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Jugendpartizipation: Ein „Werkzeugkoffer“ für Gemeinden
Wie kann man Jugendliche stärker ins politische Leben einbinden? Eurac Research hat mit Partnern aus dem Alpenraum Instrumente und Anregungen erarbeitet

Die Jugend ist nicht unpolitisch und desinteressiert – sie fühlt sich nur nicht angesprochen von der Art, wie Politik betrieben wird, und lässt sich nicht in bürokratisierte Verfahren zwingen.  Die Politiker auf der anderen Seite möchten Jugendliche zwar einbinden, wissen aber oft nicht so recht, wie sie es anstellen sollen. Dieses Fazit nach einem Jahr Workshops und Gesprächen in 14 Gemeinden des Alpenraums bestätigt den Projektverantwortlichen von GaYA („Governance and Youth in the Alps“), wie wichtig die alpenweite Initiative ist: GaYA will Entscheidungsträgern und Beamten helfen, zeitgemäße, innovative Möglichkeiten für Jugendbeteiligung zu schaffen. Als Starthilfe wurde nun eine online verfügbare „Toolbox“ entwickelt, die Methoden und Beispiele vorstellt und damit aufzeigt, wie man häufig auftretende Hindernisse aus dem Weg räumen kann. 

Junge Menschen beschweren sich nur, aber machen keine konkreten Vorschläge? Helfen Sie ihnen mit Ihrem Team, die Beschwerden in umfassende, konkrete Vorschläge zu verwandeln. Die Jugendlichen kommen nicht zu den Treffen, die Sie organisieren? Gehen Sie zu den Treffpunkten der Jugend! 
Zehn Karten, die geläufigen Hindernissen einen konkreten Handlungsvorschlag entgegensetzen, sollen Entscheidungsträger ermutigen, alternative Lösungsansätze auszuprobieren. Die Karten sind nur eines von mehreren Elementen des „Werkzeugkoffers“, der Gemeinden anregen soll, „sich auf neue demokratische Wege zu begeben“, wie die Föderalismusforscherin Greta Klotz erklärt, die das Projekt GaYA für Eurac Research leitet. „Nach unserer Erfahrung sind die öffentlichen Verwaltungen zwar oft guten Willens, Jugendliche mitwirken zu lassen, mit der konkreten Umsetzung aber überfordert.“ 
Die GaYA-Toolbox liefert kein Patentrezept: Vielmehr soll lokalen und regionalen Entscheidungsträgern und Beamten ein Instrumentarium an die Hand gegeben werden, mit dem sie eigene, maßgeschneiderte Partizipationsprozesse anstoßen können. Dazu gehört ein Überblick über verschiedene Methoden und Modelle demokratischer Beteiligung ebenso wie eine Auswahl von Beispielen aus dem Alpenraum. Gerade in den Fallstudien wird deutlich, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, die Demokratie auf lokaler Ebene zu beleben und Jugendliche die Zukunft des Gemeinwesens mitgestalten zu lassen. So sind zum Beispiel in Wolkersdorf im Weinviertel junge Leute eingeladen, ihre Vorstellungen und Bedürfnisse in die Raumplanung einzubringen, in Budoia in Friaul können sie bei der Budgetplanung mitreden. 
In Südtirol hat Salurn vor kurzem einen partizipativen Prozess begonnen und für junge Bürger einen Ideenwettbewerb zum Thema „cittaslow“ ausgeschrieben.  

Eurac Research hat auch einige Exemplare in physischer Form zur Verfügung, die gern verschickt werden, solange der Vorrat reicht – Anfragen bitte an: greta.klotz@eurac.edu.
Mehr zum Projekt GaYA erzählt Greta Klotz in diesem Interview: http://www.academia.bz.it/articles/politik-fuer-junge-teilhaber


05.11.2018

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