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Neue Wege für die Grundversorgung auf dem Land

Schule, Laden, Busverkehr, Arzt: Wie können für die Lebensqualität zentrale Dienstleistungen auch in abgelegenen Regionen aufrechterhalten werden – den Bedürfnissen angemessen und bezahlbar? In einem großen Alpenraumprojekt entwickelte Eurac Research mit neun Partnern sektorübergreifende Strategien

Ob Menschen aus Bergdörfern und peripheren Regionen wegziehen oder ob sie das Leben dort weiterhin als attraktiv empfinden, ob nur die Alten bleiben oder sich sogar neue Familien ansiedeln, hängt wesentlich von der sogenannten Grundversorgung ab: Wie leicht kann man z. B. eine Apotheke oder einen Kindergarten erreichen, wie weit ist es zum nächsten Supermarkt?
Doch diese Serviceleistungen in dünn besiedelten, abgelegenen Gebieten aufrechtzuerhalten, kann für die Allgemeinheit mit hohen Kosten verbunden sein. Vor allem, wenn – wie bisher meist üblich – jeder Sektor und jede Verwaltungseinheit für sich betrachtet wird, anstatt Synergien zu nutzen. Mit einem ganz anderen Ansatz startete vor drei Jahren das europäische Projekt INTESI: Zehn Institutionen aus fünf Alpenländern, darunter Eurac Research, hatten sich zum Ziel gesetzt, „integrierte territoriale Strategien“ zur Sicherung der Grundversorgung in peripheren Gebieten zu entwickeln. Dabei sollte das Denken in Sektoren – ein Dienstleister sorgt für Energie, ein anderer für die Nahversorgung etc. – überwunden werden, um „über regionale, administrative und sektorale Grenzen hinweg eine bedarfsorientierte Serviceleistung zu erbringen“, wie Christian Hoffman erklärt, Projektverantwortlicher bei Eurac Research. Ein Beispiel, wie wichtige Basisdienste garantiert werden können, indem man neue Ideen entwickelt und Synergien nutzt, haben die Forscher in Moos in Passeier analysiert: Die Genossenschaft „Energie Umwelt Moos“ (EUM) kann dank der Einnahmen aus einem Wasserkraftwerk auch andere Serviceleistungen anbieten, zum Beispiel Lebensmittelgeschäfte.
Weitere innovative Ansätze werden im Rahmen von INTESI in acht Pilotprojekten erprobt, wobei man die Erfahrungen über eine Austauschplattform mit den Projektpartnern teilt.  So testet zum Beispiel der Tiroler Bezirk Reutte-Ausserfern ein „digitales Gesundheitstagebuch“ für die mobile Pflege in abgelegenen Gebieten.
Beispiele guter Praxis wurden im Rahmen des Projekts auf einer Website zugänglich gemacht: www.servicepublic.ch. Hier findet man auch die Ergebnisse einer Untersuchung zum Zustand der Grundversorgung in zehn Testregionen, durchgeführt von den Regionalentwicklungsexperten von Eurac Research – eine detaillierte Diagnose, die Probleme und Potenziale identifiziert und somit Grundlage für die Entwicklung von Lösungen ist.  Zudem wurde im Rahmen des Projekts eine Datenbank aufgebaut, in der sämtliche Strategien zur Grundversorgung im Alpenraum versammelt sind; auch sie ist auf der genannten Website verfügbar. Zum Abschluss des Projekts trafen die Partner sich kürzlich zu einer Konferenz in Innsbruck, auf der konkrete Empfehlungen an politische Entscheidungsträger präsentiert wurden. Dazu gehört beispielsweise, den Aspekt Grundversorgung schon in die Raumplanung einzubinden und so durch bessere interkommunale Koordination und Kooperation Ineffizienz und Dopplungen zu vermeiden. Als Vorzeigebeispiel gilt hier das „Netzwerk Daseinsvorsorge“ der Modellvorhaben der Raumordnung in Deutschland, betreut vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.
Ein Think Tank, zusammengesetzt aus 16 Europäischen Expertinnen und Experten, wird unter Leitung der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete die Arbeit von INTESI weiterführen.

Weitere Informationen unter http://www.alpine-space.eu/projects/intesi/en/home und unter www.alpine-region.eu.

Für weitere Informationen: Christian.Hoffmann@eurac.edu und Peter.Laner@eurac.edu

Foto: Adobe Stock/contrastwerkstatt

19.10.2018

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