Eurach Research

+ 0.16 %

versiegelte Bodenfläche in Südtirol von 2006 bis 2023

Bodenversiegelung

AnpassungAnpassung

Bei der Bodenversiegelung wird der Boden luft- und wasserdicht abgedeckt. Dadurch kann Regenwasser nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen versickern und der Gasaustausch des Bodens mit der Atmosphäre wird gehemmt oder ganz verhindert. Boden ist für den Klimaschutz eine sehr wichtige Ressource, da in ihm Kohlendioxid gespeichert wird und er eine kühlende Wirkung auf die Umgebung hat.

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    Beschreibung Ergebnisse

    Boden ist eine begrenzte und essenzielle Ressource, die nicht nur für die Land- und Forstwirtschaft sowie als Baugrund genutzt wird, sondern auch als Lebensraum für Tiere und Pflanzen dient. Innerhalb der Siedlungs- und Verkehrsflächen sind einige Böden durch darauf errichtete Gebäude versiegelt. Auch unbebaute Flächen wie Freiflächen, Betriebsflächen, Erholungsflächen und Verkehrsflächen sind teilweise mit Beton, Asphalt, Pflastersteinen oder wassergebundenen Decken befestigt und damit ganz oder teilweise versiegelt (1). Der Erhalt von unversiegeltem Boden ist für die Klimaregulierung von großer Bedeutung.

    Erst seit 2012 werden die Daten zur Bodenversiegelung jährlich erhoben. Davor erfolgte die Erfassung nur für einzelne Jahre. Abbildung 1 zeigt eine stetige Zunahme des Bodenverbrauchs in Südtirol von 2006 (19.043 Hektar) bis 2023 (20.253 Hektar). Die jährlichen Zunahmen variieren von knapp 50 Hektar im Jahr 2016 bis zu circa 200 Hektar im Jahr 2017.

    Abbildung 2 zeigt den Bodenverbrauch in Prozent. Im Jahr 2006 waren 2,58 % des Provinzgebietes versiegelt, dieser Wert stieg bis 2023 auf 2,73 % an (+ 0,16 %). Im Vergleich liegt der Anteil der versiegelten Fläche in Südtirol zwischen zwei und drei Prozent, während der italienische Durchschnitt bei knapp sieben Prozent liegt (siehe Abbildung 3). Italienweit hatte Südtirol im Jahr 2020 nach der Region Aostatal die geringste versiegelte Fläche. Allerdings stehen in Südtirol nur rund 5,5 % der Landesfläche als Dauersiedlungsgebiet zur Verfügung, da der Rest aus nicht besiedelbaren Gletscher-, Gebirgs-, Wald-, Wasser- und Schutzflächen besteht. Aufgrund der begrenzten Raumverhältnisse ist die Ressource Boden in Südtirol besonders kostbar.

    Mit der Unterzeichnung der Globalen Agenda für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, welche die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) festlegt, hat sich Italien bereit erklärt, sich an der Überwachung dieser Ziele zu beteiligen. Hierzu soll ein System von Indikatoren genutzt werden, welche unter anderem den Flächenverbrauch betreffen. Bis 2050 sind die Mitgliedstaaten der EU dazu aufgerufen, ihren Nettoflächenverbrauch auf „Netto-Null“ Prozent zu senken. Südtirol will daher Bautätigkeiten auf Siedlungsgebiete beschränken.

    Methode

    Die Daten zur Bodenversiegelung in Italien und Südtirol werden vom nationalen Institut für Umweltschutz und Forschung ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale) bereitgestellt (2). Die zugrunde liegenden Geodaten werden durch die Klassifizierung von Satellitenbildern, die im Rahmen des Copernicus-Programms bereitgestellt werden, erstellt. Das Klassifizierungssystem sieht vor, den Flächenverbrauch in die zwei Hauptkategorien „dauerhaft” und „reversibel” zu unterteilen, wobei letztere eine zweite Klassifizierungsebene bilden. Dank der 2018 aktualisierten Daten des Nationalen Systems für Umweltschutz (SNPA) ist das Wissen über den Bodenverbrauch in Italien sowohl tabellarisch als auch als Geodatensatz verfügbar. Die Karte in Abbildung 3 zeigt am Beispiel der Gemeinde Bozen, wie detailliert die Versiegelung aus den Satellitenbildern für das Jahr 2020 erfasst wird. Aus Gründen der Lesbarkeit wird hier nur ein kleiner Ausschnitt abgebildet.

     

    Bodenversiegelung 2023

    Abbildung 3: Bodenversiegelung in und um die Gemeinde Bozen im Jahr 2023 Daten: ISPRA, Darstellung: Eurac Research

    Credits: Eurac Research - Kathrin Renner

     

    Betroffene Sektoren

    • Siedlungen

    • Biodiversität

    • Boden

    • Naturgefahren

    • Ökosystemdienstleistungen

    • Gesundheit

     

    Verwandte Indikatoren

    + 118 mm

    mehr Starkniederschlag im Jahr 2024 im Vergleich zu 1980, basierend auf dem linearen Trend

    Starkniederschlag

    + 6 Tropennächte

    im Mittel für die Gebiete in Südtirol unter 500 m seit 1980

    Tropennächte

    2.013 Einsätze der Feuerwehren

    aufgrund von Wetterereignissen im Jahr 2024

    Wetterbedingte Feuerwehreinsätze

     

    Datenquellen

    (1) Umweltbundesamt: Was ist Bodenversiegelung?

    2) Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale (ISPRA) 2021: Consumo di suolo, dinamiche territoriali e servizi ecosistemici. Edizione 2021:  ISPRA - Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale; http://www.consumosuolo.isprambiente.it

    Kontakt

    Eurac Research: Peter Laner, Institut für Regionalentwicklung;

    Daten: Kathrin Renner, Center for Climate Change and Transformation

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