In Zusammenarbeit mit mehreren Kooperationspartnern findet Anfang April 2022 eine besondere Veranstaltungswoche statt, in der über den Begriff „Autonomie“ nicht historisch oder politisch, sondern philosophisch nachgedacht wird. Der Begriff bedeutet nämlich mehr als der kollektive Schutz einer territorialen Minderheit, wie wir ihn aus unserer Region kennen.
„Erkenne Dich selbst“ stand über dem Eingang des Apollotempels in Delphi; „Werde, der Du Bist“ heißt es bei Pindar; „Was kann denn wohl die Freiheit des Willens sonst sein als Autonomie?“ fragt Kant. Wer nach seinem eigenen Willen handelt, erfährt sich als eigenständig und selbstbestimmt. Mehr noch: Die Autonomie verleiht einer Person Mündigkeit, Verantwortung und schließlich Würde. Und nur wer autonom ist, kann für seine eigenen Handlungen einstehen.
In mehrsprachigen Events, Workshops und Gesprächen in Bozen, Meran, Brixen und Schlanders werden diese und andere Fragen behandelt: Was heißt persönliche und kollektive Autonomie eines Menschen? Welche Bedeutung hat Autonomie in den Weltreligionen? Wie wirkt sich der Gebrauch von Sprache auf unsere persönliche Autonomie aus? Und wie standen die alten Griechen zum Thema Selbstbestimmung? Das philosophische Nachdenken über „Autonomie“ lohnt sich, kann Meinungen in Frage stellen und den Horizont erweitern – gerade als Bewohnerin und Bewohner einer Minderheitenregion.

