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Eurac Research stellt dem Europäischen Parlament einen Bericht zur Umweltkriminalität in den Karpaten vor
Von Eurac Research durchgeführte Studie im Auftrag des WWF und der Vereinten Nationen gibt einen Überblick über die aktuelle Situation und enthält Empfehlungen

Die Karpaten zählen zu den letzten Schatzkammern der biologischen Artenvielfalt in Europa, aber Wilderei und unkontrollierte Entwaldung gefährden sie. Auf internationaler Ebene gibt es mehrere Umweltschutzvereinbarungen, die auch von den Karpatenländern ratifiziert wurden. Dennoch ist es nicht einfach, Gesetze umzusetzen und Verbrechen gegen Wildtiere zu bekämpfen. Aus diesem Grund haben das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der WWF die Regionalentwicklungsexperten von Eurac Research beauftragt, die Situation in den Karpaten zu untersuchen, die problematischen Aspekte zu ermitteln und Empfehlungen an die lokalen Regierungen und internationalen Behörden zu formulieren. Die Forscher präsentierten am 22. November in Brüssel den Bericht den Mitgliedern des Europäischen Parlaments, dem Leiter der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission, Daniel Calleja Crespo, sowie Vertretern internationaler Organisationen.

In der Liste der profitabelsten illegalen Aktivitäten rangiert die Umweltkriminalität weltweit an vierter Stelle – nach Drogenhandel, Menschenhandel und Korruption. In den Karpaten wird dieses Phänomen laut Forscher noch verschärft, weil es schwierig ist, internationale Protokolle auf nationaler Ebene umzusetzen und zu überwachen, ob sie auch eingehalten werden. Auf der Grundlage von Fragebögen und Treffen mit Umweltverbänden, Forschern, Behörden und lokalen Akteuren haben Experten von Eurac Research die dringlichsten Umweltbedrohungen in den Karpaten identifiziert und Lösungsvorschläge zur Eindämmung dieser ausgearbeitet. Dabei haben die Forscher ihre Aufmerksamkeit auf die besonders problematischen Aspekte, wie Wilderei von Vögeln und großen Fleischfressern, den illegalen Stör-Fischfang und den illegalen Holzschlag gerichtet. Die Artenvielfalt, die Präsenz vieler heimischer Vogelarten und die Tatsache, dass sich die Karpaten auf der Route der Zugvögel zwischen Europa und Afrika befinden, machen Südosteuropa zu einem äußerst interessanten Gebiet für die illegale Vogeljagd: In Serbien gefangene Wildvögel werden beispielsweise illegal an Restaurants in Europa verkauft.

Zahlreiche Gespräche mit lokalen Akteuren haben den Forschern zu einer klareren Vorstellung des Kontextes verholfen: „Umweltinspektoren, die die Einhaltung der Gesetze überwachen sollten, dürfen keine Täter festnehmen oder mögliche Straftaten untersuchen. Darüber hinaus wird nicht zwischen Verwaltungs- und Strafsanktionen unterschieden. Deshalb entscheidet die Staatsanwaltschaft von Fall zu Fall. Die hohe Korruption ist dabei ein weiteres sehr großes Problem“, erklärt Isidoro De Bortoli, einer der Autoren der Studie. Der verworrene Rechtsrahmen wird durch mangelndes Umweltbewusstsein und die Überzeugung, dass der Mensch der Natur seine Vormachtstellung aufzwingen muss, noch verstärkt. „Bären, Wölfe und Luchse werden als Trophäen aufgehängt. Außerdem wird die Wilderei in finanziell schwierigen Situationen als eine ungefährliche Möglichkeit angesehen, das Einkommen aufzubessern“, ergänzt Filippo Favilli, ein weiterer Verfasser des Berichts.

Die Forscher von Eurac Research haben eine Reihe von Empfehlungen ausgearbeitet, um die Bevölkerung für Umweltfragen zu sensibilisieren, aber auch, um die Einhaltung der Gesetzte und die Bestrafung der Täter zu gewährleisten. Laut Forscher sollten die Befugnisse von Polizei und Richter ausgebaut und ihre Zusammenarbeit gefördert werden. Insbesondere in grenzüberschreitenden Gebieten sollen Teams zur Bekämpfung der Wilderei ausgebildet und mit den nötigen Geräten ausgestattet werden. Darüber hinaus sollten die Strafen erhöht und Georeferenzierungssysteme eingesetzt werden, um die Gebiete der Wilderer einzugrenzen. Außerdem sollen die betroffenen Regionen das nationale Naturerbe aufwerten und den Umwelttourismus fördern. 

Foto: Die Wissenschaftler von Eurac Research Isidoro De Bortoli und Filippo Favilli vor dem Europäischen Parlament in Brüssel. In ihrer Mitte Thomas Streifeneder, Leiter des Instituts für Regionalentwicklung von Eurac Research

Für weitere Informationen: Thomas Streifeneder, thomas.streifeneder@eurac.edu
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