Auf dem Rittner Horn wird in diesen Wochen die Antenne für den Empfang von Satellitendaten abgebaut – sie war seit 2009 in Betrieb.
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In diesen Jahren haben wir durch die Antenne zwei wichtige Ziele erreicht:
Die Umweltüberwachung in Südtirol wurde auf modernsten Stand gebracht, wodurch sich die Sicherheit und der Schutz von Menschen und Natur verbessert haben. So verfügen wir beispielsweise seit 2010 über ständig aktualisierte Schneekarten.
Dank der Antenne ist unser Team zu dem geworden, was es in Sachen Professionalität auf internationalem Niveau sind. Mehr als hundert Fachleute aus Technik und Forschung haben sich auf dem Gebiet der Satellitendatenverarbeitung spezialisiert. Ihre Expertise hat zu Veröffentlichungen in renommierten Wissenschaftsjournalen geführt und neue Projekte initiiert, die einerseits dazu beigetragen haben, das Risiko von Naturgefahren wie Erdrutschen oder Dürren weiter zu verringern, und andererseits neue hochwertige Arbeitsplätze geschaffen haben.
Wie alles begann
Anfang der 2000er Jahre zog die Autonome Provinz Bozen erstmals in Betracht, die Satellitentechnologie, die in jenen Jahren auf dem Vormarsch war, zur Erdbeobachtung in Südtirol zu nutzen. Im Forschungszentrum Eurac Research fand sie schnell den idealen Partner, um ein Projekt zu konzipieren und umzusetzen, das die Installation einer Antenne und ein System zur Erfassung und Verarbeitung von Satellitendaten vorsah.
Im Jahr 2001 hatte die NASA mit den Satelliten Aqua und Terra die ersten wissenschaftlichen Missionen gestartet, deren Daten frei zugänglich waren. Allerdings wurden die Satellitenbilder mit einigen Tagen Verzögerung zur Verfügung gestellt. Um Schneeverhältnisse, Luftqualität, Wolkenbedeckung und Flächenparameter optimal überwachen zu können, werden aber laufend aktuelle Daten benötigt. Ab 2009 garantierte die Antenne auf dem Rittner Horn dann genau das: den Empfang von Daten in nahezu Echtzeit, direkt beim Überflug des Satelliten. Die Daten wurden per Funk an die Server im Hauptsitz von Eurac Research in der Drususallee (Bozen) übertragen und dort verarbeitet, was einen erheblichen Vorteil in Bezug auf Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit darstellte.
Das Team bestand zu diesem Zeitpunkt aus:
Walter Huber, damaliger Ressortdirektor für Raumordnung, Umwelt und Energie der Autonomen Provinz Bozen, Manfred Fuchs, in Südtirol geborener Gründer des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB, und Stephan Ortner, Direktor von Eurac Research, die die Mittel zur Umsetzung der ersten Ideen aufbrachten;
Christian Steurer, Telekommunikationsingenieur, und Marc Zebisch, Klimatologe, die das damalige Institut für Angewandte Fernerkundung von Eurac Research leiteten, das anlässlich des Projekts der Satellitenantenne gegründet wurde;
Roberto Monsorno, Elektroingenieur, der gemeinsam mit weiteren Mitarbeitern von Eurac Research, darunter Giovanni Cuozzo und Armin Costa, für die Installation und die Software sorgte;
Claudia Notarnicola, Physikerin, die zu Beginn des Projekts als Expertin für Satellitenbilder zu Eurac Research kam und heute das Institut für Erdbeobachtung leitet.
Die technischen Daten
Die weiße Kugel auf dem 30 Meter hohen Mast auf dem Rittner Horn hat einen Durchmesser von 6 Metern, die Schüssel im Inneren einen Durchmesser von 5,20 Metern.
Die Infrastruktur stellte die Mailänder Firma Carlo Gavazzi Space (heute Compagnia Generale per lo Spazio) bereit, das Telekommunikationssystem hingegen wurde von einem Ingenieursteam von Eurac Research eingerichtete und bis heute gewartet.
Warum die Antenne abgebaut wird
Die Satellitentechnologie hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Es gibt heute Plattformen (zum Beispiel von der EU finanziert mit Zugang zu den ESA-Copernicus-Daten), die Daten zeitnah zur Verfügung stellen und es ermöglichen, sie in der Cloud zu verarbeiten, wodurch Serverkosten eingespart werden können. Aus diesem Grund hat Eurac Research entschieden, vermehrt in die Rechenleistung zu investieren.
Wie es mit der Antenne weitergeht
Im Zuge einer Ausschreibung wurde die Firma Elektro A. Haller damit beauftragt, die Antenne abzubauen.
Bei ihrer Installation entsprach die Antenne auf dem Rittner Horn dem neusten Stand der Technik, heute ist sie zwar technologisch veraltet, trägt aber weiterhin ihre Früchte: Wir haben in diesen Jahren Expertise über die Verarbeitung von Satellitendaten erworben und ein hochspezialisiertes Team aufgebaut, auf das wir nach wie vor bauen können. Das Institut für Erdbeobachtung von Eurac Research – ehemals Institut für Angewandte Fernerkundung – ist gewachsen und hat drei Kompetenzzentren hervorgebracht: das Center for Sensing Solutions, Glomos – Zentrum zum Schutz und Erhalt von Gebirgsräumen, und das Center for Climate Change and Transformation. Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an der Antenne gearbeitet haben, setzten ihre Karrieren anderswo fort, etwa beim Land oder bei multinationalen Unternehmen, sie haben Professuren an wichtigen Universitäten inne oder Start-ups gegründet, die zu etablierten Firmen gewachsen sind – auch auf dieses Kontaktnetzwerk kann Eurac Research weiterhin zählen.
Die Antenne hingegen wird ihren Ruhestand an der Technologischen Fachoberschule Max Valier in Bozen verbringen und die nächste Generation an die Techniken der Fernerkundung heranführen.

