Eine der größten Barrieren für die Integration von SAR (Synthetic Aperture RADAR) Daten in moderne Erdbeobachtungsanalysen, ist die Komplexität der Daten selber. Im Gegensatz zu optischen oder Multispektraldaten, welche deutlich näher am menschlichen Sehen sind und somit einfacher zu interpretieren, sind SAR Daten, durch ihre seitwärts gerichtete Beobachtungsorientierung und Wellenlängen im Mikrowellenbereich dem menschlichen Sehen fremd. Aber gerade dieser Bereich des Spektrums gibt den SAR Signal seine einzigartigen Eigenschaften, welche extrem hilfreich sein können für die Analyse. Die meistzitierte Eigenschaft, ist sicherlich die Möglichkeit aufgrund der großen Wellenlänge durch Wolken hindurch zu schauen und somit auch in stark bewölkten Regionen zuverlässig Daten zu liefern. Eine weitere Besonderheit ist die Interferometrie mit SAR Daten, die es erlaubt Bodenbewegungen durch Phasenverschiebungen des Signals zu überwachen sowie Veränderungen am Boden durch Veränderungen in der Signalstärke. Weiterhin können durch die Registrierung der Polarisation des gesendeten und empfangenen Signals Rückschlüsse auf das Reflexionsverhalten entlang des Signalweges gezogen werden.
Das SAR2CUBE Projekt sieht vor den Zugang zu diesen Daten zu erleichtern indem es eine effiziente Datenstruktur und Prozesskette entwickelt, die die Einbindung dieser Daten in Standardanalysen vereinfacht. Zum einen ist die Datenstruktur speichereffizient und somit kostensparend für die Speicherung der Daten zum anderen erlaubt es dem Anwender Zugriff auf die Daten in einer standardisierten Form ohne Kenntnisse über die Prozessierung der SAR Daten zu benötigen. Die Implementierung umfasst Vorprozessierung, Datenstruktur und Datenaufbereitung. Zur Validierung werden drei typische Anwendungen von SAR Daten mit der neuen Struktur getestet: Die Überwachung von Bodenbewegung mit PSI, die Kartierung von Flächennutzung und eine Waldschadensanalyse.