M_Risk

Naturgefahr Berg: Risikomanagement und Verantwortung

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  • Project duration: September 2020 - December 2022
  • Project status:
    Approval by the Scientific Committee

Die Freude an der Natur veranlasst immer mehr Menschen, die Nähe zu den Bergen zu suchen. Dieser Trend ist erfreulich, führt aber gleichzeitig zu einer Häufung von Bergunfällen. Komplexe Haftungsfragen erfordern, die Natur für die Belange des Rechts greifbar zu machen. Wie schwierig diese Aufgabe ist, zeigt sich an der Gegensätzlichkeit von Natur und Recht: die Natur ist unberechenbar, das Recht hingegen in seiner Normativität starr und ungelenk. Insbesondere das Strafrecht ist auf präzise Bewertungsparameter angewiesen. Ziel dieses Projektes ist es, Natur und Recht durch interdisziplinäre Forschung und besseres Verständnis einander näherzubringen. Für das Strafrecht soll ausgelotet werden, über welche flexibleren Kategorien erreicht werden kann, Haftungsfragen am Berg präziser beantworten zu können.

Von zentraler Bedeutung wird es dafür sein, sich mit dem in der Natur immer vorhandenen Restrisiko auseinanderzusetzen. Ferner sind Unfälle am Berg oft auf enge Täter-Opfer-Verflechtungen zurückzuführen und es wird erfordert, sich von einer rein täterorientierten Sichtweise zu lösen und die Rolle des Opfers bei eigenverantwortlichem Handeln in die strafrechtliche Gesamtbetrachtung miteinzubeziehen.

Zunächst gilt es, sich einen rechtsvergleichenden Überblick über die Lehre und Rechtsprechung zur Gesetzeslage in Italien und in Österreich zu verschaffen. Die Recherche wird sich dabei auf das Restrisiko und die rechtliche Relevanz der Eigenverantwortung als haftungsbegrenzendes Kriterium konzentrieren.

Es folgt eine Analyse dieser Sonderfaktoren aus einer natur- und sozialwissenschaftlichen Sicht. Nach dem Restrisiko als Merkmal der unberechenbaren Natur wird die Wahrnehmung von Risiken am Berg untersucht. Entscheidend ist festzustellen, inwiefern diese für die rechtliche Bestimmung von Eigenverantwortung relevant sein kann. Empirische quantitative und qualitative Untersuchungen zu psychologischen Entscheidungsprozessen am Berg sollen in diese rechtliche Wertung einfließen und dazu beitragen, Haftungsfragen nach dem Schuldprinzip angemessener und gerechter auflösen zu können.

Von den Ergebnissen der Studie und dem Beitrag der externen Partner sind wichtige Impulse für die wissenschaftliche Debatte in den Rechts-, Sozial- und Naturwissenschaften zu erwarten. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, Leitlinien zu erarbeiten, die über dieses spezifische Projekt hinaus umgesetzt werden sollen. Ziel ist es, eine Risikokultur in der Bevölkerung zu etablieren und somit ein bewussteres Verhalten in den Bergen zu erreichen. Durch transparente Risk Governance-Prozesse soll eine gesteigerte Risikokompetenz des Einzelnen und der Gemeinschaft und somit mehr Sicherheit in den Bergen garantiert werden.

Kontaktperson: Lydia Pedoth lydia.pedoth@eurac.edu
Partner
Leopold Franzens University Innsbruck
Freie Universität Bozen
University of Trento

Projekt gefördert durch

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1 - 6
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Duration: August 2021 - October 2021Funding:
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