Wozu dienen Biobanken?
Natürlich zur Aufbewahrung biologischer Proben – doch auch weit ehrgeizigeren Zielen
„Wir sind keine Briefmarkensammler. Was mir Kummer macht, sind noch nicht analysierte Proben. Ich möchte, dass jede einzelne Probe nützlich ist.”
Alessandro De Grandi, Genetiker
Daten aus der Biobank
1.068.058
Aufbewahrte Proben
354
Bislang genehmigte Studien
Biobanken für therapeutische und für Forschungszwecke
Zusammensetzung des Blutes. 55 Prozent Plasma: hauptsächlich Wasser, dann Proteine, Hormone, Gase, Abfallstoffe. <1 Prozent: weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. 45 Prozent: rote Blutkörperchen.

In der Biobank von Eurac Research in Bozen gibt es fünf Kühlschränke mit extrem niedriger Temperatur, von -80 bis -197 °C. Sie enthalten Vollblut, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Gekühlt werden diese Schränke mit Stickstoff – etwa 10.000 Liter werden jedes Jahr benötigt.

Auch in der Biobank wird jedes Jahr Frühjahrsputz gemacht: Die Behälter werden kontrolliert und wenn es freie Stellen gibt, werden die Proben neu geordnet.

Die ältesten Proben in der Bozner Biobank sind mehr als zwanzig Jahre alt. Sie stammen aus der epidemiologischen Studie Micros, bei der im Jahr 2002 Proben von rund 1.500 Menschen im Vinschgau gesammelt wurden.
Die vereinte Kraft der Daten
„Wir können den Forschenden sowohl Daten als auch Proben zur Verfügung stellen, wobei wir bei Proben etwas vorsichtiger sind, denn sie stellen natürlich eine begrenzte Ressource dar.”
Alessandro De Grandi, Genetiker
Privacy und internationale Geopolitik
Die Proben sind mit sogenannten 2D-Codes versehen, die es bei Bedarf ermöglichen, die Identität der Person zu ermitteln. Die Entschlüsselung kann jedoch nur über mehrere Sicherheitsschritte erfolgen.


