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Streuobstwiesen: von großem Wert für Tradition, Biodiversität und Gastronomie

05 November 21

Streuobstwiesen: von großem Wert für Tradition, Biodiversität und Gastronomie

Eine Tagung der Initiative „Baumgart“ zeigt den ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen von Streuobstwiesen auf und prämiert die Gewinner des diesjährigen Fotowettbewerbs

Sie sind wichtige Elemente unserer Kulturlandschaft und sind von großem Wert für die heimische Tradition, Wirtschaft und Gastronomie: Streuobstwiesen, also Wiesen mit verstreut stehenden, hochstämmigen Obstbäumen, hierzulande auch „Baumgart“, „Pangert” oder „Anger“ genannt. Vor allem sind sie ein wichtiger Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten, wie ein Forscherteam von Eurac Research im Rahmen einer Tagung am 5. November aufzeigte. So wurden zum Beispiel in den bislang untersuchten Streuobstwiesen in Südtirol im Durchschnitt mehr als 20 Vogelarten dokumentiert. Die Tagung beleuchtete den Mehrwert von Streuobstwiesen aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht. Sie wurde von der „Initiative Baumgart“ organisiert, einer Initiative von Eurac Research, Roter Hahn, Bioland Südtirol, Heimatpflegeverband, Sortengarten Südtirol, Obstbaumuseum Südtirol und Amt für Natur, mit dem Ziel, dem Verschwinden von Streuobstwiesen entgegenzuwirken. Bei der Abendveranstaltung wurden zudem die schönsten Fotos von Südtiroler Streuobstwiesen prämiert, die im Rahmen eines Fotowettbewerbs eingereicht worden waren.

Sie liefern nicht nur Obst oft seltener und autochthoner Sorten, sondern auch Heu, Streu und Brennholz. Besonders wertvoll sind Streuobstwiesen als Lebensraum für Vögel und Heuschrecken. Dies zeigen die vorgestellten Erhebungen aus dem Biodiversitätsmonitoring Südtirol, das Eurac Research im Auftrag des Landes durchführt. In den bislang untersuchten Streuobstwiesen kamen durchschnittlich über 20 Vogelarten vor, darunter sehr seltene und gefährdete Arten wie der Neuntöter. Bei den Heuschrecken konnte am Ritten die Gestreifte Südschrecke und in Thuins die Gemeine Eichenschrecke erhoben werden, zwei Arten, die südtirolweit selten und gefährdet sind. Auch die Tagfalter und Gefäßpflanzen waren in den Streuobstwiesen mit hohen Artenzahlen vertreten. Ebenso sind sie für Wildbienen von besonderem Wert, wie ein Vergleich mit intensiven Obstanlagen zeigte. „Wer eine Streuobstwiese bewirtschaftet, tut viel für die Tier- und Pflanzenarten, die auf extensive Lebensräume angewiesen sind“, unterstrich Andreas Hilpold von Eurac Research. Gleichzeitig haben Streuobstwiesen „ein hierzulande noch kaum genutztes wirtschaftliches Potenzial“, wie Theo Libera vom Sortengarten Südtirol und selbst Bewirtschafter einer Streuobstwiese aufzeigte. „Die oft seltenen und autochthonen Sorten aus Streuobstwiesen, sowie ihre Produkte, wie Marmeladen und Obstsäfte, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit“, so Libera. Streuobstwiesen können zudem ein interessanter Zuerwerb für bäuerliche Betriebe sein, sei es für Urlaub auf dem Bauernhof oder für Buschenschänke, wie Hannes Knollseisen von Roter Hahn bei der Tagung erklärte.

Ausblick Zum Thema Streuobstwiesen organisiert die Initiative „Baumgart“ in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Bauernbund eine Weiterbildungsveranstaltung. Sie findet an drei Terminen im März und April 2022 statt. Weitere Informationen und das entsprechende Anmeldeformular finden sich auf der Seite des Südtiroler Bauernbundes: https://bit.ly/3k56m0K

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Erster Platz: Margit Gamper (Gufidaun)© - Margit Gamper
Zweiter Platz: Elmar Dorigatti (Schluderns)© - Elmar Dorigatti
Dritter Platz: Egon Stecher (Lichtenberg - Prad am Stilfserjoch)© - Egon Stecher

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