19 September 21

Tiny FOP MOB in Graun und Prad

Die Reise des EFRE-finanzierten Pilotprojekts geht dem Ende zu – Letzte Station in Mals

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© Eurac Research | BASIS Vinschgau Venosta

Nach Schlanders und Latsch hat das „Tiny FOP MOB“ seine temporären Standplätze vor der idyllischen Kulisse des Reschensees in Graun sowie am Hauptplatz in Prad gefunden. Wie auch schon bei den vorangegangenen Veranstaltungen bestand großes Interesse der Bevölkerung, Politik und Wirtschaft. Kompetente Vortragende ließen mit Kritik und Lob am Stand der Wende zu mehr Nachhaltigkeit aufhorchen.

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© Eurac Research - BASIS Vinschgau Venosta
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Am 02. September nahm Harald Pechlaner vom Center for Advanced Studies von Eurac Research kein Blatt vor den Mund, als er zum Thema „Die Wirtschaft im Wandel“ über Fluch und Segen des Kapitalismus in der heutigen westlichen Form referierte. Klein(st)unternehmende müssten ihre Kompetenzen in Kooperationen zusammenlegen. Land, Staat und EU seien gefordert, eine Hinwendung zum globalen Denken und lokalen Handeln zu unterstützen. Ein fundamentaler Wandel sei vonnöten, Qualität statt Quantität und ein generelles Mit- und Füreinander anstatt eines Gegeneinanders unumgänglich.

Dieser Meinung war auch Andreas Koch, Leiter der Arbeitsgruppe für Sozialgeographie an der Universität Salzburg, der am 16. September in Prad zum Thema „Wohnen als Gesellschaftsprojekt“ sprach. Mangelnder Einsatz und Unterstützung der Politik würden eine Nachhaltigkeits-Faulheit der Gesellschaft fördern. Man kaufe ökologisch und fahre gleichzeitig SUV, lasse Neubauten aus dem Boden schießen, schaffe mit Zweitwohnsitzen aber wenig Mehrwert für den Standort. Die Lösung dafür bestünde - zumindest im Wohnungssektor - in einem grundlegenden Umdenken. Wohnraum müsse als Dienst an der Gemeinschaft, nicht als praktische Investition zum späteren Verkauf gesehen werden. Es brauche eine Hinwendung zum gemeinsamen und sozialen Wohnbau. Geteilte Nutzung von Lebensraum und Ressourcen wurde anhand mehrerer Beispiele aufgezeigt. In der anschließenden Fragerunde wurden auch Abwanderung und Leerstand in Prad angeprangert und besprochen.

„Nutzung, Umnutzung, Modernisierung: In welche Richtung entwickelt sich der Wohnungsmarkt?“ war die Frage, welche Norbert Lantschner, Erd-Charta-Botschafter und Leonhard Resch, Referatsleiter der Arche im KVW beim Unternehmenstalk zu beantworten suchten. Das Bauwesen sei neben Transport und Lebensmittelsektor der dritte „Sünder“, in dem Nachhaltigkeit und Ökologie noch starke Verbesserungen nötig hätten, so Lantschner. Die Einführung des Klimahauses in den 2000ern sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, legte und lege jedoch nur Fokus auf Energieeffizienz und weniger auf nachhaltige Baumaterialien. Um Klimawandel und Erderwärmung entgegenzuwirken müsse auf nachwachsende Rohstoffe gesetzt werden. Das große Ziel sei eine Bauweise mit 3x0: 0 Emissionen, 0 Energie (Wiedergewinnung durch Solarenergie) und 0 Abfall (Weiterverwertung des Entsorgten). Resch widmete sich den effektiven Unterschieden zwischen privatem und gefördertem Wohnbau, die nicht nur finanzieller Natur sind. Was es brauche, sei ein Team an Spezialisten, um Architekten und Bauherren unterstützend zu beraten und die erwähnten drei Säulen umzusetzen. Diese Art der Planung sei noch viel zu wenig verbreitet.

Lea Luzzi, Projektmanagerin der Zebralog GmbH in Berlin, lud in Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff Prad (Ju!P) teilnehmende Jugendliche zum Gesellschaftsspiel „Convivial“ ein, diesmal zum Thema „Zukunftsfähige Räume: Wie wollen wir leben und arbeiten?“. In zwei Spielgruppen wurden Bedürfnisse und Wünsche formuliert und auf das Spielbrett geschrieben. Eine Gruppe plante einen Freiraum für alle, die andere konzipierte ganz konkret den gewünschten Neubau des Prader Jugendtreffs. Gemeinsam wurde eine Idee für eine Umsetzung definiert und ausgearbeitet, bevor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Projekt mithilfe von zahlreichen Materialien (Holz, Hanfstein, Stoff, Papier) in einem anschaulichen Modell visualisierten.

Das Tiny FOP MOB, das kleine FOrschungs- und Praxis-MOBil, ist ein Projekt des Center for Advanced Studies von Eurac Research in Zusammenarbeit mit dem Institut für Erneuerbare Energie, mit der Freien Universität Bozen und den Handwerksbetrieben Habicher Holzbau GmbH und Schönthaler Bausteinwerk GmbH.

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Wer das Tiny FOP MOB noch nicht gesehen hat, kann die Chance in Mals ergreifen. Dort wird es vom 30. September bis zum 13. Oktober zu sehen sein! Bei der Eröffnungsveranstaltung am Peter-Glückh-Platz stehen am 30. September um 16.30 Uhr mögliche Auswege aus der Konsumgesellschaft im Mittelpunkt.

Alle weiteren Termine und Standorte des Tiny FOP MOB finden Sie HIER.

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Project ManagerT 633 550 1740 93+ude.carue@relfok.dirgni

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Vice Project ManagerT 308 550 1740 93+ude.carue@rehcibah.airad

Silvia Gigante

Junior ResearcherCenter for Advanced StudiesT 424 550 1740 93+ude.carue@etnagig.aivlis

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