Im Rahmen des Projekts „Auerhuhn im Fokus“, das der Erforschung, Förderung und dem langfristigen Schutz des Auerhuhns in Südtirol gewidmet ist, findet am 18. Dezember eine Fachveranstaltung an der Eurac Research in Bozen statt.
Fachveranstaltung des Projekts „Auerhuhn im Fokus“
- Date: 18.12.2025
- Place: Eurac Research - Seminar 1-2-3
Das Auerhuhn gilt als sogenannte Schirmart – das heißt: Wer seinen Lebensraum schützt, bewahrt zugleich eine Vielzahl anderer Arten, die dort ebenfalls vorkommen.
Credit: Eurac Research | Andrea De GiovanniEin zentraler Programmpunkt ist die aktive Einbindung des lokalen Wissens der Forstbeamt:innen und Jagdaufseher in das Projekt. An verschiedenen Arbeitstischen wirken sie an Verbreitungskarten des Auerhuhns in Südtirol mit und bringen wertvolle Hinweise aus ihrem langjährigen Erfahrungswissen ein. Dieses lokale Expertenwissen wird im Projekt bewusst sichtbar gemacht und fachlich weiter vertieft.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht zudem die Einschulung der Forstbeamt:innen und Jagdaufseher für das fachgerechte Sammeln von Probenmaterial für genetische Analysen im kommenden Winter. Diese provinzweiten Beprobungen sollen Aufschluss darüber geben, wie stark die verschiedenen Auerhuhnpopulationen in Südtirol miteinander vernetzt sind oder wo möglicherweise isolierte Vorkommen bestehen. Vernetzte Populationen – und damit ein funktionierender genetischer Austausch – sind entscheidend für den langfristigen Erhalt jeder Tierart, so auch für das Auerhuhn.
Das übergeordnete Ziel des Projekts „Auerhuhn im Fokus“ besteht darin, den Erhaltungszustand der Auerhuhnpopulation in Südtirol besser zu verstehen, neue Monitoringmethoden zu erproben und wissenschaftliche Grundlagen für ein gezieltes Auerhuhnmanagement zu entwickeln. Neben genetischen Analysen werden dazu auch Habitatmodelle erstellt sowie Methoden der passiven Bioakustik getestet, bei denen Audiorecorder an Balzplätzen installiert und die Aufnahmen anschließend mittels KI ausgewertet werden. Die Partner des länderübergreifenden Projekts zwischen Südtirol und Vorarlberg sind neben dem Institut für Regionalentwicklung Eurac Research, das Amt für Wildtiermanagement, das Forstinspektorat Bozen 1, das Wildbiologische Büro Grünschachner Berger, die FH Kärnten, der Südtiroler Jagdverband, die Vorarlberger Jägerschaft und die BOKU Wien.
Das im Zuge des Projekts gewonnene Wissen wird künftig ermöglichen, jene Lebensräume gezielt zu fördern, zu pflegen, zu beruhigen oder wiederherzustellen, die für das Überleben der Art besonders wichtig sind. Auch waldbauliche Maßnahmen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Da das Auerhuhn als ökologische Schirmart gilt, profitieren von der Aufwertung seines Lebensraums zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten, die diesen sensiblen Lebensraum teilen. Durch gezielte Maßnahmen zugunsten des Auerhuhns wird somit ein umfassender Beitrag zur allgemeinen Biodiversität und zur ökologischen Qualität der Bergwälder in Südtirol geleistet.



