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Center for Advanced Studies - News & Events - Die Reise des Tiny FOP MOBs durch den Vinschgau - Ein Rückblick

09 November 21

Die Reise des Tiny FOP MOBs durch den Vinschgau - Ein Rückblick

Fünf Stationen des rollenden Reallabors aus Holz und Hanf – Vorträge, Kulturwanderungen und Workshops - Abschlussveranstaltung und Ergebnispräsentation im Sommer 2022

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© Eurac Research | BASIS Vinschgau Venosta

Das Tiny FOP MOB, das kleine FOrschungs- und Praxis-Mobil, hat eine spannende Reise hinter sich. Zahlreiche Interessierte nutzen die Chance, das rollende Reallabor aus Holz und Hanf an seinen Standplätzen in Schlanders, Latsch, Graun und Prad am Stilfserjoch zu besuchen und sich bei den verschiedenen Veranstaltungen, welche im Rahmen des Projektes stattfanden, einzubringen. Auch in Mals im Obervinschgau waren verschiedene Expertinnen und Experten mit Vorträgen und Workshops rund um ein nachhaltiges Leben und Wirtschaften zu Gast. Zeit für einen Rückblick.

Das Tiny FOP MOB ist Bauprojekt, Bildungs- und Forschungsinitiative in einem. Es soll Menschen zum Nachdenken über Nachhaltigkeit anspornen und bereits ein konkretes Beispiel dafür liefern. Das durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanzierte Projekt umfasst die Planung, den Bau und die Nutzung eines CO₂-negativen Reallabors – eine neue Form der Kooperation zwischen Forschung und Gesellschaft. Es soll Raum für Entwicklung innovativer Ideen sowie Verbindungen zwischen Zentrum und Peripherie, zwischen Wissenschaft, Unternehmertum und Bevölkerung, zwischen Praxis und Theorie schaffen. Interessierte waren eingeladen, gemeinsam mit den Forscherinnen und Forschern und Unternehmen an zukunftsfähigen Lösungen zu arbeiten. Drei Events pro Gemeinde waren dafür geplant.

"Zweitbester Moment zum Umdenken ist jetzt"

„Nachhaltigkeit ist kein zu bringendes Opfer für die Wirtschaft, sondern eine Chance zur Weiterentwicklung.“ Valentina Aversano-Dearborn von der Bildungsorganisation Forum ViA, zeigte bei der Eröffnungsveranstaltung des Tiny FOP MOBs am 30. September an seiner letzten Haltestelle in Mals im Vinschgau nicht nur Wege aus der Konsumgesellschaft auf, sie machte auch deutlich, wie dringend nötig ein Wandel in allen Bereichen unserer Gesellschaft sei. „Der beste Zeitpunkt für ein Umdenken war bereits vor 30 Jahren; der zweitbeste ist jetzt“, betonte die Soziologin. Politik wie Wirtschaftstreibende dürften Nachhaltigkeit nicht als Moralapostel vorschreiben, sondern sie vielmehr als begeisterte Botschafterinnen und Botschafter vorleben und ermöglichen.

Beim Unternehmenstalk ergründete Giulio Angelucci, dem Direktor des Amtes für Abfallwirtschaft, die Bedeutung des Wortes Abfall. Der Mensch selbst entscheide, was Abfall sei. Bis auf wenige Ausnahmen seien Überreste der Produktion und des Konsums Wertstoffe, aus denen durch Up-, Down- oder Recycling Neues entstehen könne und solle. Hierfür brauche es verändertes Konsumverhalten. Ein Beispiel aus der Praxis stellte Armin Windegger von der Windegger Group vor, die den Fokus vom reinen Abtransport von Abfall zur nachhaltigen Verwertung verschoben hat und durch Lebenszyklus-Analysen und Wiederverwertung von Elektronikschrott weit über das reine Recycling hinausgeht.

