Biomedizinische Forschung schafft Wissen, das die Gesundheit von Menschen verbessern kann und wirft dabei immer wieder auch ethische Fragen auf. Die Forschungsgruppe Biomedical Ethics and Policy am Institut für Biomedizin beschäftigt sich mit genau diesen Fragen und untersucht die ethischen und gesellschaftlichen Dimensionen biomedizinischer Forschung. Dazu gehören Themen wie die Teilnahme an Studien und Biobanken sowie die Verwendung und Weitergabe von Daten und biologischen Proben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Mit ihrer Arbeit bringt sich die Gruppe aktiv in internationale Diskussionen zu Bioethik, Biobanking und dem verantwortungsvollen Umgang mit Gesundheitsdaten ein. Durch die enge Zusammenarbeit der Forscherinnen und Forscher am Institut stellt die Gruppe sicher, dass ethische Überlegungen von Anfang an Teil des Forschungsprozesses sind – im Sinne eines Ethics-by-Design-Ansatzes. Ein zentrales Ergebnis dieser Arbeit ist der ethische Rahmen für das Biobanking, der im Rahmen der CHRIS-Studie entwickelt wurde. Mit innovativen Konzepten wie der dynamischen informierten Einwilligung und klar definierten Zugangsrichtlinien für Daten und biologische Proben, die aus dieser Arbeit hervorgegangen sind, setzt das Institut europäische Maßstäbe für eine verantwortungsvolle, Teilnehmenden-orientierte und gesellschaftlich relevante Forschung.
Die Arbeit der Biomedical Ethics and Policy-Gruppe vereint wissenschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven. Sie untersucht, wie sich die Interessen von Studienteilnehmenden, Forschenden und weiteren Akteuren in Einklang bringen lassen, um verantwortungsvolle Forschung zu ermöglichen. Dafür kombiniert sie empirische Studien – unter Einsatz sozialwissenschaftlicher Methoden wie Befragungen und Interviews – mit theoretischer Reflexion. Auf diese Weise identifiziert und analysiert die Gruppe ethische Herausforderungen und entwickelt Lösungen, die die Rechte der Beteiligten mit den praktischen Realitäten der Forschung in Einklang bringen.
In enger Zusammenarbeit mit der Rechtsabteilung des Instituts überführt die Gruppe ihre Erkenntnisse in konkrete Instrumente: ethische Rahmenwerke, Workflows und Leitlinien, die Forschende bei der verantwortungsvollen Planung und Durchführung ihrer Projekte unterstützen.



