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EDIS/ABI - Die Governance kultureller Vielfalt aus der Security-Perspektive

Dieses Forschungsprojekt kombiniert die Forschungsbereiche der Konfliktregulierung und Minderheitenpolitik (die Governance von kultureller Vielfalt) mit jenem der Security Studies und nimmt dabei Bezug auf alte und neue Minderheiten. Sicherheitspolitik wurde in den letzten 20 Jahren ein zunehmend wichtiger Bereich für Regierungen, was sich auf andere Politikbereiche, wie etwa Diversität und Migration, auswirkt. Dieses Projekt analysiert, wie Problematiken der Sicherheitspolitik mit der Governance von kultureller Vielfalt interagieren, und entwickelt neue Perspektiven, die unser Verständnis von Minderheitenfragen und politische Debatten rund um das Management kultureller Vielfalt fördern.

Das Projekt adaptiert zentrale Konzepte aus dem Bereich der Security Studies wie etwa menschliche Sicherheit, sozial-kulturelle Sicherheit und Securitization/Desecuritization, und verwendet sie, um Konfliktregulierung und Minderheitenpolitik in innovativer Weise zu analysieren. Das Konzept der menschlichen Sicherheit bezieht sich auf die Notwendigkeit, das Wohlbefinden des Einzelnen zu gewährleisten und auf seine Bedürfnisse im Umgang mit nationalen und internationalen Bedrohungen zu reagieren. Das Konzept hat verschiedene Dimensionen: von wirtschaftlichen und ökologischen, bis hin zu gesundheitlichen, kulturellen und politischen Dimensionen. Die sozial-kulturelle Sicherheit bezieht sich auf jene Bedrohungen, die dadurch entstehen, dass Menschen zu verschiedenen Gemeinschaften gehören, die nicht immer den Staatsgrenzen entsprechen. Der Begriff der „Securitization“ beschreibt den subjektiven Prozess, bei dem ein Problem als existentielle Bedrohung betrachtet wird; „Desecuritization“ ist der umgekehrte Vorgang.

Die wichtigsten normativen und empirischen Forschungsfragen des Projektes sind: Wie kann Konfliktregulierung und Minderheitenschutz in Bezug auf menschliche Sicherheit neu geregelt werden? Inwiefern thematisieren die institutionellen, rechtlichen und politischen Instrumente zur Governance von kultureller Vielfalt auch Sicherheitsbedrohungen und Prozesse der Securitization?

Im Rahmen des Projektes wird eine vergleichende Fallstudienanalyse von verschiedenen Regimes zur Governance von kultureller Vielfalt (d.h. die Prinzipien, Normen und Verfahren, welche sich mit kultureller Vielfalt und Minderheitenfragen befassen) in demokratischen Ländern durchgeführt. Das Projekt kombiniert die Analyse von Diskursen, historisch-institutionellen Prozessen, Gesetzen und Politiken, um die Governance von kultureller Vielfalt in zwei Dimensionen zu analysieren: einerseits den Grad an Sicherheit, den sie garantiert und andererseits die Frage, inwiefern diese Regelungen Prozesse der Securitization und Desecuritization behandeln.


Für weitere Informationen: Andrea Carlà – Institute for Minority Rights – andrea.carla@eurac.edu

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