Zwischen Bioarchäologie, Klima und Metabolomik
Drei Projekte mit den Open Research Award ausgezeichnet
Mit diesen Worten beschreibt die Direktion von Eurac Research, warum Open Science für das Forschungszentrum eine immer wichtigere Rolle spielt. Sichtbar wird das auch beim institutsinternen Open Research Award, mit dem Projekte ausgezeichnet werden, die auf Offenheit und Transparenz setzen.
Für die dritte Auflage des Wettbewerbs gingen acht Bewerbungen ein – mit ganz unterschiedlichen Themen, Forschungsteams und Erfahrungsniveaus. Die unabhängige Jury, bestehend aus Sarahanne Field von der Universität Groningen in den Niederlanden, Valentina Romano vom Politecnico di Milano sowie Tony Ross-Hellauer vom Know-Centre in Graz, vergab schließlich drei Auszeichnungen.
Alice Crespi, Giacomo Bertoldi
Credit: Eurac Research | Oscar DiodoroDer Hydrologe Giacomo Bertoldi und die Physikerin Alice Crespi waren mit einem Projekt im Wettbewerb vertreten, an dem mehrere hundert Schülerinnen und Schüler aus zehn Oberschulen beteiligt waren. Gemeinsam arbeiteten sie daran, den historischen italienischen Datenschatz zu Niederschlägen und Temperaturen zugänglich zu machen. Die Jugendlichen digitalisierten mehr als 4.000 Seiten mit Messdaten, die teilweise bis ins Jahr 1915 zurückreichen.
Das Projekt entstand im Rahmen der Citizen-Science-Initiative Cli-DaRe, die von der Italienischen Gesellschaft für Atmosphären- und Meteorologiewissenschaften koordiniert wird. Beteiligt waren die staatliche Universität Mailand, die Universität Trient, das Politecnico di Milano, das Institut für Atmosphären- und Klimawissenschaften ISAC/CNR, Eurac Research und die Italienische Meteorologische Gesellschaft. Die Jury hob insbesondere diese Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen hervor – als Zeichen eines „starken Engagements für die Gemeinschaft“.
Sabry Sarhan
Credit: Eurac Research | Oscar DiodoroSabry Sarhan ist Bioarchäologe. Er untersucht menschliche Überreste aus archäologischen Kontexten . Mithilfe von DNA-Analysen, CT-Scans und Isotopenuntersuchungen lässt sich rekonstruieren, wie Menschen in der Vergangenheit gelebt haben. Denn Auskunft geben die Überreste selbst, nicht Texte oder Kunstwerke, die oft von bestimmten Perspektiven geprägt sind. So lassen sich etwa Rückschlüsse auf Ernährung, Krankheiten und die Lebensumstände einzelner Menschen ziehen.
Sarhan beschäftigte sich unter anderem mit dem Erhaltungszustand von Ötzi. Die Jury würdigte besonders seine „Beharrlichkeit beim Überwinden infrastruktureller Hürden“ sowie seinen „sensiblen Umgang mit ethischen Fragen“.
Philippine Louail
Credit: Eurac Research | Oscar DiodoroPhilippine Louail ist die jüngste der Ausgezeichneten. Sie ist eine äußerst engagierte Doktorandin im Bereich Biomedizin, wie auch die Jury betonte: „Besonders bemerkenswert ist ihre Fähigkeit, Softwareentwicklung, Initiativen zur Standardisierung innerhalb der Community und Ausbildungsaktivitäten miteinander zu verbinden. Damit leistet sie einen konkreten Beitrag dazu, transparente und reproduzierbare Forschungspraktiken zu etablieren. Angesichts dessen, dass sie noch am Anfang ihrer wissenschaftlichen Laufbahn steht, sind ihre Forschungsaktivitäten wirklich beeindruckend.“
Louail entwickelt Open-Source-Software für die Massenspektrometrie sowie reproduzierbare computergestützte Arbeitsabläufe, um metabolomische Daten besser vergleichbar zu machen. Sie unterstützt Forschungsteams dabei, ihre Arbeit zu standardisieren und offene Lehrmaterialien zu entwickeln.


