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Trotz der großen Vielfalt der über 3.000 Nachtfalterarten in Südtirol gibt es jedoch nur wenige Entomologinnen und Entomologen, die sie erforschen. Deshalb testet ein Netzwerk von Forschungsgruppen derzeit Methoden zur automatisierten Überwachung. Das Institut für Alpine Umwelt hat dafür drei sogenannte AMI-Traps („Automated Monitoring of Insects“) an verschiedenen Standorten in Südtirol installiert, um Daten über die dort lebenden Nachtfalter zu sammeln. Die solarbetriebenen Fallen schalten sich selbstständig zu festgelegten Zeiten ein und aus – und bleiben so monatelang im Einsatz, ohne dass jemand vor Ort erscheinen muss, um sie zu aktivieren oder die Batterien zu wechseln.
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Die Falle schaltet sich erst spät am Abend ein, wenn die meisten Nachtfalter aus ihren Verstecken kommen, um zu fliegen und zu fressen.
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Die AMI-Trap lockt Nachtfalter mit UV-Licht an. Sobald sie auf der weißen Fläche landen, wird eine Kamera ausgelöst. Jede Nacht entstehen so Tausende von Bildern. Eine künstliche Intelligenz wertet sie aus und erkennt die Arten automatisch. Es ist eine einfache und schonende Beobachtungsmethode: Um mit herkömmlichen Verfahren dieselbe Anzahl an Bestimmungen zu erreichen, müsste ein Entomologe oder eine Entomologin mehrere Nächte im Feld verbringen und Tausende Exemplare fangen.
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Vom UV-Licht der AMI-Trap angezogen, landet ein Nachtfalter auf der weißen Fläche des Geräts.
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Vierpunkt-Flechtenbärchen (Lithosia quadra – links) und Vogelschmeiß-Spanner (Lomaspilis marginata – rechts).
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Nonne (Lymantria monacha)
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Rosen-Flechtenbärchen (Miltochrista miniata – links) und Birkenmoor-Kleinbärchen (Nola aerugula – rechts)
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Einige räuberische Arten machen sich das Gedränge um die AMI-Trap zunutze: Im Bild streift eine Gottesanbeterin über die weiße Fläche – umgeben von potenzieller Beute.
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Manche Insekten, vom UV-Licht der AMI-Trap angelockt, verfangen sich im Netz dieser Wespenspinne (Argiope bruennichi).
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Die Tests mit der AMI-Trap sind Teil eines Pilotprojekts zum automatisierten Monitoring der Biodiversität. An den drei Untersuchungsstandorten erfassen Forschende nicht nur Nachtfalter, sondern auch Vögel und Fledermäuse mithilfe von Aufzeichnungsgeräten.
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Die Pilotstandorte gehören auch zum Biodiversitätsmonitoring Südtirol (BMS). Im Bild: Jarek Scanferla und Lukas Griem beim Monitoring der Vogelwelt.
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Licht auf die Welt der Nachtfalter
Mehr als 3.000 bekannte Nachtfalterarten leben in Südtirol. Trotz der großen Vielfalt dieser nachtaktiven Insekten gibt es jedoch nur wenige Fachleute, die sie erforschen. Deshalb setzen Forschende inzwischen immer mehr auf automatische Monitoring-Systeme und auf künstliche Intelligenz.
Das Projekt
Biodiversa+ ist ein Horizon-Europe-Projekt im Rahmen der EU-Biodiversitätsstrategie 2030. Seit 2021 vernetzt es Forschung, Umweltbehörden und andere Partner, um neue Wege im Biodiversitätsmonitoring zu fördern. Eurac Research ist an drei Pilotprojekten beteiligt: zu invasiven Pflanzen und gebietsfremden Insektenarten, zur Bodenbiodiversität und zu innovativen Methoden des Biodiversitätsmonitorings. Die AMI-Trap-Tests zur Beobachtung von Nachtfalter sind Teil dieses dritten Unterprojekts. Weitere Informationen: https://www.eurac.edu/de/projects/institut-fuer-alpine-umwelt/biodiversapilot


