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Mehrsprachigkeit im Einsatz

Mit mehreren und verschiedenen Sprachen umzugehen, macht uns kreativ, flexibel, sprachbewusst – darin ist die Forschung sich längst einig. Doch wie lassen sich diese Fertigkeiten in der Praxis erfassen? Um das herauszufinden, luden Linguisten von Eurac Research Mittel- und Oberschüler in ein „Sprachendorf“ ein.

Fünf Stationen hat das Dorf, an jeder wartet eine besondere sprachliche Herausforderung: Da hat zum Beispiel eine albanische Mutter ihre kleine Tochter im Disneyland Paris verloren, und es gilt, aus ihrer aufgeregten Beschreibung alle nötigen Informationen für eine Vermisstendurchsage auf Englisch und Französisch herauszuholen; oder man sitzt im russischen Restaurant, hat auf den Fotos der Speisekarte ein appetitlich aussehendes Gericht entdeckt und möchte nun wissen, ob es sich um Fisch, Fleisch oder Vegetarisches handelt – doch leider spricht die Kellnerin nur Russisch und die freundliche Touristin am Tisch möchte zwar gerne helfen, doch die Erklärungen auf Arabisch sind auch nicht sofort zu verstehen… Den Schülern scheinen die Situationsspiele Spaß zu machen, sie legen sich ins Zeug, wechseln blitzschnell zwischen Sprachen, bedienen sich ausdrucksvoller Mimik, zeigen mit den Händen.
Verzagt wirkt keiner, dafür ist ihnen sprachliche Vielfalt wohl auch zu vertraut: In ihrer Klasse, der 2L der internationalen Sektion des Liceo Giovanni Pascoli, sind Kompetenzen in 12 Sprachen und 14 Dialekten versammelt. Deshalb wurde die Klasse auch ausgewählt: Sechs Oberschul- und acht Mittelschulklassen aller drei Sprachgruppen befragten die Forscher im ersten Teil der Studie ausführlich zu Sprachbiographien und Sprachgebrauch; die sprachlich buntesten Klasen wurden dann ins Sprachendorf eingeladen.
Hier beobachten die Wissenschaftler nun, wie die Schüler ihren sprachlichen Erfahrungsschatz zum Einsatz bringen: welche Strategien sie anwenden, um sich verständlich zu machen, wie sie auf Bekanntes zurückgreifen, um Unbekanntes zu entschlüsseln, wie sie sich gegenseitig beispringen. Damit dem Forscherblick nichts entgeht, zeichnen Kameras alles auf. Ist die riesige Datenmenge dann ausgewertet, werden die Forscher nicht nur ein klareres Bild davon haben, über welche sprachlichen Ressourcen die Schüler verfügen und wie sie sie nutzen; die Studie soll auch Hinweise darauf geben, wie die sprachübergreifenden Fähigkeiten und Ressourcen, die Mehrsprachigkeit mit sich bringt, empirisch zu erfassen sind: die erste Voraussetzung, um sie gezielter zu fördern. Für die Entwicklung einer effizienten „Mehrsprachigkeitsdidaktik“ – das heißt sprachübergreifender und sprachsensibler Unterrichtsmethoden, wie sie an vielen Südtiroler Schulen schon erprobt werden – sind die Ergebnisse aus dem Sprachendorf deshalb von großem Interesse.

Nähere Informationen: http://repertoireplus.eurac.edu/

28.03.2018

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