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Der erweiterte Alpenraum

​​Mit dieser neuen Karte eines erweiterten Alpenraumes knüpft das Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement an vorangegangene Arbeiten (u.a. Projekt Agralp: www.eurac.edu/agralp) an, mithilfe sozio-ökonomischer Indikatoren auf Gemeindeebene Prozesse der Regionalentwicklung und Raumnutzung abbilden zu können. Dieser analytische Ansatz hat mit der Entschließung des Europäischen Parlaments, eine europäische Makroregion Alpen mit gemeinsamen Interesse zu proklamieren, an Bedeutung gewonnen. Was auf den ersten Blick plausibel erscheint, ist jedoch bei näherem Hinsehen keineswegs klar: Woran misst sich eine makroregionale Abgrenzung, welche Ziele verfolgt das Konzept Makroregion und welche Besonderheiten rechtfertigen dieses Konzept? Mit dem neuen erweiterten Untersuchungsperimeter sollen diese Fragen wissenschaftlich untersucht werden. Dabei geht es nicht darum, mit territorialen Analysen die Ausdehnung dieses Perimeters zu bestimmen: Dieser definiert sich mit jeder Wirtschaftsbeziehung (Praktiken und Bedürfnisse einzelner Wirtschaftsbranchen) und jeder sozialen Praxis (unterschiedliche Präferenzen gesellschaftlicher Akteurgruppen) anders (variable Geometrie). ​

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Hingegen kann der großräumigere Perimeter auf europäischer Ebene prozessuale Raummuster aufzeigen, die für Regionalpolitiken in den europäischen Gebirgsräumen und den europäischen Peripherien (beide sind nicht deckungsgleich) nützlich sind. Die nebenstehende Karte zeigt die jährliche prozentuale Bevölkerungsentwicklung in jeder Gemeinde zwischen 2000 und 2010/11. Aus der neuen Karte leiten sich für uns fünf Hauptpunkte ab:

  1. Internationale Entwicklungsunterschiede: Es bestehen starke Gradienten zwischen einzelnen Nationalstaaten, insbesondere zwischen Frankreich und den Nachbarländern. Solche Landesgrenzen-abhängige Änderungen machen misstrauisch. Sie lassen jedoch den Schluss zu, dass spezifische nationale Gesetzgebungen und Regulationen auch im sich vereinigenden Europa großer Bedeutung sind und bleiben, was sich in unterschiedlichen Geburtenraten und Wanderungsverhalten niederschlägt.
  2. Konsolidierte Entwicklungsmuster: Rund um die Alpen und innerhalb der Alpen zeigt sich das altbekannte Muster: Die „üblichen Verdächtigen" sind die weiter wachsenden perialpinen Metropolregionen und die Wachstumszonen entlang der beiden Haupttransitachsen auf der einen Seite und der Bevölkerungsrückgang in den österreichischen und italienischen Ostalpen. Der piemontesische Alpenrand bleibt rückgangsbestimmt, auch die schlechter zugänglichen Gemeinden in der Schweiz haben Bevölkerungsrückgang. Der Alpenraum ist deutlich kein speziell demographisch benachteiligter Raum.
  3. Gegenläufige Trends: Wirtschaftlich strukturschwache Gebiete sind nicht automatisch von Bevölkerungsrückgang betroffen. Dies zeigt sich besonders deutlich in Lothringen und in Teilen der Eifel, wo die traditionelle Industrie wegbricht und der Großraum Luxemburg Raum für seine Beschäftigten beansprucht. Dies erklärt den Bedeutungsgewinn, den Konzepte der „residentiellen Ökonomie" derzeit gewinnen, d.h. Wirtschaftsformen, die nicht mehr von der lokalen Produktion abhängig sind. Auch wenn man das kritisch sieht, bedeutet es, verstärkt das Augenmerk darauf zu legen.
  4. Entsiedlungsräume: Großflächige Entsiedlungsräume waren im letzten Jahrzehnt die Gebiete, die keinen Anschluss an die tertiären Ökonomien gefunden haben, deren Beharrungsvermögen jedoch so stark waren, dass sie für neue Zuwanderer unattraktiv waren (Ostdeutschland, Ostalpen, Gemeinden mit schlechter Erreichbarkeit).
  5. Die Besonderheit der Alpen: Die Gesamtheit der aus der Karte ersichtlichen Prozesse führt zu einer neuen Definition der Besonderheit der europäischen Gebirgsräume. Da in Europa der Urbanisierungsschub nicht von den Gebirgsräumen ausgegangen ist und gleichzeitig die aktuellen globalen Wirtschaftsformen die Bedeutung der Agglomerationsvorteile verstärken entwickeln sich die Gebirgsräume heute spezialisierter und differenzierter. Dabei werden insbesondere die agglomerationsnahen Berggebiete funktional in die Agglomerationen integriert, obwohl sie noch vielfach ein rurales Erscheinungsbild zeigen.  

Kartenkonzept: E. Ravazzoli/Q. Puzo/T. Streifeneder/M. Perlik 
Text: M. Perlik/T. Streifeneder/E.Ravazzoli​

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