Ein Jahrzehnt institutioneller Verantwortung
Runder Tisch anlässlich des Internationalen Tags der Migranten und Migrantinnen
17.00-18.30, Eurac Research
Der Sommer 2015 gilt als Wendepunkt der europäischen Fluchtpolitik. Hunderttausende Menschen machten sich damals auf den Weg nach Europa, um vor Krieg, Gewalt und Perspektivlosigkeit zu fliehen. Bilder von Geflüchteten auf den Balkanrouten, überfüllten Zügen, Zeltlagern an Grenzen und der tragischen Flucht über das Mittelmeer prägten das öffentliche Bewusstsein. Neben einer breiten Welle der Solidarität der Zivilgesellschaft und der Willkommenskultur prägten politische und soziale Spannungen, Rassismus und Grenzschließungen diese Zeit. Auch Südtirol wurde in dieser Zeit zu einem wichtigen Ziel oder Durchgangsort für Geflüchtete. Innerhalb weniger Monate mussten Unterkünfte geschaffen, Verwaltungsstrukturen aufgebaut und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Land, Gemeinden, Hilfsorganisationen und Zivilgesellschaft entwickelt werden. Der Ausnahmezustand wurde vielerorts zur alltäglichen Aufgabe und damit zum Beginn einer neuen Phase institutioneller Verantwortung. Die Erfahrung dieser Jahre haben unser Verständnis von Flucht, Aufnahme und Integration nachhaltig geprägt. Sie haben Fragen nach Solidarität, nach den Grenzen und der Rolle Europas aufgeworfen. Diese Fragen wirken bis heute nach und beeinflussen das gesellschaftliche Klima ebenso wie politische Entscheidungen.
Zehn Jahre später lädt diese öffentliche Veranstaltung zur gemeinsamen Reflexion ein: Was wurde in der Südtiroler Flucht- und Integrationspolitik erreicht? Wo lagen die Herausforderungen und wo liegen sie immer noch? Und welche Geschichten, Perspektiven und Menschen stehen hinter den politischen Entscheidungen?
Am Runden Tisch diskutieren ehemalige und aktuelle Entscheidungsträger und -trägerinnen sowie Vertreter und Vertreterinnen von Organisationen, die in der Flüchtlingsaufnahme tätig sind:
- Martha Stocker, ehemalige Landesrätin für Gesundheit, Sport, Arbeit und Soziales
- Rosmarie Pamer, aktuelle Landesrätin für Sozialen Zusammenhalt, Familie, Senioren,Genossenschaften und Ehrenamt
- Monika Hofer Larcher, Gemeinderätin in Eppan
- Markus Frei, Koordinator SAI, Bezirksgemeinschaft Eisacktal
Es moderiert: Verena Wisthaler, Zentrum für Migration und gesellschaftlichen Wandel, Eurac Research
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Italienisch statt, bzw. alle Teilnehmenden sprechen in ihrer jeweiligen Sprache ohne Simultanübersetzung.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Nach der Veranstaltung findet ein Umtrunk statt.
Kontakt
Verena Wisthaler, Centro per le migrazioni e i cambiamenti sociali, verena.wisthaler@eurac.edu

