Eurach Research

+ 6 Tropennächte

im Mittel für die Gebiete in Südtirol unter 500 m seit 1980

Tropennächte

KlimaKlima

Dieser Indikator gibt die jährliche Anzahl der Tropennächte in Südtirol an. Als Tropennächte werden Nächte bezeichnet, in denen die Temperatur nicht unter 20 °C sinkt. Hohe Temperaturen während der Nacht können sich negativ auf die menschliche Gesundheit auswirken, insbesondere wenn hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit zusammentreffen. Dies verstärkt die empfundene Hitze und die potenziellen negativen Auswirkungen.

    Tropische Nächte in Südtirol

    1980-2024 für Gebiete unter 500 Höhenmetern

    Klimawandel Monitoringby
    loading ...

    Beschreibung der Ergebnisse

    Die Anzahl der jährlich in Südtirol auftretenden Tropennächte hat seit 1980 zugenommen, insbesondere in den letzten 20 Jahren. Im Durchschnitt der letzten Jahre gab es in den tiefer gelegenen Gebieten Südtirols fast 6 Tropennächte pro Jahr mehr als zu Beginn der 1980er Jahre, was statistisch signifikant ist. Im Jahr 2024 wurde mit durchschnittlich mehr als 18 Tropennächten in Gebieten unter 500 Metern ein neuer Rekord erreicht, gefolgt von den Jahren 2015 und 2003.


    Methode

    Die Grafik basiert auf täglichen meteorologischen Beobachtungen von über 80 Messstellen des Amtes für Meteorologie und Lawinenwarnung der Autonomen Provinz Bozen und wurde durch Beobachtungsdaten einiger grenznaher Standorte in der Schweiz und Österreich ergänzt. Die gesammelten Datenreihen wurden mithilfe eines geostatistischen Verfahrens auf ein regelmäßiges Gitter mit einer Auflösung von einem Kilometer für das gesamte Landesgebiet interpoliert.

    Vor der Interpolation wurden alle Beobachtungsreihen auf Messfehler und zeitliche Homogenität geprüft. Fehlende Tageswerte wurden mithilfe eines statistischen Verfahrens rekonstruiert, um die zeitliche Kontinuität der Reihen zu maximieren.

    Durch Interpolation kann ein regionaler Durchschnitt ermittelt werden, der repräsentativer und stabiler ist als der Durchschnitt, der auf der Grundlage einzelner Messstationen berechnet wurde. Das räumliche Mittel wird jedoch nur für Gebiete unterhalb von 500 m berechnet, da die Informationen über Tropennächte in diesen Gebieten aussagekräftiger sind. Sie entsprechen nämlich den städtischen Gebieten, in denen der größte Teil der Südtiroler Bevölkerung lebt und dem Hitzestress am stärksten ausgesetzt ist. Der Trend wird mit der Theil-Sen-Methode berechnet, die Signifikanz mit dem Mann-Kendall-Test bewertet. Ein Trend gilt als signifikant, wenn der resultierende p-Wert kleiner als 0,05 ist.

    Aufgrund der verwendeten Methode (Zählung der Tropennächte als Tage mit einer Mindesttemperatur von 20 °C) können die Angaben geringfügig von den offiziellen Daten des nationalen Wetterdienstes über Tropennächte abweichen. Diese berücksichtigen nur die Nachttemperaturen.


    Wo in Südtirol leben Menschen unterhalb von 500 Höhenmeter?

    In Südtirol leben aktuell knapp 240.000 Menschen in Gebieten, die unter 500 Höhenmetern liegen.

    Tropennächte in Bozen

    Bozen ist besonders stark vom Phänomen der Tropennächte betroffen. Aus der Analyse der Beobachtungsdaten geht hervor, dass die Stadt heute etwa 10 Tropennächte pro Jahr mehr erlebt als in den 1960er Jahren. Der Anstieg der Tropennächte pro Jahr von 1961 bis 2024 ist statistisch signifikant.

    Klimawandel Monitoringby
    loading ...

    Betroffene Sektoren

    • Flora und Fauna

    • Boden

    • Naturgefahren

    • Ökosystemleistungen

    • Landwirtschaft

    • Tourismus

    • Gesundheit

    Verwandte Indikatoren

    + 2.2 °C

    seit 1980 für ganz Südtirol im Durchschnitt

    Jahresmitteltemperatur

    Zukunftsszenarien

    Verfügbare Klimaprojektionen deuten auf eine Zunahme der jährlichen Häufigkeit von Tropennächten in Gebieten Südtirols unter 500 m Höhe hin, wobei die Zunahme vom betrachteten Emissionsszenario abhängt.

    In der Mitte des Jahrhunderts (2041 bis 2070) wird die Zahl der jährlichen Tropennächte im Vergleich zum dreißigjährigen Referenzzeitraum 1981 bis 2010 beim RCP 4.5-Szenario im Durchschnitt um etwa 13 und beim RCP 8.5-Szenario um etwa 21 zunehmen. Bis zum Ende des Jahrhunderts (2071-2100) werden nach dem pessimistischsten Szenario durchschnittlich 51 tropische Nächte pro Jahr mehr als im historischen Zeitraum auftreten, während die Zunahme nach dem mittleren RCP 4.5-Szenario etwa 17 tropische Nächte beträgt.

    Klimawandel Monitoringby
    loading ...

