​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​ ​JOBS​​CALLS​​​​​​​​PR​ES​S​​​​​​RESTRICT​E​D AREA
Highlight

Ohne Vertrauen keine Innovation
"Manifest für Europa" fordert gemeinsame europäische Vision

Europa steckt in einer tiefen Krise. Die Europäische Union als Aufbruch in eine neue historische Epoche  ist mehr denn je ein Traum, denn politische Wirklichkeit. Die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg veröffentlichte daher ein „Manifest für Europa", in dem klare Maßnahmen für eine neue europäische Politik formuliert wurden. Dieses wurde vor kurzem bei „Zukunft Europas", einer Veranstaltungsreihe des Centers for Advanced Studies von Eurac Research und der Stiftung Südtiroler Sparkasse vorgestellt.

Felix Unger, Herzchirurg und Präsident der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg fand klare Worte in seiner Beschreibung des Status quo in der EU. Wie gelähmt erscheine ihm die Politik angesichts großer Herausforderungen, wie etwa der Euro-Krise, des Populismus und Separatismus, des Brexits oder der Migrationsfragen. Die Suche nach einer gemeinsamen Wertebasis werde immer schwieriger. Das Resultat: eine innere Spaltung und eine Legitimationskrise der europäischen Institutionen. Mit situativem Krisenmanagement sei diesem nicht mehr beizukommen. Vor allem dann nicht, wenn die Ängste vieler Bürgerinnen und Bürger nicht ernst genommen würden. Vielmehr entstehe ein idealer Nährboden für Nationalisten und Populisten, die mit simplen Parolen Wählerstimmen gewinnen und die Gesellschaft noch weiter spalten.

„Es braucht eine gemeinsame Vision für Europa, ein verbindendes Narrativ, das die Bürgerinnen und Bürger Europas miteinbezieht  und neue Strategien entwickelt", betonte Unger. Konkret unterstreicht das Manifest die Mitverantwortung eines jeden einzelnen für die europäische Politik. Dazu gehört allen voran die Einbeziehung junger Menschen in die europäischen Entscheidungsinstanzen und die Verlagerung des politischen Diskurses in die Öffentlichkeit. Genauso zentral ist die Etablierung eines „Innovationsraums Europa" um zukünftige Märkte und die Lebensqualität der Gesellschaft nachhaltig zu sichern. Nicht zuletzt hebt das Manifest das „Freiheitsvertrauen" hervor, das als Voraussetzung jeglicher Entwicklung gilt.

Partizipation und Mitbestimmung

Welche Perspektiven haben junge Menschen in Europa und welche Anforderungen werden an sie gestellt? Welche Rolle spielen Unternehmerinnen und Unternehmen und welches sind ihre Bedürfnisse? Diese Fragen wurden in einer anschließenden Podiumsdiskussion aufgegriffen. Moderiert von Harald Pechlaner, dem Leiter des Centers for Advanced Studies, diskutierten Flora Kröss (Gründerin der Ewo GmbH), Gunther Waibl (Präsident und Geschäftsführer Innerhofer AG), Manuel Lavoriero (Student an der Fachhochschule Wien) und Roland Benedikter (Co-Leiter des Center for Advanced Studies, Eurac Research) über die Zukunftsaussichten der EU.

Die Jugend möchte die Gestaltung Europas aktiv mitbestimmen. Was hierzu jedoch fehle, seien die entsprechenden Instrumente, Plattformen und Organisationen, um die Stimmen und Anliegen der jungen EU-Bürgerinnen in die politische Diskussion einzubeziehen und das Bild Europas bei der jungen Generation zu verbessern. Die Verkürzung der Legislaturperioden könnte ein wichtiger Schritt sein, um den Fluss der Meinungen zu fördern. Es war Manuel Lavoriero, der den Vergleich zu den Vereinigten Staaten von Amerika anstellte. So könnten etwa eine europäische Armee oder ein europäischer Feiertag  verbindende Elemente darstellen. Auch nennt er die Bildung als starkes, identitätsbildendes Element: „Europäische Austauschprogramme wie ERASMUS sollten ausgebaut, auf Lehrlinge ausgeweitet und bereits in frühen Schuljahren eingeplant werden. Gleichzeitig könnten Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit den Funktionsweisen der EU-Institutionen durch praktische Integration von Parlamentssimulationen vertraut gemacht werden".


Podiumsdiskussion unterstreicht Reformnotwendigkeit

Ohne Vertrauen, so waren sich alle Beteiligten einig, seien auch Forschung und Innovation gefährdet. Einerseits müsse das Vertrauen in die europäische Politik wiederhergestellt werden, andererseits müsse auch Unternehmen und Wirtschaft Vertrauen entgegengebracht werden, um sich innovativ entfalten zu können. Ob nun von Fachkräftemangel, demographische Veränderungen, Klimawandel oder Migrationsbewegungen die Rede sei: all diese Herausforderungen gingen über nationale und regionale Grenzen hinaus und verlangten ein Denken und Agieren als vereintes Europa. Europa müsse sich außerdem auf die Grundpfeiler moderner und demokratischer Gesellschaften rückbesinnen, wie Roland Benedikter betonte. Unumgänglich für eine reelle Zukunftsperspektive sei außerdem eine Mehr-Dimensionen-Reform der EU.

Einig war sich die Diskussionsrunde über die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen erzählenden Sinnstiftung. Dass es davon schon eine Vielzahl gebe, hob Harald Pechlaner zum Abschluss hervor. Da sei vom „Global Player Europa" die Rede, von den „vereinigten Staaten von Europa", von „Europa als Friedensprojekt" oder „Europa und das christliche Abendland". Offen blieb indes die Frage, ob dieses Nebeneinander verschiedener Narrative die Identitätsentwicklung nun fördert oder behindert.


.


CONTACT
Drususallee 1/Viale Druso 1
39100 BOZEN-BOLZANO
Tel. +39 0471 055 800
Fax. +39 0471 055 099
​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​QUICK LINKS
AWARDS

 ​​​
  FOLLOW US​​


​​


​ 
CONTACT

Viale Druso, 1 / Drususallee 1
39100 Bolzano / Bozen - Italy
How to reach us​
Tel: +39 0471 055 055
Fax: +39 0471 055 099
Email: info@eurac.edu
Partita IVA: 01659400210
Priv​acy
Host of the Alpine Convention