iMONITRAF! Monitoring 2023: Luftqualität nicht aus dem Blick verlieren

Das iMONITRAF! Netzwerk sammelt seit 2005 Monitoring-Daten über die Verkehrsverhältnisse entlang der wichtigsten transalpinen Korridore (siehe Abbildung 1): Ventimiglia, Fréjus/Mont Cenis, Mont Blanc, Simplon, Gotthard, San Bernardino, Brenner, Tarvisio/Tauern.
Zu den beobachteten Indikatoren gehören auch die Konzentrationen der Luftschadstoffe NO2 (Stickstoffdioxid) und PM10 (Feinstaub). Diese werden im Hinblick auf ihre möglichen Schäden für die Gesundheit der Bürger und die Umwelt überwacht und dementsprechend sind nationale und europäische Grenzwerte zu berücksichtigen. Dank des technologischen Fortschritts bei Fahrzeugen (z. B. neue Euro-Klassen) und der Bemühungen mehrerer Alpenregionen, Anreize für moderne LKWs zu schaffen, sind die NO2- und PM10-Konzentrationen in den letzten fünf Jahren deutlich gesunken. Die EU hat jedoch vor kurzem ihre Luftqualitätsrichtlinie im Lichte neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse überarbeitet und neue Ziele festgelegt, deren Erreichung erhebliche Anstrengungen erfordern wird.
Abbildung 1. Die transalpinen Korridore von iMONITRAF!
Credit: ADianin | All rights reservedIm Jahresbericht iMONITRAF! 2024, wurden Verkehrsdaten für das gesamte Kalenderjahr 2023 gesammelt, und speziell NO2- und PM10-Konzentrationen analysiert. Sie wurden von einer Reihe von Messstationen in der Nähe der oben genannten transalpinen Transitkorridore erfasst und jedes Jahr vom Projektteam erhoben. Die Forscher beobachten dadurch die Veränderungen der Verkehrsflüsse und Schadstoffkonzentrationen im Laufe der Zeit auch im Hinblick auf punktuelle Ereignisse, wie z. B. lokale Maßnahmen, oder globale Ereignisse, wie z. B. Mobilitätseinschränkungen während des Höhepunkts der Covid-19-Pandemie. Wie in Abbildung 2 zu sehen ist, verzeichneten die meisten der beobachteten Stationen von 2018 bis 2023 einen Rückgang der durchschnittlichen jährlichen NO2-Konzentrationen, und bei keiner der beobachteten Stationen wurde der europäische Grenzwert von 40 μg/m3 überschritten. Nach 2022 ist dies das zweite Jahr in Folge, in dem dies geschieht. Eine ähnliche Situation zeigt sich bei Feinstaub (PM10). Auch in den Daten für 2023 wurden keine Stationen erfasst, die die EU- und nationalen Grenzwerte überschritten haben.
Die Überarbeitung der EU-Richtlinie über die Luftqualität sieht jedoch eine Überarbeitung der europäischen Grenzwerte vor, die auf 25 μg/m3 für PM2,5 und 20 μg/m3 für NO2 gesenkt werden. Beziehen wir uns auf diese Schwellenwerte, dann überschreiten neun der im Jahr 2023 beobachteten Messstationen die Grenzwerte (darunter alle sechs Stationen, die entlang des Brenners beobachtet wurden). Das bedeutet, dass die iMONITRAF! Regionen (Abbildung 2) ihre Anstrengungen zur Anpassung an die neuen Normen verstärken müssen. Einerseits kann eine zunehmende Einführung alternativer Fahrzeugtechnologien dazu beitragen, wie z. B. eine zunehmende Präsenz von elektrischen LKWs. Auf der anderen Seite ist eine stärkere Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene wünschenswert. Durch das iMONITRAF! Netzwerk werden Maßnahmen gefördert, die sowohl auf die technologische Entwicklung als auch auf die Verkehrsverlagerung abzielen.
Abbildung 2. Durchschnittliche jährliche NO2-Konzentration für eine Reihe von Messstationen (2018 vs. 2023)
Credit: ADianin | All rights reservedInteressierte Leser sind eingeladen, die Website iMONITRAF!, den Jahresbericht 2024, und seine Zusammenfassungen in italienischer, deutscher und französischer Sprache einzusehen.
Konsultieren Sie die WebGIS-Plattform, auf der Monitoring-Daten und andere für EUSALP relevante Themen gesammelt werden.

Alberto Dianin
Alberto Dianin held his masters´ degree in architecture at the IUAV University of Venice in 2017, and is currently PhD student in transport and spatial planning at the Vienna University of Technology. Since 2018, he has been working as researcher for Eurac Research. Here he develops European and local projects, scientific articles for international journals, as well as presentations for technical conferences. Since 2022, he is project manager for Eurac Research of basic- and applied-research projects focusing on rural accessibility.
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