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Inklusive Wege zwischen Zugehörigkeit und Ausgrenzung

Dieser Forschungsbereich zielt darauf ab, die komplexen Prozesse, Praktiken, Strukturen und Wahrnehmungen von Inklusion und Exklusion von jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu untersuchen. Dabei liegt der Schwerpunkt sowohl auf den gelebten Erfahrungen und persönlichen Erzählungen von Einzelpersonen als auch auf der Untersuchung der breiteren institutionellen und politischen Kontexte, die Prozesse der Zugehörigkeit und Ausgrenzung formen und abgrenzen. Durch die Integration sowohl qualitativer als auch quantitativer Ansätze soll die Forschung die Komplexität von Identitätsbildung und sozialer Integration aufdecken und aufzeigen, wie sich systemische Faktoren mit individuellen Erfahrungen überschneiden.

Ein zentraler Fokus ist der Bildungsbereich, wobei den Strukturen und Praktiken, die Diskriminierung und Rassismus aufrechterhalten, besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wir untersuchen die besonderen Herausforderungen, denen  junge Menschen mit Migrationshintergrund in einem oft von Diskriminierung geprägten Umfeld begegnen. Dazu gehört auch die Rolle der Interaktionen zwischen Gleichaltrigen, die Einstellung der Lehrpersonenund die institutionellen Strukturen.

Der Forschungsbereich zielt darauf ab, Prozesse der Marginalisierung und Ausgrenzung aufzudecken, indem er Randgruppen eine Stimme gibt und die zunehmend wichtige Rolle von Menschen mit Migrationshintergrund als kulturelle, politische und wirtschaftliche Akteure sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene hervorhebt. Zudem wird hervorgehoben, wie die Nachkommen von Migranten und Migrantinnen konventionelle und binäre Auffassungen von Zugehörigkeit und Identität herausfordern und somit dazu beitragen, die häufig verborgene Komplexität von Ein- und Ausgrenzung in der öffentlichen Debatte, im politischen Diskurs und in der Politikgestaltung zu verdeutlichen.

Diskriminierungserfahrungen von Lehrlingen in Südtirol (2023-2024)

Dieses von der Gewerkschaft CGIL/AGB in Auftrag gegebene Projekt stützte sich auf Erkenntnisse, die zuvor in der Studie über die Erfahrungen von Jugendlichen der zweiten Generation, insbesondere Diskriminierungserfahrungen (Mitterhofer & Jimenez 2018), gesammelt wurden, um die Diskriminierungserfahrungen von Lehrlingen in Südtirol zu untersuchen. Die Datenerhebung erfolgte von Dezember 2023 bis März 2024 mittels eines quantitativen Fragebogens, der von 60 Lehrlingen aus drei Südtiroler Berufsschulen ausgefüllt wurde, 15 halbstrukturierten Interviews mit Experten aus den Bereichen Berufsbildung, Schule, Arbeit und Integration sowie zwei partizipativen Workshops mit Lehrlingsklassen. Der Fragebogen untersuchte die Erfahrungen der Lehrlinge während ihrer Ausbildung, ihre Zufriedenheit mit der Ausbildung, ihre Zukunftspläne und eventuelle Diskriminierungserfahrungen, während sich die Interviews auf die Herausforderungen der Integration der Lehrlinge, insbesondere jener mit Migrationshintergrund, konzentrierten. In den beiden Workshops, die in Zusammenarbeit mit einer auf partizipative Methoden spezialisierten Designerin entwickelt wurden, reflektierten Forschende und Auszubildende gemeinsam die Erfahrungen während der Lehrlingsausbildung - vom Arbeitsumfeld bis zu den Beziehungen zu Kollegen und Kolleginnen und Vorgesetzten - und untersuchten dann die problematischen Aspekte, die dabei zutage traten: von niedrigen Löhnen und unflexiblen Arbeitszeiten bis hin zu Diskriminierung und Rassismus. Das Projekt ergab, dass Alltagsrassismus, Mikroaggressionen und strukturelle Diskriminierung Teil des Schul- und Arbeitslebens der Lehrlinge sind. Gleichzeitig erkennen die Opfer von Diskriminierung nicht immer, dass bestimmte Erfahrungen, insbesondere Mikroaggressionen, als Diskriminierung oder Rassismus bezeichnet werden können. 

Der Abschlussbericht ist hier verfügbar:

DEUTSCH: 10.57749/2fhc-0p09 - Eurac Research

ITALIENISCH:  10.57749/jrhe-e378 - Eurac Research

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