Die Gleichstellung von Frauen in Führungspositionen bleibt trotz Fortschritten ein zentrales gesellschaftliches und wirtschaftliches Thema. In diesem Forschungsprojekt wird untersucht, wie es gelingen kann, Frauen in Südtirol und darüber hinaus verstärkt in leitende Positionen zu bringen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse der Wirtschaftskultur und ihrer Rolle in der vertikalen Segregation, also dem Phänomen, dass Frauen trotz ähnlicher Qualifikationen seltener in höhere Führungsebenen aufsteigen. Das Konzept des "glass ceiling" – die unsichtbare Barriere, die Frauen am Aufstieg hindert – und der "leaky pipeline", bei der Frauen schrittweise aus dem Karriereweg ausscheiden, werden als zentrale Hindernisse identifiziert. Diese Probleme tragen zum Gender Employment Gap und Gender Pay Gap bei, die auch in wirtschaftlich fortschrittlichen Regionen wie Südtirol bestehen.
Durch interdisziplinäre und intersektionale Zugänge werden nicht nur die strukturellen, sondern auch die kulturellen Faktoren analysiert, die zu dieser Ungleichheit beitragen. Ein zentraler Aspekt ist die Frage, wie eine zukunftsorientierte Wirtschaftskultur aussehen kann, die Diversität fördert und die Gleichstellung aktiv unterstützt. Dabei wird auch die Verantwortung des Mannes in Führungspositionen diskutiert, der eine wichtige Rolle in der Transformation von Unternehmenskulturen hin zu mehr Chancengleichheit spielt.
Ein weiterer Bezugspunkt der Studie ist der Technologiediskurs und die Zukunft der Arbeit. Technologische Entwicklungen und Digitalisierung bieten Chancen für flexiblere Arbeitsmodelle, die Frauen den Aufstieg erleichtern könnten. Gleichzeitig bergen sie das Risiko, bestehende Ungleichheiten zu verstärken, wenn geschlechtsspezifische Unterschiede in der Technologieanwendung und -entwicklung nicht gezielt adressiert werden. Die Studie strebt an, konkrete Handlungsempfehlungen zu formulieren, wie eine Wirtschaftskultur entstehen kann, die sowohl den technologischen Wandel als auch die Gleichstellung fördert.