Auch die Kulturwanderung zum Thema „Wie ergänzen sich Tradition und Moderne?“ mit dem Architekten Jürgen Wallnöfer und der Workshop für Kinder und Jugendliche „Wertvolle Abfälle – vom Recycling zum Upcycling“ mit Elisabeth Locher vom Ökoinstitut Südtirol befassten sich mit ebendiesen Themen. Wallnöfer führte durch Mals und zeigte gelungene Beispiele der nachhaltigen Symbiose von Tradition und Moderne, bei denen es gelungen war, die „Seele“ der Orte zu erhalten. Beispiele waren etwa ein aus einem alten Stadel erbauter Wohnraum oder das aus der Finanzkaserne entstandene Hostel „FinKa“. Locher erklärte Kindern und Jugendlichen die drei goldenen Regeln der Abfallwirtschaft „Vermeiden, Wiederverwenden und Recyceln“. Anschließend entstanden Kunstwerke aus vermeintlichen „Abfällen“.

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© Eurac Research - BASIS Vinschgau Venosta
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© Eurac Research - BASIS Vinschgau Venosta
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Ein rollendes Reallabor aus Holz und Hanf - Unterwegs im Auftrag der Nachhaltigkeit

Das Projektteam unter der Leitung des Center for Advanced Studies von Eurac Research in Zusammenarbeit mit dem Institut für Erneuerbare Energie, der Freien Universität Bozen und den Handwerksbetrieben Habicher Holzbau GmbH und Schönthaler Bausteinwerk GmbH blickt auf zwölf spannende Wochen zurück. Rund 1070 Personen besuchten das Tiny FOP MOB in den fünf Pilotgemeinden, 278 allein bei den Veranstaltungen und Vorträgen. Ingrid Kofler, Soziologin und Projektleiterin, bestätigt: „Südtirol braucht mehr solcher Reallabore. Das Tiny FOP MOB ist für uns ein gelungenes Experiment, das noch weite Kreise ziehen wird. Es ist wichtig, dass die Wissenschaft nicht nur im Elfenbeinturm hockt, sondern Orte des Austauschs geschaffen werden.“ Ob es nun um die Herkunft von Rohstoffen in Schlanders ging, um nachhaltige Planung und Architektur in Latsch, um die Zukunft des Wirtschaftens in Graun, um Wohnen als Gesellschaftsprojekt in Prad oder um den Weg zu einer nachhaltigeren Abfallwirtschaft ins Mals: die Themen, die im Rahmen des Projektes aufgegriffen wurden, seien brandaktuell und das große Interesse sei ein vielversprechendes Zeichen.

„Die rege Teilnahme an den Veranstaltungen und Experimenten sowie der Austausch mit Besucherinnen und Besuchern zeigen, dass die Menschen die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umbaus von Wirtschaft und Gesellschaft erkannt haben“, unterstrich auch Daria Habicher, Sozioökonomin und Co-Projektleiterin. „Neben der Bereitschaft, auf individueller Ebene Veränderungen herbeizuführen, braucht es jetzt dringender denn je die nötigen politischen Rahmenbedingungen, Mut zur Innovation und Investitionen in mehr Nachhaltigkeit, sei es in der Mobilität, der Lebensmittelproduktion oder in der Baubranche.“

Die Reise des Tiny FOP MOB durch den Vinschgau ist zwar vorerst beendet, trotzdem wird es an seinem momentanen Standplatz in der BASIS Vinschgau Venosta in Schlanders weiterhin für Besichtigungen und Workshops zugänglich sein. In den kommenden Wochen und Monaten folgt die intensive Auswertung der Ergebnisse des Reallabors durch die Forscherinnen und Forscher von Eurac Research und der Freien Universität Bozen, bevor im Juni 2022 schließlich eine Abschlussveranstaltung folgen wird.

Alle Infos zum Projekt Tiny FOP MOB finden Sie HIER.

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© Eurac Research - BASIS Vinschgau Venosta
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Contact

Ingrid Kofler

Project ManagerT 633 550 1740 93+ude.carue@relfok.dirgni

Daria Habicher

Vice Project ManagerT 308 550 1740 93+ude.carue@rehcibah.airad

Silvia Gigante

Junior ResearcherCenter for Advanced StudiesT 424 550 1740 93+ude.carue@etnagig.aivlis

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