CLIMATE CHANGE MONITORING SOUTH TYROL
2.013 Einsätze der Feuerwehren
aufgrund von Wetterereignissen im Jahr 2024
Wetterbedingte Feuerwehreinsätze
Der Indikator gibt Auskunft über die Anzahl der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren, die aufgrund von Wetterereignissen erforderlich waren. Zu solchen Einsätzen kommt es beispielsweise infolge von Überschwemmungen, Erd- und Felsrutschungen. Allerdings können die erhöhten Einsatzzahlen auch andere Gründe haben, zum Beispiel ein verbessertes Meldesystem.
Hintergrundinformation
Die wetterbedingten Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr sind einerseits ein indirekter Indikator für die Zunahme von Extremwetterereignissen und andererseits ein Hinweis auf mögliche Auswirkungen, Probleme und Schäden durch solche Ereignisse. Dabei räumen die Einsatzkräfte beispielsweise Verkehrswege von umgefallenen Bäumen frei oder beseitigen Schäden, die durch starke Windböen verursacht wurden, wie beispielsweise gefährliche Dachziegel oder beschädigte Kamine.
Beschreibung der Ergebnisse
Die Daten in der Abbildung zeigen einen klaren Trend zu einer Zunahme wetterbedingter Einsätze. Während bis zum Jahr 2000 weniger als 1.000 wetterbedingte Einsätze zu Feuerwehreinsätzen führten, hat sich diese Zahl seitdem im Mittel mehr als verdoppelt. Einen besonders starken Ausreißer nach oben stellt das Jahr 2019 dar: Extreme Niederschläge führten zu Schneebruch, Stromausfällen und Straßensperren, vor allem im Pustertal, im Schlerngebiet, im Dolomitenraum und im Ultental, aber auch in ganz Südtirol. Insgesamt kam es zu über 6.000 Feuerwehreinsätzen. Im Jahr 2024 wurden 2013 wetterbedingte Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr in Südtirol durchgeführt.
Der globale Klimawandel hat in letzter Zeit die Wahrscheinlichkeit verschiedener extremer Wetter- und Klimaereignisse in Europa deutlich erhöht (2). In Zukunft ist in vielen europäischen Regionen mit weiteren klimabedingten Extremereignissen wie Hitzewellen, Starkniederschlägen, Dürreperioden, höchsten Windgeschwindigkeiten und Sturmfluten zu rechnen. Die steigende Zahl wetterbedingter Einsätze der freiwilligen Feuerwehren zeigt indirekt, dass das Risiko durch Naturgefahren größer geworden ist. Von den Schäden sind Siedlungen, die Verkehrsinfrastruktur und die Land- und Forstwirtschaft betroffen.
Methode
Von 1980 bis 2004 wurden die Daten zu den Unwettereinsätzen aller Sektionen der Freiwilligen Feuerwehren in Südtirol erfasst. Seit 2005 gibt es ein EDV-Programm zur Erfassung der Einsätze. Anfangs wurde es nur von 158 der insgesamt 306 Sektionen genutzt, 2020 waren es 296. Die Einsätze für die Jahre 2005 bis 2020 wurden auf 100 % der Sektionen hochgerechnet, wodurch die Ergebnisse leicht verzerrt sein könnten.
Betroffene Sektoren
Naturgefahren
Siedlungen
Verkehrsinfrastrukturen
Landwirtschaft
Forstwirtschaft
Wassermanagement
Tourismus
Vergleich
In Deutschland gibt es seit dem Jahr 2000 bei den geleisteten Einsatzstunden für wetterbedingte Einsätze keinen signifikanten Anstieg. In den Jahren der Jahrhunderthochwasserereignisse (2002, 2006, 2007, 2011, 2013 und 2021) wurden jedoch besonders viele Einsatzstunden verzeichnet (3).
Verwandte Indikatoren
Quellenverzeichnis
1. Bundesamt für Umwelt (Switzerland): Indikator Naturgefahren – Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/thema-naturgefahren/naturgefahren--daten--indikatoren-und-karten/naturgefahren--indikatoren/indikator-naturgefahren.pt.html/aHR0cHM6Ly93d3cuaW5kaWthdG9yZW4uYWRtaW4uY2gvUHVibG/ljL0FlbURldGFpbD9pbmQ9R0UwMTcmbG5nPWRlJlN1Ymo9Tg%3d%3d.html
2. European Environment Agency, 2017: Climate change, impacts and vulnerability in Europe 2016. An indicator-based report. No 1/2017 ISSN 1977-8449
3. Umweltbundesamt Deutschland, 2019: Monitoringbericht zur deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS)
Kontakt
Eurac Research: Marc Zebisch, Center for Climate Change and Transformation
Daten bereit gestellt vom Landesverband der freiwilligen Feuerwehr

