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MERLIN - MERano - The heaLINg potential of culture


  • PROJEKTBESCHREIBUNG

Die plötzliche Ausbreitung des Coronavirus und seine globalen Folgen haben es erforderlich gemacht, Strategien zum Aufbau und zur Erhöhung der Resilienz auf lokaler Ebene zu entwickeln. Neben der unmittelbaren gesundheitlichen Notlage, hat die aktuelle Pandemie zur Entstehung eines Klimas der Unsicherheit und Angst beigetragen, die zusammen mit den wirtschaftlichen und sozialen Folgen eine zusätzliche Bedrohung für das Wohlergehen von Einzelpersonen und Gemeinschaften darstellt. In diesem Zusammenhang zielt das Forschungsprojekt MERLIN (MERano – The heaLINg potential of culture), das von Eurac Research durchgeführt wird, darauf ab, die Resilienz der Meraner Gemeinschaft zu untersuchen, zu messen und zu stärken.

Was ist die Resilienz einer Gemeinschaft?

Die Resilienz einer Gemeinschaft kann als die Fähigkeit der Gemeinschaftsmitglieder definiert werden, sinnvolle, bewusste und kollektive Maßnahmen angesichts eines sich abzeichnenden Problems zu ergreifen. Dies können beispielsweise sowohl Natur- und Umweltkatastrophen, als auch Wirtschafts-, Sozial- und Gesundheitskrisen sein (Pfefferbaum, 2008). Die Resilienz einer Gemeinschaft lässt sich an ökonomischen, ökologischen, institutionellen, infrastrukturellen und vor allem sozialen und kulturellen Aspekten messen (Contreras, 2016).

In diesem Zusammenhang darf die Rolle der Kultur und des sozialen Zusammenhalts nicht unterschätzt werden, da diese in der Lage sind, die Auswirkungen von Bedrohungen abzumildern, und gegebenenfalls sogar positive Veränderungen innerhalb der Gemeinschaft herbeizuführen. Dies hat widerum große Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Bürger*innen und stellt einen integralen Bestandteil der sozialen Nachhaltigkeit dar. Sowohl materielle als auch immaterielle Aspekte der Kultur* sind somit wichtige Ressourcen für die Resilienz und können in Krisenzeiten als materielle und psychologische Unterstützung fungieren, unabhängig davon, ob die Krisen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Natur sind (Bousquet et al., 2019).




*Was verstehen wir unter Kultur?

Der Begriff der Kultur wird im Rahmen dieses Projekts im weitesten Sinne verstanden: Kultur beinhaltet einerseits die Sitten und Gebräuche, die sich Individuen einer bestimmten Gemeinschaft aneignen, andererseits umfasst sie auch Normen- und Wertesysteme, die das Handeln und die sozialen, politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und moralischen Beziehungen des täglichen Lebens der Bürger*innen beeinflussen, organisieren und strukturieren (vgl. Triandis, 2004). Um eine Handlung oder Eigenschaft als kulturell bezeichnen zu können, muss sie von der Mehrheit der Mitglieder einer Gruppe oder Gemeinschaft geteilt werden, wenn auch nicht notwendigerweise von allen. Kultur wird erlernt und ist nicht auf die biologische Dimension eines Individuums (wie Geschlecht oder Hautfarbe) reduzierbar. Andererseits hat Kultur auch eine greifbare Dimension, die materielle oder symbolische Ausdrucksformen umfasst, sich in Artefakten, Ritualen, Festlichkeiten, kulturellen Praktiken, Kunst und Sprache manifestieren und kurz gesagt, eine bestimmte Gesellschaft widerspiegeln (UNESCO, 2001).




Phasen und Ziele des Projektes

Während des Projekts werden auf lokaler Ebene Primär- und Sekundärdaten mit einer Mischung aus qualitativen und quantitativen Methoden gesammelt, um die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die verschiedenen Dimensionen der Resilienz der Meraner Gemeinschaft zu bewerten (kulturell, sozial, ökonomisch, institutionell, infrastrukturell und ökologisch). Kulturelle und soziale Aspekte werden stärker hervorgehoben, da sie den Schwerpunkt der Forschungsfrage darstellen. Die Analyseeinheit des Projekts ist sowohl die Meraner Gemeinschaft als Ganzes als auch spezifischere soziale Kategorien, die den negativen Auswirkungen der Pandemie am meisten ausgesetzt waren: vor allem ältere Menschen, aber nicht nur. Das Ziel des Projekts ist es, eine Reihe von Indikatoren der Resilienz einer Gemeinschaft zu entwickeln. Diese sollen es ermöglichen, zu bewerten, inwiefern die Stadt über Fähigkeit verfügt, widerstandsfähige Dynamiken zur Überwindung der aktuellen Krise zu entwicklen, auch dank des sozialen Zusammenhalts und der Art und Weise, wie Kultur erlebt und gelebt wird. Letztendlich möchte das Projekt eine Reihe von praktischen Indikationen generieren, um diese Dynamiken sowohl mit einem Top-Down-Ansatz durch die Institutionen als auch – und vor allem – mit einem Bottom-Up-Ansatz, als kollektive Aktion, zu erleichtern.

Parallel zur lokal durchgeführten Forschung werden Daten und Informationen gesammelt und good practices auf lokaler und internationaler Ebene identifiziert und gesammelt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Digitalisierung als Mittel, um, trotz der vielen Einschränkungen im Zuge der Pandemieeindämmung und des social distancing, innovative Lösungen und Möglichkeiten zu finden.

Um die Einbindung der Meraner Gemeinschaft zu gewährleisten, wird ein Methodenmix eingesetzt: Ethnographie, Einzel- und Gruppeninterviews (Fokusgruppen und Walking-Interviews), quantitative Fragebögen und die Erhebung statistischer Daten zur sozioökonomischen Situation, zur demographischen Entwicklung, zum Tourismus und zu den Dienstleistungen sind vorgesehen. Gezielte Interventionen werden weiter für die von der aktuellen Krise am stärksten betroffenen sozialen Gruppen durchgeführt, und sollen diese mittels Online- und Offline-Tools an kulturelle und soziale Aktivitäten heranführen, um deren Resilienz und sozialen Zusammenhalt zusätzlich zu stärken.

Die Ergebnisse der Forschung werden schrittweise durch die Organisation von Workshops und anderen partizipativen Veranstaltungen sowie durch die Presse öffentlich präsentiert und diskutiert.

Zeitrahmen: 2020 - fortlaufend

Projekt-Team:
Harald Pechlaner, Giulia Isetti, Alessio Tomelleri, Linda Ghirardello, Maximilian Walder.

Projektbeschreibung als PDF:Flyer_Merlin_IT-DE - NEW.pdf

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