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Integration von statischen und dynamischen Rutschungsursachen mittels datengetriebenen und physikalisch-basierten Methoden auf multiplen Maßstabsebenen - Erforschung neuer Möglichkeiten zur Vorhersage flachgründiger Rutschungen

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Rutschungen spielen eine Schlüsselrolle in der Landschaftsentwicklung vieler Gebirgsregionen und stellen eine potenzielle Gefahr für Menschenleben, Gebäude und Infrastruktur dar. Die Effizienz von Maßnahmen, welche eine pro-aktive Reduzierung negativer Auswirkungen anstreben (z.B. Raumplanung, Frühwarnung) wird maßgeblich von dem Wissen über das „Wo“ und „Wann“ Rutschungen zukünftig auftreten bestimmt. Die modellbasierte Vorhersage von Rutschungen stellt nach wie vor eine große wissenschaftliche Herausforderung dar, auch aufgrund des komplexen Zusammenspiels der zugrundeliegenden statischen und dynamischen Ursachen (z.B. Topographie, Geologie, Schneeschmelze, Starkniederschlag) und den damit verbundenen schwer zu erfassenden Daten.

PROSLIDE fokussiert sich auf (primär nicht anthropogen bedingte) flachgründige Rutschungen der Provinz Südtirol (Italien). Das Hauptziel besteht in einer verbesserten Vorhersagbarkeit von Rutschungen durch die Integration innovativer Eingangsdaten und neuartiger Modellierungsansätze auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Maßstabsebenen. Die wichtigsten Neuerungen beinhalten (i) die Nutzung von multitemporalen Fernerkundungsdaten für die Charakterisierung von Rutschungsursachen (z.B. Wetterradar; satellitengestützte Schnee- und Bodenfeuchtedaten; drohnenbasiertes Laserscanning), (ii) die Entwicklung neuer Modellierungsstrategien, welche eine Integration von heterogenen Eingangsdaten, datengetriebenen und physikalisch basierten Ansätzen ermöglichen, (iii) die Identifizierung optimaler räumlicher und zeitlicher Untersuchungsmaßstäbe.

Die iterative methodische Vorgehensweise umfasst die Erfassung, Verarbeitung und Analyse von relevanten Umweltinformationen (inkl. Feldarbeit) und neu generierten Fernerkundungsdaten (WP1 und WP2), eine provinzweite datengetriebene Modellierung kritischer Niederschlagsschwellenwerte und der raumzeitlichen Rutschungswahrscheinlichkeit (WP3), eine dynamische, physikalisch basierte Modellierung der Hangstabilität auf Einzugsgebietsebene (WP4) und die Methodenintegration und Ergebnisevaluation (WP5). Die Erkenntnisse sollen neue Einblicke in die zugrundeliegenden geomorphologischen Prozesse und die Vorhersagbarkeit von Rutschungen liefern, wobei auch die damit verbundenen Einsatzmöglichkeiten im Kontext des Landeswarnzentrums getestet werden.

Das interdisziplinäre Team besteht aus Forschern und Stakeholdern mit komplementären Kompetenzen in Geomorphologie, Geologie, Bodenkunde, Hydrologie, Meteorologie und Fernerkundung. Das Institut für Erdbeobachtung (Eurac) und das Institut für Geographie der Universität Innsbruck werden von lokalen Experten (Amt für Geologie und Baustoffprüfung, Agentur für Bevölkerungsschutz) und renommierten Forschungseinrichtungen (Università di Padova; Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR); Österreichische Akademie der Wissenschaften (OEAW)) unterstützt.

Kontaktperson: Stefan Steger

stefan.steger@eurac.edu

Projekt gefördert durch

Publications
Analyse von Rutschungsereignissen in der Provinz Bozen - Südtirol = Analisi dei fenomeni franosi della Provincia di Bolzano – Alto Adige
Steger S (2021)
Vortrag

Conference: CivilProtect2021 | Bolzano | 17.9.2021 - 19.9.2021

Weitere Informationen: https://www.fierabolzano.it/de/civil-protect/event/online-in ...

https://hdl.handle.net/10863/18816

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