Eurach Research
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magazine_ Dossier

Schnee

Die Entwicklungen in Südtirol und den Alpen

Credit: Eurac Research
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Der Amerikaner und Autodidakt Wilson Bentley, ein Pionier der Mikrofotografie, veröffentliche 1931 ein Buch mit 2400 Fotografien von Schneekristallen.Credit: Smithsonian Institution Archives | Wilson Bentley | All rights reserved
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Sechseckige Plättchen bilden sich vor allem bei Temperaturen nahe minus zwei Grad Celsius, kleine Eissäulen bei minus sieben Grad Celsius.Credit: Smithsonian Institution Archives | Wilson Bentley | All rights reserved
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Schneesterne (Dendriten) bilden sich eher bei höheren Temperaturen aus.Credit: Smithsonian Institution Archives | Wilson Bentley | All rights reserved
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Vermutlich ist jedes Schneekristall einzigartig, doch 121 Grundformen hat die Schneeflocken-Forschung bis heute identifiziert.Credit: Smithsonian Institution Archives | Wilson Bentley | All rights reserved
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Fotograf Bentley platzierte die Flocken vorsichtig mit einer Feder unter der Linse. Für ein gutes Bild stand er stundenlang in der Kälte.Credit: Smithsonian Institution Archives | Wilson Bentley | All rights reserved

Was ist Schnee?

Die Schneedecke ist eine komplexe Struktur, ihre Schichten erzählen die Geschichte des Winters vom ersten bis zum jüngsten Schneefall.

Credit: David Newman | All rights reserved

Wann schneit es?

Wie wird die Schneedecke gemessen?

Trendanalyse der Schneehöhen an allen Messstationen mit mehr oder weniger vollständigen Datenreihen über die vergangenen vier Jahrzehnte (1981­ 2020). Die Änderungen in der Schneehöhe wurden mit einer linearen Regressionsanalyse der mittleren monatlichen Schneehöhe abhängig vom Jahr bestimmt. In rot negative Trends, in Blau positive Trends.

Credit: Eurac Research | Michael Matiu

Haben sich die Schneehöhen in Südtirol verändert?

Wie ist die Situation im restlichen Alpenraum?

Durchschnittliche mit Schnee bedeckte Fläche (Schneebedeckungsgrad) im Winter (Dezember bis Februar) und Frühling (März bis Mai) für die Gegenwart (2000­-2020) und projizierte Veränderungen in der Zukunft (2071­-2100). Für den Zeitraum 2000­-2020 wurden Satellitenbilder ausgewertet, die Darstellung der zukünftigen Entwicklung beruht auf regionalen Klimamodellen, die mit Satellitenbeobachtungen kalibriert wurden. Die Karten haben eine horizontale Auflösung von ungefähr 12km, was der Auflösung der aktuellen Generation regionaler Klimamodelle entspricht.

Credit: Eurac Research | Michael Matiu

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf den Schnee?

Wie passen extreme Schneefälle in dieses Bild?

Schneemassen wird es auch künftig immer wieder geben, trotz insgesamt abnehmender Schneemengen: Durch den Klimawandel könnten starke Schneefälle sogar extremer werden.

Credit: Andreas Buchwald | andreas-buchwald.com | All rights reserved

Wie wichtig ist der natürliche Schnee für den Skitourismus?

Fällt der Schnee nicht vom Himmel, kommt er aus der Kanone: 90% der Pistenflächen Südtirols können beschneit werden. Der Wasser- und Energieverbrauch ist aber hoch.

Credit: ©Sonja Birkelbach - stock.adobe.com | All rights reserved

Welche Folgen hat der Klimawandel für die Skigebiete?

Wie wirken sich die Veränderungen bei Schneefall und Schneebedeckung auf den Wasserhaushalt aus?

Welche Rolle spielen der Schnee und die Klimaänderungen für die Gletscher?

Was kann man angesichts dieser Veränderungen tun?

Technischer Schnee

Wintersport unabhängig von natürlichem Schneefall
hoher Energieaufwand
hoher Wasserverbrauch

Verbesserungsmöglichkeiten

- Wasser effizienter nutzen

- Wetter- und Schneemodellvorhersagen nutzen, um Ressourcen effizienter einzusetzen; das EU-Projekt PROSNOW entwickelt zu diesem Zweck ein Tool (https://prosnow.org)

Snowfarming (das Anlegen von Schneedepots; gelagert wird Schnee aus der vorigen Saison)

Schnee steht pünktlich zu Beginn der Skisaison zur Verfügung
es ist weniger Beschneiung im Herbst nötig
man benötigt einen geeigneten Lagerplatz
die gelagerte Schneemenge reicht manchmal nicht aus
da meist technischer Schnee gelagert wird, sind Energieaufwand und Wasserverbrauch hoch
die Verteilung des gelagerten Schnees ist sehr arbeitsintensiv

Wasserspeicherbecken und Staudämme

Wasser steht zur Verfügung, wenn es gebraucht wird
man muss den Flüssen nicht im Winter Wasser entnehmen, wenn sie ohnehin wenig führen
grüne Stromproduktion
steigert die Resilienz der Landwirtschaft gegenüber Dürren und ermöglicht, das frühere Schmelzwasser abzufangen
Auswirkungen auf die Fluss- und Landschaftsökologie, im Flusseinzugsgebiet lebende Pflanzen- und Fischarten verändern sich
Langzeitfolgen sind unvorhersehbar
es ist schwierig, geeignete Standorte im alpinen Gelände zu finden
der Bau erfordert invasive Erschließung natürlicher alpiner Landschaft
der Bau neuer Staudämme ist in Südtirol geologisch und politisch kaum umsetzbar
regionale oder nationale Alleingänge bergen Konfliktpotenzial
große Staudämme haben einen großen CO2-Fußabdruck, sowohl beim Bau, als auch nach der Flutung, wenn überflutetes organisches Material abgebaut wird

Verbesserungsmöglichkeiten

- Wasser in der Landwirtschaft effizienter nutzen. Bei der Bewässerung gibt es große Verbesserungspotenziale

- Staudämme nicht nur zur Stromerzeugung, sondern auch für das Management von Flut und Dürre nutzen

Impressum

Autor: Michael Matiu, Forscher am Institut für Erdbeobachtung von Eurac Research Mit der Unterstützung von Giacomo Bertoldi, Claudia Notarnicola und Marc Zebisch

Redaktion: Barbara Baumgartner, Valentina Bergonzi
Illustration: Oscar Diodoro
Grafik: Elisabeth Aster

Dieses Projekt wurde durch das EU- Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 unter dem Marie Skłodowska-Curie Fördervertrag Nr. 795310 gefördert.

 
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Eurac Research ist ein privates Forschungszentrum mit Sitz in Bozen, Südtirol. Unsere Forscherinnen und Forscher kommen aus allen Teilen der Welt und arbeiten in vielen verschiedenen Disziplinen. Gemeinsam widmen sie sich dem, was ihr Beruf und ihre Berufung ist – Zukunft zu gestalten.

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