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openEO wird zum internationalen Standard

Ein europäischer Weg zur gemeinsamen Nutzung von Satellitendaten

Die neuen Generationen von Erdbeobachtungssatelliten –  vor allem die Sentinel-Missionen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) – erzeugen riesige Datenmengen, die neue Möglichkeiten für die Forschung und für zahlreiche Anwendungen eröffnen. Diese Datensätze auf einem Computer zu speichern und zu verarbeiten ist unmöglich geworden, der Trend geht deshalb zum Cloud Computing: Man greift auf Daten zu, die auf einer Cloud-Plattform gespeichert sind, nutzt die dort angebotene spezialisierte Software, um sie zu verarbeiten, und kann auch die Ergebnisse, die man erstellt, über die Cloud-Plattform frei verfügbar machen, damit andere damit weiter arbeiten können.

Cloud-Systeme sind aber oft unterschiedlich aufgebaut und verwenden jeweils eigene technische Lösungen. Ohne gemeinsame Standards ist es für Nutzer und Entwickler schwierig, Anwendungen effizient über verschiedene Systeme hinweg zu nutzen. Eine standardisierte Schnittstelle wie openEO ist daher von zentraler Bedeutung.

Vor rund zehn Jahren wurde die Idee von openEO erstmals in einem Whitepaper vorgestellt, und seitdem ist Eurac Research auch an der Entwicklung beteiligt. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungspartnern arbeitete ein Team um Alexander Jacob an der technischen Umsetzung, überprüfte die Methode wissenschaftlich und testete sie unter anderem in Fallstudien zur Wald- und Schneebeobachtung. Finanziert wurde das Projekt ursprünglich durch das Programm Horizon 2020 der Europäischen Kommission.

In den folgenden Jahren unterstützte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) die Weiterentwicklung von openEO. Die openEO Platform wurde zunächst zu einem operativen Dienst ausgebaut und wurde so dank des Föderationskonzeptes zu einem der größten Erdbeobachtungsdatenanbieter. Durch die Vereinheitlichung wird die Analyse dieser Daten maßgeblich vereinfacht. 2023 wurde openEO auch zur offiziellen Schnittstelle des europäischen Portals Copernicus Data Space, das freien und direkten Zugang zu Copernicus-Satellitendaten – etwa den Sentinel-Missionen – ermöglicht. Durch die Unterstützung von EUMETSAT hält openEO auch Einzug in Destination Earth als Daten- und Analyseschnittstelle für Digitale Zwillinge. Damit wurde die Rolle von openEO in der europäischen Erdbeobachtung weiter gestärkt.

Die Anerkennung von openEO als OGC-Community-Standard ist jetzt ein weiterer wichtiger Meilenstein. Dieser offene Standard wird von einer internationalen Gemeinschaft aus Entwicklern und Nutzern gemeinsam definiert und gepflegt. Die Anerkennung würdigt auch den wichtigen Beitrag Europas in der Weiterentwicklung der Analyse von Satellitendaten weltweit.

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