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Fakten und Fiktion: Die sich verändernde Bergwelt in Literatur und Wissenschaft

23 Oktober 23

Fakten und Fiktion: Die sich verändernde Bergwelt in Literatur und Wissenschaft

Vom Südtiroler Geschichtsroman bis zur Dorfgeschichte im ländlichen Raum – Ein Workshop von Eurac Research erörtert die Beziehungen zwischen literarischen Texten und wissenschaftlichen Erkenntnissen im Alpenraum.

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Seit 1980 gibt es schätzungsweise 64 Prozent weniger Landwirtschaftsbetriebe im Alpenraum. Das sind mehr als 350.000 Betriebe, die aufgegeben worden sind. Diese Zahlen beschreiben die zum Teil drastischen Veränderungen im ländlichen Raum. Was dies konkret für die Menschen bedeutet, welche Einzelschicksale dahinter stecken, kann von wissenschaftlichen Arbeiten nur begrenzt erfasst werden. Der Literatur hingegen steht eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten zur Verfügung, um Einblicke in die Lebens- und Gefühlswelt der Menschen zu gewähren. Welche Wechselwirkungen zwischen Literatur und Wissenschaft existieren, inwieweit zeitgenössische literarische Texte eine Quelle des Wissens sein können und welche Rolle wissenschaftliche Erkenntnisse in belletristischen Werken spielen, erkundet der Workshop „Literatur und Wissen(schaft)“, der vom 26. bis 27. Oktober im Forschungszentrum Eurac Research stattfindet.

Ein junger glückloser Landwirt kämpft gegen den Niedergang des Hofes seiner Familie. Als er sich in eine Künstlerin verliebt, heiratet und sie gemeinsam eine biologische Tierhaltung aufbauen, scheinen sich die Dinge zum Guten zu wenden. Doch stehen dem Glück des Paares zum einen der Jähzorn des Jungbauern im Wege, zum anderen die Schwierigkeit, Landwirtschaft neu auf die Beine zu stellen. Diese Geschichte aus dem Roman „Wilderer“ (2022) von Reinhard Kaiser-Mühlecker ist nur ein Beispiel von vielen dafür, wie Literatur die Geschichte hinter den Fakten zu beleuchten vermag, wie Thomas Streifeneder, Leiter des Instituts für Regionalentwicklung von Eurac Research, deutlich macht. „Es geht eben nicht immer nur um Zahlen, die Entwicklungen oder die aktuelle Situation aufzeigen, sondern auch um das Befinden, die Psychologie der Menschen. Wie gehen sie mit den Veränderungen um? Wie denken und handeln sie? Diesen Teil der Realität kann die Wissenschaft nicht immer in allen Facetten abbilden. Sie zu beleuchten und zu vermitteln hat die Literatur ganz andere Möglichkeiten als eine Fachpublikation“, so Streifeneder, der auch der Initiator von „Literatur und Wissen(schaft)“ ist. Im zweitägigen Workshop wird die Schnittstelle zwischen Fiktion und wissenschaftlichen Erkenntnissen in Form von Lesungen und Werkstattgesprächen erörtert. Thematischer Hintergrund sind die starken räumlichen, ökologischen und demografischen Veränderungen auf dem Land, im Berggebiet und im Alpenraum. Der Workshop richtet sich an Geistes- und Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen sowie an Menschen aus dem regionalen und internationalen Kultur- und Literaturleben, den Bereichen Kunst und Verlagsleben.

Am Mittwoch, 26. Oktober findet im Rahmen des Workshops um 20.15 Uhr die musikalische Lesung „Verschwinden in Lawinen“ mit Robert Prosser und Lan Sticker statt. Es ist ein Bühnenstück, angesiedelt in einem Dorf in den Tiroler Bergen, das mit Hilfe von Drums und freier Rezitation performt wird.

Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos; Anmeldung, Programm und Infos unter: https://shorturl.at/isL01.

Organisiert wird der Workshop vom Institut für Regionalentwicklung gemeinsam mit dem Center for Autonomy Experience von Eurac Research in Zusammenarbeit mit Literatur Lana, der Südtiroler Autorinnen- und Autorenvereinigung/SAAV, dem Romanischen Seminar der Universität Zürich, unibz und dem Naturmuseum Südtirol.

Finanziell unterstützt wird die Initiative „Literatur und Wissen(schaft)“ von Seiten des Landesamtes für Kultur und der Stiftung Südtiroler Sparkasse.

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