BRIDGE-ESM AUFBAU ROBUSTER ERKENNTNISSE DURCH MIT DEEP LEARNING GENERIERTE ENERGIESYSTEMMODELLE
Dieser dreimonatige Forschungsaufenthalt an der University of Victoria (Kanada) zielt darauf ab, Machine-Learning-Anwendungen in der Energiesystemmodellierung voranzutreiben, indem ausgeklügelte Surrogatmodelle entwickelt werden, die die Rechenzeit erheblich reduzieren und gleichzeitig eine hohe Genauigkeit beibehalten.
Hauptziele:
- Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe von Prof. Madeleine McPherson zur Verbesserung von Machine-Learning-basierten Surrogatmodellen für die Optimierung von Energiesystemen
- Vergleich zweier unterschiedlicher Ansätze: Betriebsoptimierung (Eurac-Methode) vs. direkte Kapazitätserweiterungsoptimierung (UVic-Methode)
- Anwendung beider Methoden auf das kanadische Energiesystem als umfassende Fallstudie
- Entwicklung fortgeschrittener Techniken für Unsicherheits- und Sensitivitätsanalysen
- Etablierung robuster Validierungsrahmen für die Zuverlässigkeit von Surrogatmodellen
Die Forschung ist in fünf überlappende Arbeitspakete gegliedert: Methodenintegration und Rechenumgebungs-Setup, Entwicklung des kanadischen Energiesystemmodells, Implementierung der vergleichenden Analyse, Validierung und Unsicherheitsanalyse sowie gemeinsame Vorbereitung eines Artikels für eine peer-reviewte Publikation.
Die Mobilität führte zu einer gemeinsamen hochrangigen Publikation, stärkte internationale Forschungspartnerschaften und positionierte beide Institutionen an der Spitze der Machine-Learning-Anwendungen in der Energieplanung. Die entwickelten Methoden verbessern die Echtzeit-Entscheidungsfähigkeiten für die Energiesystemplanung und unterstützen den Übergang von akademischer Forschung zur praktischen Politikumsetzung.
Kontext und Hintergrund
Das BRIDGE-ESM-Projekt stellt eine strategische Zusammenarbeit zwischen Eurac Research (Italien) und der University of Victoria (Kanada) dar und konzentriert sich auf die Weiterentwicklung von Machine-Learning-Anwendungen in der Energiesystemmodellierung. Diese Forschung baut auf einer Veröffentlichung von 2024 in der Zeitschrift Energy mit dem Titel "Machine learning as a surrogate model for EnergyPLAN: speeding up energy system optimization at the country level" auf, die zeigte, dass ML-basierte Surrogatmodelle die Rechenzeit um 64% reduzieren können, während eine hohe Genauigkeit beibehalten wird.
Traditionelle Energiesystemmodelle erfordern erhebliche Rechenressourcen, was sie für Echtzeit-Entscheidungen und umfangreiche Unsicherheitsanalysen unpraktisch macht. Diese Einschränkung behindert die Fähigkeit von politischen Entscheidungsträgern und Planern, mehrere Szenarien während Stakeholder-Meetings oder Planungssitzungen zu erkunden. Durch die Entwicklung ausgeklügelter Surrogatmodelle mittels Deep-Learning-Techniken zielt dieses Projekt darauf ab, zu revolutionieren, wie lokale und regionale Behörden mit Energieplanungswerkzeugen interagieren.
Forschungsmethodik
Das Projekt verwendet einen vergleichenden Forschungsansatz und untersucht zwei unterschiedliche Surrogatmodellierungsstrategien:
Eurac Research Ansatz: Konzentriert sich auf Betriebsoptimierung und erstellt Surrogatmodelle, die den Energiesystembetrieb unter verschiedenen Szenarien schnell vorhersagen können.
University of Victoria Ansatz: Fokussiert sich auf direkte Kapazitätserweiterungsoptimierung und verwendet Deep Learning zur Vorhersage optimaler Infrastrukturinvestitionen für Dekarbonisierungspfade.
Beide Methoden wurden auf das kanadische Energiesystem angewendet, was eine umfassende Fallstudie bietet, um ihre relativen Stärken, Recheneffizienz und Genauigkeitsniveaus zu bewerten. Diese parallele Implementierung ermöglicht einen direkten Vergleich und eine Synthese der Ansätze und generiert Erkenntnisse, die das gesamte Feld der ML-Anwendungen in der Energiemodellierung voranbringen.
