studie, kein Weg vorbei. Es geht darum, den Kontakt zu Gleichaltrigen zu fördern, die Sprache zu verwenden und dabei auch den Mut zu finden, sich sprachlich zu exponieren und zu versuchen, mit Interesse und Freude die Sprache des Anderen zu verstehen. Verantwortung dafür tragen die Schule, aber gleichermaßen die Politik und die Familien, aber auch die Jugendlichen selbst.“

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Kontakt: Andrea Abel, andrea.abel@eurac.edu, T +39 0471 055121

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