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Mining and Dining

Mining and Dining - Ernährungsgewohnheiten prähistorischer Bergleuten

Die prähistorischen Salzminen von Hallstatt bieten einen idealen Forschungskontext, da sie zu den weltweit nur vier bekannten prähistorischen Salzbergbaustätten zählen. Der großflächige Salzabbau reicht bis ins 14. Jahrhundert v. Chr. zurück, und der nahegelegene eisenzeitliche Friedhof gehört zu den größten und reichsten in Europa aus dieser Epoche. Die außergewöhnlichen Erhaltungsbedingungen in den Salzminen – bedingt durch hohe Salzkonzentrationen und konstante niedrige Temperaturen – bewahren organische Materialien und Biomoleküle in bemerkenswertem Zustand. Dichte Schichten von Produktionsabfällen enthalten tausende organische Objekte, darunter eine beträchtliche Anzahl menschlicher Paläofäzes, die einzelne Defäkationsereignisse repräsentieren und somit zeitlich klar abgegrenzte Einblicke in individuelle Ernährungsgewohnheiten bieten. 


Menschliche Paläofäzes gehören generell zu den vielversprechendsten Materialien, um tiefgehende Erkenntnisse über antike Ernährungsweisen zu gewinnen. Diese natürlich getrockneten alten Fäkalien sind in Umgebungen wie Salzminen, trockenen Höhlen oder feuchten Kontexten erhalten geblieben. Sie enthalten pflanzliche und tierische Makro- und Mikrofossilien, Parasiteneier sowie diverse Biomoleküle wie DNA, Proteine und Metabolite. In diesem Projekt werden wir Paläofäzes-Proben aus der Eisen- und Bronzezeit untersuchen, indem wir klassische archäologische Methoden mit modernsten molekularen Techniken kombinieren. Ziel ist die Rekonstruktion hochdetaillierter, individueller Ernährungsprofile, die das Verständnis prähistorischer Essgewohnheiten erweitern und über generalisierte Subsistenzmodelle hinausgehen, um die Komplexität und Raffinesse antiker Ernährungsgewohnheiten aufzuzeigen. 


Dieses Projekt stellt die erste systematische Untersuchung einer so großen Paläofäzes-Stichprobe dar, bei der ein innovativer interdisziplinärer Ansatz klassische archäologische Methoden mit moderner multi-omischer Molekularanalyse verbindet.

Mining and Dining
  • Project duration: -
  • Project status:
  • Funding:
    Provincial Joint Programme – IT-FWF (Province BZ funding / Project)
  • Institute: Institut für Mumienforschung

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