Arbeitsstruktur und Zeitplan
Die Forschung wurde in fünf überlappende Arbeitspakete organisiert, die zwischen Juni und August 2025 durchgeführt wurden:
AP1 - Methodenintegration: Etablierung von Kooperationsprotokollen, Ausrichtung der Rechenumgebungen und Austausch detaillierter methodischer Ansätze zwischen den Forschungsteams.
AP2 - Entwicklung des kanadischen Energiesystemmodells: Anpassung beider Surrogatmodellierungsansätze an den kanadischen Kontext, einschließlich Datensammlung, Vorverarbeitung und erster Implementierung.
AP3 - Vergleichende Analyse: Parallele Implementierung beider Ansätze, Durchführung von Simulationen, Analyse der Rechenleistung und Dokumentation von Unterschieden in Ergebnissen und Effizienz.
AP4 - Validierung und Unsicherheitsanalyse: Umfassende Tests einschließlich Sensitivitätsanalysen, Unsicherheitsquantifizierung und Robustheitsbewertung über verschiedene Szenarien hinweg.
AP5 - Ergebnisdokumentation: Statistische Analyse vergleichender Ergebnisse, Vorbereitung von Visualisierungen und gemeinsame Erstellung eines Forschungsartikels für peer-reviewte Publikation.
Hauptergebnisse und Outcomes
Das Projekt erreichte erfolgreich alle geplanten Ziele. Die vergleichende Analyse enthüllte bedeutende Erkenntnisse darüber, wie unterschiedliche Parametereingaben die Ergebnisse der Energiewende-Modellierung beeinflussen. Umfassende Validierungsprotokolle wurden etabliert, die robuste Rahmenwerke für zukünftige Anwendungen von Surrogatmodellen in der Energiesystemplanung bieten.
Ein wichtiges Ergebnis war die Entwicklung von Methoden, die Echtzeit-Entscheidungsunterstützungsfähigkeiten für Energieplaner ermöglichen. Diese Tools können nahezu sofortige Ergebnisse liefern, wodurch anspruchsvolle Energiesystemanalysen für nicht-technische Stakeholder zugänglich werden und interaktive Szenarioerkundungen während politischer Diskussionen ermöglicht werden.
Die Zusammenarbeit führte zur Vorbereitung eines hochrangigen Forschungsartikels, der methodische Vergleiche und Best Practices dokumentiert und sich derzeit in der finalen Schreibphase vor der Einreichung bei einer peer-reviewten Zeitschrift befindet.
Strategische Auswirkungen und Zukunftsperspektiven
Über die unmittelbaren Forschungsergebnisse hinaus hat diese Zusammenarbeit erhebliche strategische Vorteile generiert. Die Partnerschaft wurde durch die gemeinsame Vorbereitung und Einreichung eines bedeutenden Forschungsantrags beim Decarbonization & Energy Virtual Institute (DEVI)-Programm der Schmidt Sciences Foundation weiter gestärkt. Matteo Prina fungierte als Principal Investigator mit Eurac Research als Projektkoordinator für diesen umfassenden Antrag, der die University of Victoria als Schlüsselpartner neben 19 anderen internationalen Institutionen einbezieht.
Bei Erfolg (Ergebnisse werden im Dezember 2025 erwartet) wird dies zu einem von Eurac Research koordinierten 10-Millionen-Dollar-Projekt führen, das ein globales Netzwerk zur Weiterentwicklung von Dekarbonisierungs-Modellierungsmethoden etabliert. Dies stellt eine signifikante Verstärkung der Auswirkungen des ursprünglichen Forschungsbesuchs dar und demonstriert, wie strategische internationale Zusammenarbeit bedeutende Forschungsinitiativen katalysieren kann.
Das Projekt positioniert beide Institutionen an der Spitze eines aufkommenden Feldes, schafft Möglichkeiten für fortgesetzte Zusammenarbeit und etabliert Expertise, die wertvoll sein wird, da die Nachfrage nach recheneffizienten Modellierungsansätzen im Energiesektor weiter wächst.
- Project duration: -
- Project status:
- Funding: Public institutions (Other projects /Project)
- Institute: Institut für Erneuerbare Energie
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