    Die räumliche Verteilung der 30-jährigen Mittelwerte der Anzahl der Tropennächte in Südtirol zeigt die von diesem Phänomen betroffenen Gebiete des Landes. Während im historischen Referenzzeitraum fast überall weniger als fünf Tropennächte pro Jahr beobachtet wurden, wird erwartet, dass die Häufigkeit der Ereignisse in den kommenden Jahrzehnten zunehmen wird, insbesondere entlang des Etschtals. Außerdem wird erwartet, dass sich das Phänomen nach dem RCP 8.5-Szenario allmählich auf Gebiete in der Talsohle ausdehnt, wie z. B. im Vinschgau und im Eisacktal, wo tropische Nächte im Dreißigjahreszeitraum 1981 bis 2010 sehr selten oder gar nicht vorkamen. 

     

    Verteilung der jährlichen Tropennächte für Südtirol, dargestellt als 30-Jahres-Mittelwerte für den historischen Zeitraum 1981 bis 2010, 2041 bis 2070 und 2071 bis 2100 gemäß den Emissionsszenarien RCP 4.5 und RCP 8.5. In allen Fällen zeigen die Karten den Median der Modellsimulationen. Quelle: EURO-CORDEX; Prozessierung und Darstellung: Eurac Research.

    Methode

    Die Klimaszenarien für die jährlichen und saisonalen Niederschläge für Südtirol wurden aus EURO-CORDEX-Klimasimulationen über Europa für die beiden Emissionsszenarien RCP 4.5 und RCP 8.5 erstellt. RCP steht für „Representative Concentration Pathways“, also Projektionen wie sich die Emissionen der Treibhausgase in der Atmosphäre in der Zukunft entwickeln. 

    RCP 4.5 entspricht einem Zwischenszenario, bei dem die Treibhausgasemissionen zwar gedrosselt werden, ihre Konzentrationen in der Atmosphäre in den nächsten 50 Jahren aber weiter ansteigen und das Ziel von +2 °C nicht erreicht wird. RCP 8.5 stellt das pessimistischste Szenario dar, bei dem die Treibhausgasemissionen kontinuierlich ansteigen, ohne dass Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels ergriffen werden.  

    Die von 15 verschiedenen Klimamodellen (Ensembles) für die beiden Szenarien gelieferten täglichen Mindesttemperaturprojektionen von 1971 bis 2100 wurden durch ein Downscaling-Verfahren weiterverarbeitet, mit dem die simulierten Werte von der ursprünglichen räumlichen Auflösung (in diesem Fall etwa 12 km) auf eine feinere Auflösung (in diesem Fall 1 km) übertragen werden können. Dieser Schritt ermöglicht es, systematische Fehler zu verringern, die in den Modellsimulationen auftreten und auf die begrenzte räumliche Auflösung der verfügbaren Modelle zurückzuführen sind, die insbesondere in Gebirgsregionen mit komplexer Orographie die lokalen Merkmale nicht adäquat darstellen. Das angewandte Downscaling-Verfahren basiert auf der Delta-Quantile-Mapping-Methode (QDM, Cannon et al., 2015), bei der simulierte Werte mit Beobachtungen über einen gemeinsamen Referenzzeitraum verglichen und so korrigiert werden, dass die Wahrscheinlichkeitsverteilungen übereinstimmen. Außerdem werden bei der QDM-Methode die Korrekturen so vorgenommen, dass das ursprünglich in den Simulationen vorhandene langfristige Klimasignal nicht verändert wird.

    In diesem Fall ist der Bezugszeitraum 1981 bis 2010, und die Korrektur wurde auf der Grundlage des 1 km-Rasterbeobachtungsdatensatzes durchgeführt.

    Aus den korrigierten Simulationen wurden die jährlichen Frosttage von 1971 bis 2100 für jedes Modell des Ensembles und für beide Szenarien berechnet. Die Werte des Indikators für das Ensemble wurden dann aggregiert, indem der Median der 15 Modellsimulationen für jedes Jahr berechnet und die Inter-Quantilsspanne, d. h. die Spanne der Werte zwischen dem 25. und 75. Perzentil verwendet wurde, um eine Schätzung der Variabilität der Modellsimulationen zu erhalten.

    Kontakt

    Eurac Research: Alice Crespi, Center for Climate Change and Transformation

    Daten bereitgestellt durch das Amt für Meteorologie und Lawinenwarnung der Autonomen Provinz Bozen

    Science Shots Eurac Research Newsletter

    Die besten Wissenschafts-Stories und Veranstaltungen des Monats.

    Sprache wählen
    Eurac Research logo

    Eurac Research ist ein privates Forschungszentrum mit Sitz in Bozen, Südtirol. Unsere Forscherinnen und Forscher kommen aus allen Teilen der Welt und arbeiten in vielen verschiedenen Disziplinen. Gemeinsam widmen sie sich dem, was ihr Beruf und ihre Berufung ist – Zukunft zu gestalten.

    No Woman No Panel

    Was wir tun

    Wo wir sind

    Eurac Research Headquarter

    Viale Druso 1

    39100 Bolzano

    Italy

    Get directions

    Eurac Research NOI Techpark

    Via A.-Volta

    39100 Bolzano

    Italy

    Get directions
    ARBEITE MIT UNS

    Except where otherwise noted, content on this site is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International license.

    Folge uns
    • Facebook icon
    • X icon
    • Instagram icon
    • Youtube icon
    • linkedin icon