CLAIMES

Reaktionen auf den Klimawandel von alpinen Seen: Ökosystemleistungen, Resistenzunterschiede und Management Konsequenzen

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Alpine Bergseen gelten als Juwelen der Gebirgswelt. Im Zuge des Klimawandels sind einschneidende ökologische Veränderungen dieser Seen zu erwarten. Die ökologischen Funktionen der Bergseen sind eng mit deren Beiträge zum menschlichen Wohlbefinden verknüpft: die sogenannten Ökosystemleistungen (ÖSL). Zum Beispiel sind natürliche Bergseen oft Ausflugsziele für Wanderer, können aber auch zur Wasserversorgung in der Landwirtschaft beitragen. Um sowohl die Ökosysteme der Bergseen als auch deren ÖSL in Zukunft zu erhalten, ist Wissen über die möglichen Folgen von ökologischen Veränderungen durch Klimawandel und der vermutlich zunehmenden menschlichen Nutzung von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang vergleicht das Projekt CLAIMES eine größere Zahl von Bergseen im nördlichen (Niedere Tauern, Österreich) und im südlichen Teil der Alpen (Südtirol, Italien), welche schon seit geraumer Zeit beobachtet werden.


Im ersten Schritt soll die Reaktion der Bergseen auf den Klimawandel innerhalb der letzten 20 Jahre untersucht werden. Zu diesem Zweck werden (1) Temperaturentwicklungen berechnet, (2) Planktonorganismen (wie Bakterien und Alge), und Fische durch moderne DNA-basierte-Verfahren detektiert sowie weitere (3) Indikatororganismen erhoben. Diese Daten werden mit älteren Messdaten verglichen und können so Aufschluss über die Widerstandsfähigkeit von Bergseen im Zuge des Klimawandels geben.


Im zweiten Schritt sollen ÖSL für unterschiedliche See-Typen erhoben werden. Die untersuchten See-Typen lehnen sich dabei an die UN-Kriterien für eine nachhaltige Entwicklung an, wie der Zugang zu sauberem Wasser, der Nutzungsintensität oder der klimatisch bedingten Empfindlichkeit. Bereitstellende und regulierende ÖSL (z. B. Wasserversorgung, Wasserregulierung und Wasserqualität) werden mit Hilfe statistischer Daten, limnologischer Messdaten, sowie Modellierungen erhoben. Kulturelle ÖSL (z. B. Freizeitnutzung) werden mittels Geotagging oder Befragungen erfasst. Auf Grundlage von IPCC Klimaszenarien sollen validierte Temperaturmodelle Auskunft darüber geben, inwieweit die zu erwartenden ökologische Veränderungen der Bergseen auch deren ÖSL beeinflussen können.


Im dritten Schritt soll die gegenwärtige Nutzung von unterschiedlichen Bergseen vergleichend erfasst und bewertet werden. Dazu müssen (1) die relevanten ÖSL bestimmt werden, (2) die ÖSL mit Hilfe von Befragungen gegeneinander abgewogen werden und (3) Indikatoren für die relevanten ÖSL definiert werden. Schließlich sollen die ÖSL unter verschiedenen Klimaszenarien vergleichend bewertet werden. Zuletzt sollen Vorschläge zu umweltpolitischen Instrumenten erarbeitet und präsentiert werden, mit dem Ziel, die nachhaltige Nutzung der Bergseen in Zukunft zu gewährleisten.

Publications
An integrative approach to evaluate ecosystem services of mountain lakes
Ebner M, Fontana V, Schirpke U, Pritsch H, Ohndorf M, Tappeiner U, Kurmayer R (2021)
Vortrag

Konferenz: 12th Symposium for European Freshwater Sciences | Dublin/online | 29.7.2021 - 29.7.2021

An ecosystem service perspective on mountain lakes across socio-ecological contexts.
Ebner M, Schirpke U, Pritsch H, Fontana V, Tappeiner U, Kurmayer R (2021)
Vortrag

Konferenz: 50th Annual Meeting of the Ecological Society of Germany, Austria and Switzerland. | Online | 30.8.2021 - 30.8.2021

Partner
Zentralanstalt für Meteorology und Geodynamik
Universität Innsbruck, Fakultät für Biologie, Institut für Ökologie
Universität für Bodenkultur Wien
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1 - 5
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Biodiversity Monitoring South Tyrol

Biodiversitätsmonitoring Südtirol

Duration: December 2018 - October 2021Funding:
Internal funding EURAC (Project)

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