Vielfalt bewegt: Diversität und Sport
Im Südtiroler Kontext, der geprägt ist von einem Zusammentreffen multipler Identitäten, sei es dem Zusammenleben der historischen deutschen, italienischen und ladinischen Sprachgruppen, sei es der zunehmenden Internationalisierung der Gesellschaft als auch der zunehmenden Diversifizierung allgemein innerhalb der Bevölkerung in Bezug auf Migrationshintergrund, Herkunft, ethnische Zugehörigkeit, Religion, Sprache, Kultur, Gender, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck und/oder sexuelle Orientierung, wissen wir allerdings noch zu wenig über das Zusammenspiel von Vielfalt und Sport: Warum muss sich Jannik Sinner immer wieder verteidigen, ein ‚echter‘ Italiener zu sein? Wie geht es weiter im Eishockey mit der Anklage von Red Bull Salzburg gegen Liga Bozen nachdem der schwarze Salzburg-Spieler Ali Wukovits Zielscheibe von Attacken der Bozen-Spieler wurde und deren Fans ihn anschließend auch mit Affenlauten rassistisch verunglimpft hatten? Warum kommt es nach einem Werbefoto des Sportartikelherstellers Salewa mit einem schwarzen Model zu einem rassistischen Shitstorm in den sozialen Medien und einer Rechtfertigung von Seiten Salewas?
Der Verband Südtiroler Sportvereine wirbt im Rahmen der „Fair Play Kampagne“ schon seit Jahren um faires Verhalten - Respekt, Rücksicht, Achtung vor den sportlichen Gegnern und Kollegen sowie Kampf- und Schiedsrichtern. Auch diverse andere Sportfunktionäre und Sportfunktionärinnen in Südtirol fordern zunehmend mehr Toleranz und eine Verurteilung von Diskriminierung und Rassismus im Sport, sowohl am Spielfeld als auch auf den Rängen.
Das vorliegende Forschungsprojekt nimmt diese aktuelle Fragestellung auf und erörtert die Wahrnehmung von Vielfalt im Sport in Südtirol, den Herausforderungen, die mit dieser Vielfalt einhergehen, und die Strategien im Umgang mit derselben und die Chance einer erfolgreichen Integration. Das Forschungsprojekt geht dieser Frage
- aus einer Metaperspektive – des Managements, der Verbände und Vereine,
- aus der Perspektive der Athleten und Athletinnen und aktiven Sporttreibenden
- und aus der Perspektive der Fans und Zuschauenden nach.
- Evtl. Medienanalyse.
Das Forschungsprojekt unterstützt die Bemühungen der Landesregierung, ein Zeichen zu setzen gegen Diskriminierung und für Rechte, gegen Ausgrenzung und für Toleranz, gegen Einfalt und für Vielfalt.
Das Zusammenspiel von Sport, Rassismus und Diskriminierung auf der einen Seite und die integrative Funktion von Sport bzw. das Potential, durch Sport auf Vielfalt als positiven Faktor aufmerksam zu machen, sind längst bekannt und international erforscht.
Im Südtiroler Kontext, der geprägt ist von einem Zusammentreffen multipler Identitäten, sei es dem Zusammenleben der historischen deutschen, italienischen und ladinischen Sprachgruppen, sei es der zunehmenden Internationalisierung der Gesellschaft als auch der zunehmenden Diversifizierung allgemein innerhalb der Bevölkerung in Bezug auf Migrationshintergrund, Herkunft, ethnische Zugehörigkeit, Religion, Sprache, Kultur, Gender, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck und/oder sexuelle Orientierung, wissen wir allerdings noch zu wenig über das Zusammenspiel von Vielfalt und Sport: Warum muss sich Jannik Sinner immer wieder verteidigen, ein ‚echter‘ Italiener zu sein? Wie geht es weiter im Eishockey mit der Anklage von Red Bull Salzburg gegen Liga Bozen nachdem der dunkelhäutige Salzburg-Spieler Ali Wukovits Zielscheibe von Attacken der Bozen-Spieler wurde und deren Fans ihn anschließend auch mit Affenlauten rassistisch verunglimpft hatten? Warum kommt es nach einem Werbefoto des Sportartikelherstellers Salewa mit einem dunkelhäutigen Model zu einem rassistischen Shitstorm in den sozialen Medien und einer Rechtfertigung von Seiten Salewas?
Der Verband Südtiroler Sportvereine wirbt im Rahmen der „Fair Play Kampagne“ schon seit Jahren um faires Verhalten - Respekt, Rücksicht, Achtung vor den sportlichen Gegnern und Kollegen sowie Kampf- und Schiedsrichtern. Auch diverse andere Sportfunktionäre in Südtirol fordern zunehmend mehr Toleranz und eine Verurteilung von Diskriminierung und Rassismus im Sport, sowohl am Spielfeld als auch auf den Rängen.
Das vorliegende Forschungsprojekt nimmt diese aktuelle Fragestellung auf und erörtert die Wahrnehmung von Vielfalt im Sport in Südtirol, den Herausforderungen, die mit dieser Vielfalt einhergehen, und die Strategien im Umgang mit derselben und die Chance einer erfolgreichen Integration. Das Forschungsprojekt geht dieser Frage
- aus einer Metaperspektive – des Managements, der Verbände und Vereine,
- aus der Perspektive der Athleten und aktiven Sporttreibenden
- und aus der Perspektive der Fans und Zuschauenden nach.
- Evtl. Medienanalyse.
Das Forschungsprojekt unterstützt die Bemühungen der Landesregierung, ein Zeichen zu setzen gegen Diskriminierung und für Rechte, gegen Ausgrenzung und für Toleranz, gegen Einfalt und für Vielfalt.
Vorgehensweise – Methodik
Das Projekt untersucht die Wahrnehmung und den Umgang mit Vielfalt im Südtiroler Sport aus einer 360° Grad Perspektive, nämlich aus Sicht der Vereine und des Managements, aus Sicht der Athleten*innen und aus Sicht der Fans mittels eines sequenzielle eingebettet (embedded) Mixed-Methods-Designs (Creswell and Clark 2011, pp.69-70). Aufbauend auf qualitative und semi-strukturierte Interviews mit Funktionären*innen und dem Management der unterschiedlichen Südtiroler Sportvereine und -verbänden sowie der Dachorganisation der Südtiroler Sportvereine wird ein Schwerpunkt auf Fußball gelegt:
Der FC Südtirol wird zum Fallbeispiel, um die Wahrnehmung der Spieler und Spielerinnen einerseits und andererseits der Fans zu untersuchen. Die Wahrnehmung der Spieler und Spielerinnen von Vielfalt und die Herausforderungen im Umgang mit derselben wird erneut mittels qualitativer Interviews erforscht, während die Einstellungen der Fußballfans mittels quantitativem Fragebogen erfasst und ausgewertet wird.
Die Ergebnisse fließen in einen wissenschaftlichen Bericht, und werden in öffentlichen Events mit Vertretern des Sports (Management, Athleten als Betroffene und Botschafter sowie Fans), der Südtiroler Landesregierung sowie der Bevölkerung diskutiert. Eine Sensibilierungskampagne von Seiten der Südtiroler Landesregierung oder des VSS könnte an das wissenschaftliche Projekt folgen, oder dieses begleiten.
- Project duration: -
- Project status:
- Funding: Internal funding EURAC (Project)
- Institutes: Zentrum für Migration und gesellschaftlichen Wandel, Institut für Minderheitenrecht
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