Eurach Research

Ötzi

03.06.2026

Ötzis Mikrobiom: Mitbewohner aus 5300 Jahren

Forscher von Eurac Research haben ein detailliertes Bild der mikrobiellen Besiedlung Ötzis gewonnen. Die Untersuchung liefert Einblicke in ein komplexes Mikrobiom – von der Darmflora eines Menschen aus der Kupferzeit bis hin zu an Kälte angepasste Hefen, die die Mumie möglicherweise seit Jahrtausenden begleiten und bis heute Teil eines dynamischen Systems sind.



Mit Hilfe vielfältiger Proben und Methoden gelang es den Forschern, zu unterscheiden, welche Mikroorganismen bereits zu Lebzeiten im Körper vorhanden waren und welche ihn erst nach seinem Tod besiedelten – sowohl während der Zeit im Gletscher als auch in über drei Jahrzehnten Konservierung. In Proben innerer Gewebe konnten sie Erbgut von Bakterien aus der ursprünglichen Darmflora Ötzis nachweisen. Ein überraschender Fund sind an Kälte angepasste Hefearten, die, so die Vermutung, aus der Gletscherumgebung stammen und bis heute in Ötzis Körper überdauert haben. Diese kälteresistenten Hefen könnten auch für industrielle Anwendungen von Interesse sein. Die Studie ist in der renommierten Zeitschrift Microbiome erschienen.


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10.09.2025

Eine paläogenetische Studie von Eurac Research beleuchtet die Geschichte prähistorischer alpiner Gruppen in den italienischen Ostalpen



Die Analyse alter DNA von Individuen, die vor ca. 8.000 bis 3.500 Jahren in den östlichen italienischen Alpen lebten, zeigt, wie sich die genomische Struktur prähistorischer alpiner Gruppen im Laufe der Zeit verändert hat und welchen Einfluss die Migration in Westeurasien zu dieser Zeit hatte.


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16.08.2023

Dunkle Haut, Glatze, anatolische Vorfahren: die neuesten Erkenntnisse aus Ötzis Genom

Ein Forschungsteam analysierte das Genom des Ötzi in hoher Qualität und kann nun ein genaueres Bild vom Aussehen und der genetischen Herkunft des Ötzi zeichnen.



Schon 2012 wurde Ötzis Genom entschlüsselt, als erstes Genom einer Mumie und mit wichtigen Erkenntnissen zum Erbgut prähistorischer Europäer. Die seitdem erzielten Fortschritte in der Sequenziertechnologie ermöglichten nun einem Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und von Eurac Research eine sehr viel exaktere Rekonstruktion seines Genoms. Die Ergebnisse dieser Analyse vervollständigen das Bild und korrigieren es zum Teil. Anders als in der ersten Untersuchung fand das Forschungsteam in Ötzis Erbgut keine genetischen Spuren der Steppenhirten, die beginnend vor schätzungsweise 4900 Jahren aus Osteuropa kamen; im Vergleich mit seinen europäischen Zeitgenossen ist beim Ötzi dagegen der genetische Anteil aus Anatolien eingewanderter Frühbauern ungewöhnlich hoch, was nahelegt, dass er aus einer relativ isolierten Alpenbevölkerung mit wenig Kontakt zu anderen europäischen Gruppen stammte. Zum Aussehen des Ötzi erbrachte die Studie ganz neue Erkenntnisse, die seine mittlerweile ikonenhafte Darstellung in Frage stellen: Zum Zeitpunkt seines Todes hatte er mit hoher Wahrscheinlichkeit keine dichten lange Haare mehr, sondern eine fortgeschrittene Glatze. Seine Haut war dunkler, als bisher angenommen. In den Genen zeigt sich zudem eine Veranlagung zu Diabetes und Übergewicht. Die Studie ist heute in Cell Genomics erschienen.


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17.09.2021

Ötzi wird die Forschung noch lange beschäftigen

30 Jahre Ötzi: Eurac Research organisiert Symposium „Iceman-quo vadis“



Viele Geheimnisse über den Mann aus dem Eis sind 30 Jahre nach seiner Entdeckung gelüftet: Wir wissen heute, wie und wo er gelebt hat, wie er ums Leben gekommen ist, was seine letzte Mahlzeit war, welche Krankheiten ihn plagten. Am 20. September organisiert Eurac Research das digitale Symposium „Iceman -quo vadis“. Experten zeigen darin auf, welches Potential noch in der Ötzi-Forschung steckt.


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Eurac Research ist ein privates Forschungszentrum mit Sitz in Bozen, Südtirol. Unsere Forscherinnen und Forscher kommen aus allen Teilen der Welt und arbeiten in vielen verschiedenen Disziplinen. Gemeinsam widmen sie sich dem, was ihr Beruf und ihre Berufung ist – Zukunft zu gestalten.

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