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«Die Rolle von integrierten Strategien in der Grundversorgung»– Lösungswege für periphere, ländliche Gebiete

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19 October 2018
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Post in einer Tankstelle - © Barbara Kostanjšek

Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (Begriff im EU-Raum), im deutschsprachigen Raum Grundversorgung genannt, sind ein Schlüsselfaktor für die Lebensqualität der Bevölkerung sowie für die Standortattraktivität und die Entwicklung der Berggebiete und ländlichen Räume. Die Qualität und Zugänglichkeit von Leistungen der Grundversorgung sind entscheidend für die Überwindung von Disparitäten und vermindern den Bevölkerungsrückgang in abgelegenen Gebieten.

Die Vorteile von integrierten Strategien

Die Organisation und Bereitstellung von Grundversorgung liegt in den Händen von Behörden und Dienstleistern auf verschiedenen territorialen und administrativen Ebenen. Leider wird dabei häufig ein sektoraler Ansatz gewählt, der zu isolierten Lösungen führt, welche weder von potenziellen Synergien profitieren, noch die Verwendung öffentlicher Gelder optimieren. Das von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB geleitete alpenweite Kooperationsprojekt INTESI hat sich zum Ziel gesetzt, diesen sektoralen Ansatz zu überwinden, indem es eine bessere Koordination von Grundversorgungsleistungen und deren Einbeziehung in integrierte, territoriale Strategien fördert.

In der Abschlusskonferenz des Projektes INTESI vom 9. Oktober 2018 in Innsbruck, präsentierte die Partnerschaft, bestehend aus zehn Institutionen aus fünf Alpenländern, darunter die Eurac Research Bozen, Lösungswege wie mit einem integrierten, territorialen Ansatz die Bereitstellung von Grundversorgungsleistungen verbessert werden kann. In einem ersten Schritt hat die Projektpartnerschaft eine Datenbank aller Strategien im gesamten Alpenraum, die für die Bereitstellung der Grundversorgung relevant sind, aufgebaut. Die Datenbank ist verfügbar unter www.servicepublic.ch. Danach folgte eine Bewertung der Erreichbarkeiten zur Grundversorgung und die Identifizierung von Herausforderungen, Bedürfnissen und Potenzialen in zehn Testgebieten, wofür hauptsächlich das Eurac Research Institut für Regionalentwicklung in Bozen zuständig gewesen ist. Zudem wurde eine Austauschplattform zur Begleitung von acht Pilotaktivitäten und Vorzeigebeispielen aus den Testgebieten aufgebaut.

Integrierte Lösungen im Passeiertal und darüber hinaus

Für Südtirol wurden im INTESI Projekt Vorzeigebeispiele aus dem Passeiertal mit integrierten und territorialen Lösungsansätzen zur Bereitstellung der Grundversorgung analysiert. Darunter ist beispielsweise die Genossenschaft „Energie Umwelt Moos“ (E.U.M.) zu nennen. Die E.U.M. stellt mehreren Dienstleistungen in einer einzigen Genossenschaft bereit. Über das Haupteinkommen aus der Energieversorgung durch Wasserkraft können ökonomisch schwächere Serviceleistungen ausgleichen werden. Damit lassen sich beispielsweise Lebensmittelgeschäfte in sehr dünn besiedelten Gebieten des Passeiertals aufrechterhalten. Dieses Beispiel zeigt den Sektoren übergreifenden Ansatz, welcher auch in den acht INTESI Pilotaktivitäten, verteilt auf den gesamten Alpenraum, in verschiedenen Bereichen umgesetzt wurden.

Auf Basis des INTESI Projektes wurde auch ein Modell zu integrierten, territorialen Grundversorgungsstrategien und sieben Empfehlungen an politische Entscheidungsträger erarbeitet. Die Resultate dieser Arbeiten wurden mit dem INTESI Think Tank zur Grundversorgung – eine Plattform, zusammengesetzt aus 16 Europäischen Expertinnen und Experten — ausgetauscht. In diesem Gremium werden halbjährlich Fragen der Leistungserbringung in der Grundversorgung im Alpenraum diskutiert. INTESI hinterlässt nachhaltige Strukturen wie den Think Tank, der auch über die Projektdauer hinweg von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete weitergeführt wird. Zudem werden in einigen Ländern die Resultate in längerfristige Strategien umgegossen. Auf EU-Ebene werden die INTESI Erkenntnisse in die Arbeitsgruppe 5 (“To connect people electronically and promote accessibility to public services”) der makroregionalen Alpenraumstrategie EUSALP und deren Aktionsplan eingespeist.

Weiterführende Forschungsarbeiten

Die Schwerpunkte von weiteren Forschungsprojekten, die auf das INTESI – Projekt aufbauen, liegen in der Verbesserung der Lebensqualität in alpinen Dörfern und Kleinstädten durch nachhaltige integrierte Lösungen, welche durch Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglicht werden.

Dieses Projekt wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über das Interreg Alpenraumprogramm und in der Schweiz über die Neue Regionalpolitik kofinanziert.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.alpine-space.eu/projects/intesi/en/home und unter www.alpine-region.eu.

Autoren: Peter Laner & Christian Hoffmann

Quellen: Abgeänderte Medienmitteilung zur Abschlusskonferenz des Interreg Alpine Space Projektes INTESI, erstellt von der Partnerschaft

Useful links:

  • SAB Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete: www.sab.ch
  • Canton du Jura: www.jura.ch
  • Regione Lombardia: www.regione.lombardia.it
  • Land Tirol: www.tirol.gv.at
  • Land Kärnten: www.ktn.gv.at
  • VKG – Verkehrsverbund Kärnten GesmbH: www.kaerntner-linien.at/kaerntner-linien/vkg
  • University of Ljubljana: www.uni-lj.si/university
  • ADRETS: adrets-asso.fr
  • La Région Auvergne-Rhône-Alpes: www.auvergnerhonealpes.fr/

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